MANUEL
Die KO Tropfen hielten mich nur einige Minuten auf, bis ich wieder klar kam. Nicht lang genug, für ihren Geschmack scheinbar, denn sie sah mich schockiert an, als ich mich von Alba wegriss und die Frau vor mir ansah.
Ihre Augen füllten sich mit echten Tränen, aber keine aus Trauer sondern Tränen, die ihrer Angst geschuldet waren.
"Mit der Menge bringt man Menschen fast um." informierte ich sie und vielleich war das auch ihr Ziel gewesen. Nicht das sie noch nen Grund hatte, aber sie war schon immer unberechenbar gewesen.
So wie jetzt, denn sie hatte vorsichtshalber eine Waffe bei sich, die sie auf mich richtete, bevor sie diese abfeuerte und sie dann lief.
Die Schlampe lief so schnell, dass ich sie nicht mehr erwischen konnte.
Ich wäre ihr hinterher gelaufen, aber merkte nach einem Schritt, dass ich mich nicht bewegen sollte, wenn ich nicht verbluten möchte.
Tief durchatmend blickte ich auf mein weißes Hemd, dass nicht mehr weiß war, sondern rot. Sie hatte zweimal abgedrückt und beide Male hatte sie meinen Bauch getroffen. Nicht gerade Stellen die man so leicht überlebt, trotzdem musste ich mich jetzt bemühen, das ganze zu überleben.
Ich würde mein Leben sicher nicht Alba überlassen.
Ich würde diese Welt sicher nicht verlassen ohne Medina nochmal gesehen zu haben.
Der Gedanke an sie, brachte mein viel zu schnelles Herz gerade runter.
Sie ließ mich wieder klar denken.
So klar, dass ich mich wieder erinnerte, wie man Schusswunden selber behandelte.
War schmerzhaft, aber besser als hier in diesem Loch zu krepieren.
MEDINA
"Komm mit, wir holen Manuel ab." sprach der blonde Mann mich an, dessen Namen ich immer wieder vergaß. Er hatte sich einmal vorgestellt und einmal hatte ich jemanden nach ihm rufen hören, aber ich konnte mir seinen Namen einfach nicht merken.
"Ist er zurück?" fragte ich ihn und freute mich. Nein, nicht ich freute mich nur, mein Herz ging auf bei dem Gedanken ihn gleich zu sehen.
"Ja, sowas in der Art." sagte er nur und sah mich abwartend an. Sofort stand ich auf und ging ihm dann hinterher, bis er mir die Autotür aufhielt und ich langsam einstieg.
Lächelnd sah ich aus dem Fenster, da ich bei dem Gedanken, Manuel gleich wieder zu sehen immer lächeln musste.
Manuel's Cousin rauchte eine Zigarette, während er durch die Straße bretterte und mir das Lächeln verging, als ich sah wie angespannt er war. Ehrlich gesagt war er immer angespannt. Jeder Mensch in seiner Familie war angespannt und das zu jeder Zeit.
Das ließ mich auch immer etwas anpannen.
"Ist alles in Ordnung?" fragte ich ihn leise, als mein Lächeln schwand und er seinen Blick kurz zu mir schweifen ließ. "Er lebt, also ist alles in Ordnung." sprach er trocken aus.
Er lebt.
Das klang so, als würde er nur leben und irgendwas ist mit ihm passiert.
Jetzt wurde ich unruhig, wärhend ich die Straße vor mir ansah. Jede Minute die verging kam mir vor wie eine Ewigkeit.
Erst als er langsam anhielt, blieb mir fast das Herz stehen.
Es war ein Gebäude, dass aussah wie ein Krankenhaus.
"Er liegt da vorne." erklärte mir sein Cousin, als er auf ein Zimmer zeigte und ich dann loslief und die Tür aufriss. Ein Mann in einem weißen Kittel sprach gerade mit ihm, als ich reinkam und beide ihre Blicke zu mir schweifen ließen.
Auf Manuel's Gesicht bildete sich ein kleines Lächeln als er mich sah.
"Mi Vida, was machst du hier?" fragte er mich und ignorierte den Arzt, als er sich aufsetzte und ich seine nackte Brust ansah. Er wurde angeschossen. Zwei Mal. Mir entwich ein leises schluchzen, als ich ihn nur wie erstarrt ansah.
"Medina?" hörte ich ihn fragen. Noch immer stand ich wie erstarrt da und sah seine Wunden an, bevor ich ein leises seufzen hörte.
Der Mann sprach Manuel auf spanisch an, als er aus dem Bett stieg und ich mich dann erst wieder bewegen konnte. Ich ging ihm entgegen und sah zu ihm hoch, als er seine Hand auf meine Wange legte.
"Mi Reina. Hör auf zu weinen, bitte." bat er mich leise und erst da merkte ich auch, dass ich scheinbar angefangen hatte zu weinen. Er trocknete mir mit seinen Händen die Wangen, bevor er sein Gesicht leicht schmerzhaft verzerrte und ich das Blut an seinem Bauch sah.
Seine Nähte hatten sich gelöst, weil er aufgestanden war, weswegen ich wieder stäker anfing zu weinen.
"Du stirbst." weinte ich leise und hörte ihn leise auflachen. "Ich sterbe nicht so schnell. Beruhig dich." bat er mich nochmal leise, bevor er mich mit sich zu dem Bett zog und er sich wieder hinlegte.
"Was ist passiert?" fragte ich ihn leise weinend und hielt seine Hand so fest ich konnte, während der Arzt sich seiner Wunde widmete und ich Manuel in seine Augen sah. Er blickte mir tief in die Augen, als er mich näher an sich ranzog und er die Luft einzog, als die Nadel durch seine Haut gezogen wurde.
"Nichts, mi Reina. Es geht mir gut." versuchte er mich zu beruhigen und lächelte mich nun an. "Bekomm ich einen Kuss? Das würde mir das ganze hier erleichtern." lenkte er mich von seiner Wunde ab, zu der ich gerade wieder sehen wollte.
Leicht drückte ich meine Lippen auf seine, als ich mich zu ihm beugte und ich ihn schwach anlächeln musste.
"Wo warst du Manuel?" fragte ich ihn trotzdem wieder. Er sah mich nur an, bevor er leise seufzte. "Ich war bei Alba." erklärte er mir was mich die Augenbraue hochziehen ließ. "Bei deiner Ex Frau?" wollte ich wissen und sah ihn schwach lächeln.
"Ja. Es ist nichts passiert zwischen uns Medina." erklärte er mir dann, bevor ich tief durchatmete. "Davon bin ich auch garnicht ausgegangen." gab ich zu und sah ihm die Überraschung an. "Ich glaube du bist viel besser als das Manu." erklärte ich ihm ehrlich und sah ihn leise auflachen.
"Für dich bin ich das auch." gab er dann zu und ließ mich schwach lächeln. Manu wandte sich an den Arzt, bevor er spanisch mit ihm sprach und er sich dann wieder erhob aus dem Bett.
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MANUEL
Teen Fiction"Liebst du sie noch?" fragte sie mich, als ich zu ihr sah und sie mein Handy in ihrer Hand hatte. "Warum fragst du mich das?" wollte ich wissen und sah in ihre weinenden Augen, die wegen mir weinten und ich innerlich zerriss bei dem Gedanken, dass s...
