Dezember, 1997
"Du vertraust einem Todesser? Hermine hörst du dich überhaupt reden? Denkst du wirklich, du bedeutest ihm irgendwas? Eine muggelgeborene Hexe? Weißt du, was Menschen wie er mit dir machen würden, wenn du zu ihm gehen würdest?"
"Wie könnte ich das nicht wissen, Harry? Ich erlebe es, seit ich zwölf bin. Aber Severus -"
"Severus hat in den letzten fünf Jahren", unterbrach Harry sie, "Hermine Granger ins Gesicht geschaut und ihr quasi ins Gesicht gespuckt! Er hat dich gedemütigt, dich auf Schritt und Tritt beleidigt! Und jetzt glaubst du, dass das plötzlich egal ist, nur weil die korrekte Version von dir aufgetaucht ist?"
"Wie kannst du es wagen?", ihre Stimme zitterte vor Wut, "Du hast nicht das Recht, dazustehen und mich zu verurteilen, als wäre ich ein dummes kleines Mädchen, das nicht weiß, was es tut!"
"Warum benimmst du dich dann so?", schnauzte er zurück, seine Stimme erhob sich und Frustration strömte ungehindert aus ihm heraus. "Du bist der klügste Mensch, den ich kenne, Hermine! Und du benimmst dich wie eine Idiotin mit gebrochenem Herzen wegen etwas, von dem du hättest wissen müssen, dass es nie funktionieren würde!"
Die Luft zwischen ihnen war dick.
"Was auch immer zwischen dir und Snape war", fuhr Harry fort und schüttelte den Kopf, "es existiert nicht mehr."
"Es hat existiert", presste sie hervor.
Harry atmete scharf und in seinem Gesichtsausdruck lag etwas, das sie nicht ertragen konnte - etwas wie Mitleid.
"Dann geh doch zu ihm", murmelte er, die Worte wie eine Ohrfeige, grausam und endgültig.
Hermine sah rot.
"Ich könnte!", platzte sie heraus und ihr ganzer Körper zitterte. Ihre Stimme überschlug sich beinahe. "Weißt du, wie sehr ich mir wünsche, ich könnte einfach zu ihm gehen? Über eine Zukunft nachdenken, die sich nicht vollkommen unmöglich anfühlt? Dass es diesen verdammten Krieg nicht gäbe? Ich vertraue ihm Harry."
Harry sagte nichts, sein Kiefer war angespannt, seine Hände zu Fäusten geballt.
"Aber ich weiß auch, dass du es aus gutem Grund nicht tust. Und ich kann dir leider nicht sagen wieso ich ihm vertraue." Tränen brannten hinter ihren Augen.
Mit zitternden Fingern riss sie das Medaillon über ihren Kopf.
"Aber du weißt, dass du mir vertrauen kannst. Das ich mit dir gekommen bin, um all das zu beenden."
Sein Adamsapfel wippte, als er verarbeitete, was sie gesagt hatte, sein Gesichtsausdruck war ein Krieg der Gefühle - Angst, Trauer, Unglauben, etwas Rohes und Verletzliches, das er nicht zeigen wollte.
Und dann, ohne Vorwarnung, ohne zu zögern, bewegte er sich.
In einem Augenblick lagen seine Arme um sie, zogen sie an sich, als ob er sie zusammenhalten wollte, als ob auch er auseinanderfallen würde.
Dezember, 1997
Ausnahmsweise war das Glück auf seiner Seite.
Das Porträt von Phineas Nigellus Black hing noch immer im Büro des Schulleiters, und sein Gegenstück befand sich am Boden von Hermines Perlenhandtasche. Dadurch konnte Severus Bruchstücke von Informationen sammeln - genug, um zu wissen, dass sie lebte.
Als Phineas schließlich behauptete, den Aufenthaltsort des 'Granger-Mädchens' zu kennen, das ihn vom Grimmauldplatz gestohlen hatte, zögerte Severus nicht. Das war die Gelegenheit, auf die er gewartet hatte - die Chance, das Schwert zu übergeben, wie Dumbledore es angeordnet hatte.
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The Paradox of Us
Fan-FictionWas ist schlimmer als ein Severus Snape - ganz genau, zwei Der Titel Halbblut Prinz macht Hermines 6. Schuljahr alle Ehre. Als sie sich nach der Liaison von Ron und Lavender in den Gängen von Hogwarts wiederfindet führen sie diese in den Raum der W...
