Kapitel 38

250 22 5
                                        

April, 1978

Das Feuer knisterte im Kamin des Raums der Wünsche, und die Laken auf dem Bett waren um sie herum verknotet.

"Das war...", sagte sie abwesend.

"Gut?" Er hob eine Augenbraue zu ihr.

"Ja, das kann man sagen", lächelte sie zu ihm hoch.

"Miss Granger", erwiderte er in einem spöttisch-ernsten Ton, "wollen Sie damit sagen, dass Ihr Professor ein Sexgott ist?" Seine Stimme triefte vor gespielter Selbstgefälligkeit.

Hermine schnappte nach Luft. "Nein! Verdammt noch mal, Severus!" Sie griff nach einem Kissen und warf es ihm an den Kopf.

Er fing es mit Leichtigkeit auf und rollte sich mit einer geschmeidigen Bewegung über sie. Mit einem herausfordernden Lächeln wickelte er eine ihrer Locken um seinen Finger. "Das ist nicht das, was du vor ein paar Minuten gesagt hast", sinnierte er. "Ich glaube, es war eher etwas wie: 'Oh Gott, Severus, bitte hör nicht auf...'"

Hermine keuchte empört auf und schlug ihm erneut das Kissen ins Gesicht. "Du bist gemein"

Severus grinste. "Ich dachte, du magst gemein."

"Nein" Hermine schnaubte. "Ich mag dich. Und du bist zufällig auch gemein."

"Schuldig", grinste er und küsste sie erneut.

Als sie sich schließlich voneinander lösten, ließ Hermine sich mit einem Seufzen in die Kissen sinken. Ihr Blick wanderte zur Decke, während ein amüsierter Unterton in ihrer Stimme mitschwang. "Wie soll ich bloß den Verteidigungsunterricht überstehen, wenn ich weiß, dass ich mit meinem Professor schlafe?"

Severus lehnte sich auf einen Ellbogen und sah sie mit gespieltem Ernst an. "Geschlafen hast. Vergangenheitsform." Seine Augen funkelten über ihr. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine wilden Fantasien meinen tadellosen Unterricht nicht beeinträchtigen werden."

Hermine spottete, "Ich glaube nicht, dass Professor Snape Fantasien hat, schon gar keine wilden."

"Siehst du", sagte er und rieb Kreise auf ihrem Oberschenkel, "es ist in Ordnung", flüsterte er in ihren Nacken, "überlass die Sorgen mir."

Ihre Hand fand seinen linken Arm und fuhr sanft mit dem Finger über die Haut die noch immer mit dunkler Magie benetzt war.

Severus stieß einen zittrigen Atem aus, als sie dort die fast blitzförmige Narbe nachzeichnete.

Sein Blick wanderte zu ihr hinab - zu ihrem Oberkörper, wo sich die lange, blasse Narbe zwischen ihren Brüsten schlängelte.

"Woher hast du die eigentlich?"

"Oh" Hermine zuckte leicht zusammen, zog instinktiv den Arm darüber. "der Fluch hat mich letztes Jahr getroffen", sagte sie ausweichend. "Madam Pomfrey konnte alles heilen, bis auf die Narbe."

"Scheiße", sagte er leise.

"Ja", erwiderte Hermine.

Sie schwiegen wieder, der Raum war still, bis auf die Geräusche ihres langsamer werdenden Atems.

"Hast du es eigentlich ernst gemeint?" fragte Hermine mit leiser Stimme.

"Was meinst du?" Seine Stimme klang rauer, als er wollte.

Severus fühlte, wie sein Magen sich zusammenzog. Ein vertrautes, eiskaltes Gefühl breitete sich in ihm aus.

"Was du gesagt hast, als wir... du sagtest du liebst mich"

"Ich... ich hab es gesagt." Sie hatten sich darauf geeinigt Freunde zu sein.

"Ich weiß, dass du es gesagt hast. Ich habe gefragt, ob du es auch so gemeint hast", sie stützte sich auf ihren Ellbogen und sah ihn an.

The Paradox of UsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt