Kapitel 40

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April, 1997

"Herbifors", stieß Hermine heftig mit ihrem Zauberstab nach der Maus, die vor ihr über den Schreibtisch huschte.

Ein einzelnes Gänseblümchen spross aus ihrem Kopf und hüpfte durch die Luft, während die Maus im Kreis lief.

"Mine", jammerte Ron von ihrer linken Seite, "ich glaube, ich brauche Hilfe."

Vor ihm stand eine übergroße grüne Maus, die ziemlich ungehalten über ihre momentane Lage war.

"Ronald", rollte Hermine mit den Augen und schwenkte ihren Zauberstab in schnellen Kreisen, "Reparifarge".

Die Maus schrumpfte auf ihre ursprüngliche Größe und färbte sich allmählich von leuchtend grün zurück zu braun. Sie quietschte einmal und huschte über den Tisch weg von Ron.

"Jetzt kannst du es noch einmal versuchen", sagte sie und deutete auf die Maus.

"Ich glaube, sie ist schon traumatisiert genug", meldete sich Harry von rechts. Seine eigene Maus lag zusammengerollt vor ihm und schlief tief und fest, und an ihrem Körper gab es keinerlei Anzeichen von Flora.

"Wirklich", schnauzte Hermine, "das ist doch nicht so schwierig."

"Für dich vielleicht", murmelte Ron.

Hermine wagte nicht zu antworten. Sie schnappte sich ihre Maus, wobei sie darauf achtete, das Gänseblümchen nicht zu zerdrücken, und brachte sie vor die Klasse zu Professor McGonagall.

"Was hat sie denn so aufgeregt?" ,sagte Ron zu Harry und stupste mit seinem Zauberstab wild auf seine Maus.

"Keine Ahnung", antwortete Harry und versuchte den Zauberspruch noch einmal halbherzig, "sie hat schon die ganze Woche schlechte Laune."

"Wahrscheinlich macht sie sich jetzt schon wieder Gedanken um die Abschlussprüfungen." ,sagte Ron.

"Mmmm", antwortete Harry.

Der einzige andere Schüler, der seine Maus erfolgreich verwandelt hatte, war überraschenderweise Malfoy, und Hermine wartete hinter ihm an McGonagalls Schreibtisch, während sie seine Arbeit begutachtete. Hermine fand, dass seine Maus eine ziemlich schicke rosa Tulpe trug.

Malfoy selbst hingegen sah abgemagert aus, sein Haar war zu lang und fiel ihm lose über die Augen. Er sah fast wie ein anderer Mensch aus, wenn er nicht mit so viel Haargel frisiert war, dass es für die gesamte Besetzung von Grease gereicht hätte.

Hermine dachte, es hätte zu ihm gepasst, wenn er nicht so erschöpft ausgesehen hätte. Sie fragte sich, ob er gegessen - oder geschlafen - hatte. Die violetten Tränensäcke unter seinen Augen sahen wie blaue Flecken aus, und seine Hand rieb ständig über seinen linken Unterarm.

Er erinnerte Hermine an jemanden, den sie kannte.

"Schöne Tulpe", sagte sie schließlich.

"Ich weiß" , schnauzte er.

Hermine beschloss, seinen Tonfall zu ignorieren, "Du hast es wirklich geschafft, die Textur der Blütenblätter perfekt hinzubekommen. Ich glaube, meine sind noch etwas zu pelzig -"

"Granger", sagte er und rollte mit den Augen, "ist der Smalltalk wirklich nötig?"

"Ich... ich denke nicht."

Malfoy grunzte nur als Antwort.

Sein Tonfall war nicht gerade angenehm, aber Hermine konnte sich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal mit Malfoy gesprochen hatte, ohne dass er sie als 'Schlammblut' bezeichnete oder ihr irgendein anderes Schimpfwort an den Kopf warf.

The Paradox of UsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt