Hermine
Sanft strich ich über Ginnys Arm. "Keine Angst, er ist es nicht. Er sieht ihm nur ähnlich." Seit der Begegnung mit Tom Riddle am Abend zuvor wirkte Ginny wie in Trance. Auch wenn sie damals noch sehr jung gewesen war, als sie von Riddle manipuliert wurde, musste die Erinnerung tief sitzen. Die taffe, schlagfertige Ginny, die sich auch sonst nichts gefallen ließ, wirkte pötzlich wieder klein und verletzlich wie das Mädchen im ersten Schuljahr, das schon von Harrys Anblick eingeschüchtert war. Dabei hatte ich immer das Gefühl gehabt, gerade die Erfahrung, Riddle und die Kammer überlebt zu haben, hatte bei ihr damals das Eis gebrochen und ihr ermöglicht nach und nach ihre Unsicherheiten abzulegen. Dass dieser Ableger eines Psychopaten jetzt alleine durch seine Anwesenheit, eine der stärksten jungen Frauen, die ich kannte, brechen konnte, ließ mich vor Wut am ganzen Körper zittern. Ich wollte ihr gerade zuflüstern, ihn einfach zu ignorieren, als er plötzlich auf uns zukam.
"Guten Morgen, die Damen." Er lächelte Ginny und mich von oben herab an. "Professor, ich denke, ich habe eine geeignete Gruppe gefunden."
Als hätte ich meine Zunge verschluckt, war ich nicht in der Lage etwas zu sagen.
"Na schön, dann wäre das geklärt", sagte Slughorn, wedelte mit seinem Zauberstab und ließ einen Stapel voll Bücher für das siebte Schuljahr durch das Klassenzimmer schweben.
Riddle setzte sich neben Ginny und zog seinen Umgang aus, den er langsam und ordentlich faltete und über die Stuhllehne hängte.
"Au!", rief Ginny auf einmal. Da merkte ich erst, dass ich sie nicht mehr streichelte, sondern meine Fingernägel in ihren Unterarm grub. Schnell zog ich meine Hand weg und sah, wie sie Spuren in Ginnys Haut hinterlassen hatten.
Ich bemerkte, wie Riddle Ginnys Arm begutachtete. "Du hast ihr weh getan", sagte er kühl und wolte gerade seine Hand nach auf ihren Arm legen. "Zeig mal her."
"Fass' sie nicht an!", rief ich.
Riddle sah mich unerschrocken an, hielt aber in seiner Bewegung inne.
"Miss Granger, was ist los?", erkundigte sich Slughorn.
Ich blickte zu Riddle, der fragend die Augenbrauen hob.
"Alles in Ordnung, Professor. Entschuldigen Sie die Störung", sagte ich.
"Schlagen Sie bitte Seite fünf auf. In dem Schrank finden Sie alle nötigen Zutaten.", sagte Slughorn an die Klasse gerichtet.
Ohne ein Wort stand Ginny auf und ging zum Schrank am anderen Ende des Raumes.
Ich lehnte mich zu Riddle rüber. "Ich sag dir jetzt mal was: Ich habe keine Angst vor dir! Keine Ahnung, was du hier zu suchen hast, oder was für ein Spiel du spielst, aber es haben schon andere vor dir versucht, sich mit mir anzulegen."
Er kam mir ein paar Zentimeter entgegen. "Ich sag dir jetzt mal was: Ich kenne dich nicht. Keine Ahnung, wer du bist oder was du von mir willst, aber es haben schon andere vor dir versucht, mich anzumachen."
"Führ' dich weiter so auf und sie werden dich zerfleischen."
"Und wie führe ich mich auf?"
"Als wäre es dir egal. Als wärst du niemanden eine Antwort schuldig. So lange du dich nicht von deinem Vater distanzierst, bist du er."
Riddle schlug das Buch auf. "Das ist lächerlich", sagte er unbeeindruckt.
"Ist es nicht, denn es gefällt dir. Du spielst mit ihren Ängsten."
"Ich bin hier niemandem etwas schuldig. Ich habe nicht einmal in der Schlacht gekämpft." Er sah mich wieder von der Seite an. "Von dir habe ich allerdings etwas mehr Dankbarkeit erwartet."
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Geblendet - Tomione
FanfictionMit einem Avada Kedavra lassen sich Horkruxe nicht zerstören. Doch niemand ahnt, dass das Seelenstück von Voldemort, welches mehr als 16 Jahre in Harry lebte, mit genau diesem Fluch freigesetz wurde. Es braucht nur noch den Stein der Auferstehung un...
