November, 1998
Das Haus war genauso unheimlich gut gepflegt wie beim letzten Mal.
Ron hatte ihr erzählt, dass Luna vorgeschlagen hatte, Spinner's End als Museum zu erhalten. Sie wollte eine Biografie über den ehemaligen Schulleiter schreiben, damit die Menschen endlich mehr sahen als den Verräter, den Todesser oder den Helden.
Er dachte sich, wenn er ihr schon nicht direkt helfen konnte, so war es doch das Mindeste, ihr zu helfen, Snapes Andenken zu ehren - warum auch immer ihr das so wichtig war, war ihm immer noch ein Rätsel.
Jemand war da gewesen, um die Stiefmütterchen zu gießen, wie man an der feuchten Erde und den munteren Blüten erkennen konnte.
Wenigstens bekam Severus den Respekt, der ihm zu Lebzeiten fast immer verwehrt geblieben war.
Die schwarze Katze erhob sich anmutig, um sie zu begrüßen, sie schnurrte, als sie ihre Stirn an ihr Bein stieß.
Hermine kraulte sie flüchtig hinter den Ohren, bevor sie zur Haustür trat.
In der Luft lag der stechende Geruch von frischer Farbe und Putzmitteln, und an einem der Haken neben der Tür hing ein Mantel. Vorsichtshalber schüttelte sie ihren Zauberstab aus ihrem Ärmel in ihre Hand, während sie geräuschlos in den kleinen Raum schritt.
Eine junge Hexe mit langem, blondem Haar ließ gerade Bücher aus einigen Kisten geordnet in die Regale schweben.
Obwohl Luna ihr den Rücken zuwandte, erkannte Hermine sie sofort.
"Luna", sagte sie überrascht. "Ich wusste gar nicht, dass du heute hier bist."
Mit einem Blick über die Schulter lächelte Luna Hermine wehmütig an, während sie mit ihrem Zauberstab die Bücher in der Luft so lenkte, dass sie in den Regalen neben ihrem Ellenbogen landeten, während einige noch in der Kiste zu ihren Füßen lagen. "Manchmal, wenn ich in meinem Buch auf eine schwierige Stelle stoße und die Worte nicht mitspielen wollen, komme ich hierher, um ihm näher zu sein."
"Ich verstehe."
"Das denke ich auch."
Hermine blickte sie scharf an, verunsichert von Lunas ungewöhnlich konzentriertem Blick, der auf sie gerichtet war. Es war, gelinde gesagt, beunruhigend, und sie fragte sich, was hinter ihren kornblumenblauen Augen vor sich ging.
Sie räusperte sich und starrte auf die Reihen der kürzlich entstaubten, in Leder gebundenen Bände. "Sie haben dir keinen Ärger gemacht, oder?"
"Die Bücher? Nein, sie sind recht friedlich."
"Ich lasse dich dann mal besser weiter arbeiten..." Hermine brach ab und vergaß ihr Unbehagen, als ihr Blick auf den Titel eines bestimmten Buches fiel.
Der Hobbit stand alphabetisch geordnet zusammen mit Der Herr der Ringe im Regal, und ein kleines Stück Pergament ragte immer noch oben heraus. Ob er es vergessen oder als Andenken aufbewahrt hatte, würde sie wohl nie erfahren, aber diesen konkreten Beweis für ihre kurze gemeinsame Zeit zu sehen, erwärmte unerwartet ihr Herz und schnürte ihr die Kehle zu, als sie ihre Fingerspitzen über den Einband gleiten ließ.
Lunas Gesicht tauchte plötzlich in ihrem Blickfeld auf und ließ sie aufschrecken. Die Hexe umfasste Hermines Hand mit ihrer eigenen und zog dann den Band aus dem Regal.
"Oh, das ist ein interessantes Buch. Sieh dir das mal an." Sie schlug das Buch an einer Stelle auf, die Hermine gut kannte, und entblößte das Pergament, das noch zwischen den Seiten lag.
Nur, dass es kein Pergament war.
Es war in Wirklichkeit ein Ausschnitt aus dem Tagespropheten. Das vergilbte Papier war sauber ausgeschnitten und auf den 19. September 1986 datiert.
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The Paradox of Us
FanfictionWas ist schlimmer als ein Severus Snape - ganz genau, zwei Der Titel Halbblut Prinz macht Hermines 6. Schuljahr alle Ehre. Als sie sich nach der Liaison von Ron und Lavender in den Gängen von Hogwarts wiederfindet führen sie diese in den Raum der W...
