Mai, 1998
Severus Snapes Grabstein befand sich in einer Ecke des Londoner Zentralfriedhofs, die für namhafte Hexen und Zauberer reserviert war.
Er hätte es gehasst.
Im Gras am Fuße des weißen Steins standen frische Lilien. Sie legte einen neuen Stasiszauber auf sie, um sie noch eine Weile frisch zu halten. Ihr cremiger, nelkenartiger Duft hing in der Luft.
Neben seinem Geburts- und Sterbedatum verkündete der Stein lediglich seinen Namen:
Severus Snape
Hermine fuhr mit den Fingerspitzen darüber.
Sie berührte das Gras in der Nähe des Grabes, und als sie sich vergewissert hatte, dass es trocken war, legte sie sich hin.
Hermine schloss ihre Augen. Sie spürte, wie die Sonne ihr Gesicht wärmte, hörte das dumpfe Summen der Insekten um sie herum und roch den feuchten, erdigen Duft des Grases. Sie öffnete die Augen und drehte ihren Kopf zu dem Jungen, der neben ihr lag.
"Es tut mir so leid. Ich wünschte, ich hätte dich retten können", flüsterte sie.
"Nicht so leid wie mir", antwortete Severus trocken.
Sie lachte hohl. "Ich bin ein schrecklicher Mensch."
Er drehte seinen Kopf zu ihrem, und sie lagen nebeneinander, nur Zentimeter voneinander entfernt. Es war ein bemerkenswerter Zauber - den Toten noch ein letztes Mal begegnen zu können.
"Nein", sagte er leise. "Das bist du nicht. Es war nie deine Schuld, Hermine."
Sie drehte sich leicht um, so dass ihr Kopf an seinem lag.
"Warum besuchst du das Grab eines alten, toten Mannes?" fragte Severus. "Der Krieg ist vorbei. Ihr habt gewonnen. Dir steht die Welt offen. Du könntest alles erreichen, was du willst."
Ein kaum wahrnehmbares Schmunzeln glitt über sein Gesicht. "Du könntest sogar Zaubereiministerin werden. Ehrlich gesagt würde mich das nicht mal überraschen."
"Ich vermisse dich", antwortete Hermine wahrheitsgemäß.
Er verzog den Mund zu einem Anflug eines Grinsens. "Das wundert mich nicht, ich bin ziemlich toll.", erwiderte Severus leichthin.
Hermine konnte nicht anders, als darüber zu lachen. "Manchmal bist du aber auch ein echter Idiot."
"Warst", korrigierte Severus. "Ich war ein Idiot. Vergangenheitsform. Ich bin tot, schon vergessen?"
Hermine brach in Tränen aus. Sie spürte, wie sich eine Hand an ihre schmiegte, und sie umklammerte sie und krallte ihre Finger in seine Handfläche.
"Nicht weinen, ich wollte wahrscheinlich, dass du irgendwann mal um mich weinst. Aber eher, weil du verzweifelt in mich verliebt warst, nicht weil ich dich traurig gemacht habe", sagte Severus. "Obwohl das Letztere bei mir viel wahrscheinlicher ist", fügte er mit einem Anflug von Verärgerung hinzu.
"Verzweifelt verliebt in dich? Du bist ziemlich von dir überzeugt.", sagte Hermine und kicherte ein wenig durch ihre Tränen hindurch.
"Bin ich nicht", sagte Severus ernst. "Ich bin überhaupt nicht von mir überzeugt. Und alles, was du mir an Zeit geschenkt hast war mehr als ich verdient habe."
Hermine schloss wieder ihre Augen. "Bereust du, mich damals getroffen zu haben?", fragte sie. Sie hielt den Atem an, um sich darauf vorzubereiten, dass er es tun würde.
"Ich bereue nur eine Sache", hörte sie Severus sagen.
"Und was?" fragte Hermine.
Neben ihr bewegte er sich. Federleicht strich seine Hand über ihre Wange. Dann spürte sie den warmen Druck seiner Lippen auf ihren und das feine Kratzen seiner Bartstoppeln an ihrem Kinn.
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The Paradox of Us
FanfictionWas ist schlimmer als ein Severus Snape - ganz genau, zwei Der Titel Halbblut Prinz macht Hermines 6. Schuljahr alle Ehre. Als sie sich nach der Liaison von Ron und Lavender in den Gängen von Hogwarts wiederfindet führen sie diese in den Raum der W...
