Kapitel 29

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März, 1997

Sie rannte die letzten Meter zurück zum Krankenflügel. Sie hatte Ron und Harry allein gelassen und auch wenn es unwahrscheinlich war das etwas passiert, sie hatte die Verantwortung getragen - und der war sie nicht nachgekommen.

Hermine stieß die schweren Türen des Krankenflügels mit - dafür das es mitten in der Nacht war - etwas zu viel Kraft und Geräusch auf. Ihr Herz setzte in einer sicherlich ungesunden Anzahl aus, nur um dann doppelt so schnell weiter zu schlagen: Snape saß auf dem Stuhl den sie seit Tagen kaum verlassen hatte.

Ihr eintreten ließ ihn von seinem Buch aufsehen. Schwarz traf auf Braun. Hermine sah zu, wie er seine Faust einmal ballte und wieder löste, dann zweimal, während sie langsam auf ihn zuschritt. Sie sagten beide nichts, das einzige Geräusch im Raum war ihr vom rennen schwer gewordenes Atmen.

"Mach den Mund zu, Granger, du siehst aus wie ein Kabeljau", murmelte er ihr zu als sie zwischen den Betten angekommen war.

Ihr Mund klappte zu und Farbe kroch zurück in ihre Wangen. Wieder Stille.

"Bist du verletzt?" fragte Severus schließlich, jedes Wort unterstrichen.

Sie war immer noch etwas überrascht. "Mir geht's gut. Madam Pomfrey hat die Wunden geheilt."

Severus stieß einen leisen, kontrollierten Seufzer aus und Hermine konnte die Erleichterung in seinen Augen sehen. "Du solltest vorsichtiger sein."

Sie nickte und sah ihm schließlich in die Augen, "Übrigens, danke das du Harry und Ron nicht alleine gelassen hast."

"Sie waren unbeaufsichtigt, ich bin nur meiner Aufsichtspflicht nachgekommen. Ich hätte dasselbe für jeden meiner Schüler getan", sagte Snape.

"Ich denke nicht ", sagte Hermine leise.

Severus antwortete nicht, hatte aber das Gefühl, dass sein Herz so laut pochte, dass sie es hören konnte.

Hermine hob den Imbissbehälter in ihre Hand, der neben ihr auf dem Wagen lag, "Das war für mich?"

"Es ist nichts", sagte Snape abwehrend, "Ich dachte, du könntest hungrig sein. Du warst nicht beim Essen."

Hermine lächelte ihn an, "Das war sehr aufmerksam."

"Ich bin nicht aufmerksam.", schnaubte er.

"Ich glaube doch", sagte Hermine und Severus dachte, dass ihr Lächeln den ganzen Raum erhellte.

"Es ist Hühner- Lauchauflauf", sagte er schließlich, unsicher, was er noch sagen sollte. Er hatte das Gefühl, als wäre er entblößt worden, als würde Hermine ihn endlich ansehen und die Schichten abziehen, die er sorgfältig um sich gewickelt hatte.

"Ich habe kein Besteck."

"Bist du eine Hexe oder nicht, Granger?"

Hermine verdrehte die Augen und verwandelte ein ziemlich gruselig aussehendes medizinisches Gerät in eine Gabel.

Als sie zu essen begann, erhob sich Severus von dem Stuhl, auf dem er die letzten Stunden gesessen hatte.

"Geh nicht", sagte sie schnell.

Severus hob eine Augenbraue.

"Wir müssen nicht reden. Ich werde einfach das hier essen und du kannst dort sitzen und...", ihre Stimme verstummte.

Er setzte sich wieder hin. "Es ist in Ordnung, Granger. Ich werde nicht gehen."

Und das tat er auch nicht.


Hermine dachte nicht an Severus Snape.

Professor Binns redete in einer Art und Weise, die die sieben wichtigsten Schlachten der Koboldkriege völlig unwichtig erscheinen ließ, und die Hälfte der Klasse war in einen benommenen Stupor gefallen.

The Paradox of UsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt