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Raven
„Zayn, mach schneller!", sporne ich ihn an, während wir durch die Straßen New Yorks fahren und der Buchhandlung immer näher kommen. „Wir haben nur noch vier Minuten!"
„Ich kann nicht schneller! Guck dir die Scheiße doch an!", ruft er zurück und zeigt auf den stockenden Verkehr.
So wird das nichts. Wir kommen einfach nicht vom Fleck und die Buchhandlung ist noch ein Block weit weg. Ich muss mir etwas überlegen. Die Ampel will einfach nicht auf Rot springen und die Straßen sind total gefüllt. Vor lauter Euphorie und Tatendrang öffne ich die Autotür.
„Ly!", ruft Zayn entsetzt aus. „Wir stehen mitten auf der Straße!"
Ich grinse und küsse ihn auf die Wange. „Ich liebe dich, Zayn. Danke für alles, das du für mich tust. Du bist der Beste."
Er grinst zurück und nickt zur Tür. „Hol ihn dir, Hübsche."
Dann springe ich auch schon aus dem Auto und schmeiße die Tür schnell zu. Ein Auto hupt mich an, weil ich mitten auf der Straße stehe. Ich beginne zu rennen. Ich hasse Sport und vor allem joggen, aber jetzt gerade geht es nicht anders. Ich sehe auf die riesige Kirchenuhr. Noch zwei Minuten. Ich renne über den Bürgersteig, durch die Leute und bete, dass ich es rechtzeitig schaffe. Ich muss es schaffen. Für Harry, für uns, für August und Pepe, einfach für uns.
Auch wenn ich die wirkliche Wahrheit über Angie und ihn nicht kenne, weiß ich dennoch, dass ich ihn liebe und wenn ich so in ihm verloren bin, dann führt kein Weg dran vorbei. Ich muss mit ihm leben, leiden und lieben. So wie es für uns vorbestimmt war. So wie es August in Als wir unendlich waren beschrieben hat. Wie es Harry beschrieben hat.
Ich sehe schon von weiten das leuchtende Schild von der Buchhandlung und hoffe, dass ich nicht schwitze. Wenn ich um Harrys Liebe bettle, will ich ungern stinken, aber das Risiko muss ich eingehen. Ich renne weiter. Dann gucken mich die Glasscheiben der Handlung an. Eine alte Frau steht hinter den Scheiben und schiebt braune Vorhänge davor, was mir den Blick auf die Lesung verbietet. Dann schließt sie die Tür ab.
Nein.
Dreißig Sekunden später komme ich bei der Handlung an und blicke entsetzt auf die zugeschobenen Scheiben und die verschlossene Tür.
Sie sind zu.
Ich bin zu spät.
All die Hoffnung, die ich in mir hatte auf den perfekten Moment mit Harry und mir, ist gestorben. Ich hätte mich mehr beeilen müssen. Verzweifelt lehne ich mich gegen die Steinwand und würde am liebsten dagegenhämmern. Wieso konnte ich nicht pünktlich sein? Das Schicksal hat doch vorhin mit mir gesprochen, wieso muss ich es wieder versauen?
„Ravely?", ertönt eine hohe Stimme durch die Dunkelheit.
Ich blicke zu der Stimme. Und sehe sofort wieder weg. Diese Frau brauche ich gerade am Wenigsten. Wer weiß, was sie mir jetzt wieder erzählen will, dass ich gar nicht hören möchte. Sie hat genug gesagt.
„Ravely, ist alles in Ordnung?", fragt sie und kommt näher.
„Alles bestens", zische ich abwertend.
„Du hast es nicht mehr geschafft, hm?" Ihr Blick zeigt Mitleid, keine Genugtuung.
„Ja, sieht so aus. Freu dich ruhig."
Sie seufzt und sieht auf den Boden unter uns. „Es tut mir leid ..."
„Was? Dass du meine und Harrys Beziehung zerstört hast?"
„Nein", haucht sie. „Ich meine, ja. Ich bin hier, um mit dir zu reden."
„Wenn du mir jetzt wieder irgendetwas über euer Verhältnis erzählen möchtest, kannst du es dir sparen. Ich will es nicht hören."
„Das möchte ich nicht. Ich will dir die Wahrheit sagen."
Ich sehe sie jetzt an. „Ach ja? Welche Wahrheit? Deine oder seine? Ihr seid euch da anscheinend noch nich so einig."
Jetzt sieht sie mir genau in die Augen. „Ich habe einen riesigen Fehler gemacht, Ravely."
Ich sehe sie abwartend an. Ja, das hat sie. Sie hat alles zerstört.
Sie schluckt. „Und ich habe ihn im Diner erneut getan. Ich habe gelogen."
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Forever Collide 3
Fiksi Penggemar"Es ist hart ohne jemanden zu leben, der sich einst wie Zuhause anfühlte." Wird das Schicksal Raven und Harry wieder zusammenführen? Wird ihr so Etwas weiter bestehen? written by @articulair
