Kapitel 43

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April, 1997

Severus seufzte und blickte von dem Aufsatz auf, den er gerade korrigierte. Dennis Creevey hatte offensichtlich nur wenig von seiner Lektion über Hinkepanks mitbekommen.

Die Uhr an der Wand tickte quälend langsam und Severus verfluchte sich dafür, dass er schon wieder auf sie schaute.

Viertel vor acht.

Der Minutenzeiger schien ihn zu verhöhnen und bewegte sich im Schneckentempo um die Uhr.

Er kehrte zu Creeveys Aufsatz zurück, wobei er auf einen ganzen abgrundtiefen Absatz - über die Vorliebe der Hinkepanks, in Wäldern zu leben - stieß.

Seine Lippen verzogen sich zu einem Stirnrunzeln, als er etwas an den Rand kritzelte: Wie im Unterricht mehrfach erwähnt, sind Hinkepanks in Sümpfen zu finden.

Völlig aussichtslos. Und das war die Zukunft der zaubernden Welt.

Er warf wieder einen Blick auf die Uhr. Zehn vor acht. Wenigstens hatte Creeveys Schwachsinn ihn um fünf weitere Minuten gebracht.

Severus seufzte und rieb sich die Augen, er wurde wirklich zu alt für diesen Blödsinn.

Geheimnisse der dunkelsten Kunst lag auf der Ecke seines Schreibtisches und er konnte die dunkle Magie spüren, die aus dem schwarzen Ledereinband drang. Das Buch lag normalerweise in einem verschlossenen Schrank in seinen Räumen, weggesperrt vor neugierigen Blicken, zusammen mit dem Rest seines nicht gerade lieblichen Lesestoffs.

Das Summen der dunklen Magie durchdrang Raum, und Severus ganzer Körper fühlte sich nervös an.

Horkruxe.

Er hatte dieses Wort seit über einem Jahrzehnt nicht mehr gehört.

November, 1980

"Was weißt du über Horkruxe?"

Severus Finger hinterließen Flecken auf dem Rand seines Brandyglases, als er es in der Hand drehte. Der Gesichtsausdruck seines Meisters gefiel ihm nicht.

"Ich glaube nicht, dass ich mit dem Konzept vertraut bin."

"Gut", erwiderte Bourne. Er erhob sich von seinem Sessel und stellte sich neben das Bücherregal.

Sie waren den ganzen Tag im Labor gewesen und hatten eine große Menge des Trankes der Verzweiflung für den Dunklen Lord gebraut. Es war ein smaragdgrünes Elixier, das das ganze Haus nach Benzin und Urin stinken ließ, und Severus fragte nicht, wofür es gebraucht wurde. Er wusste gut genug, was dieser Trank bewirken würde.

Das Feuer knisterte bevor Bourne fortfuhr, "Zauberer sind seit langem von der Unsterblichkeit besessen, Severus", seufzte er, "ich nehme an, Menschen sind schon lange von der Unsterblichkeit besessen."

Trotz der Wärme des Feuers lief Severus ein Schauer über den Rücken.

"Einige haben mit Hilfe von Alchemie nach ewigem Leben gesucht - Nicholas Flamel soll sogar erfolgreich gewesen sein." Bourne seufzte erneut, und die Falten auf seinem Gesicht schienen sich im Schatten des Feuerscheins noch zu vertiefen, "Andere haben es mit Zaubertränken versucht, manche durch das Trinken von Einhornblut, wieder andere gingen einen Pakt mit dem Tod selbst ein - sieh mich nicht so an Severus, gerade du solltest wissen, dass hinter allen Kindergeschichten ein Bisschen Wahrheit steckt."

Severus drehte sein Brandyglas wieder in der Hand und bemerkte ein bisschen Molchblut, das unter seinen Fingernägeln klebte.

"Aber nur die dunkelsten Zauberer haben die Unsterblichkeit durch Horkruxe gesucht."

The Paradox of UsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt