18. Teenager Detektive

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In zwei Stunden hatte ich Tango, aber dazwischen nichts zu tun. Also machte ich mich auf den Weg zu Lona, da ich ihr noch genaueres von Till erzählen wollte – in der Schule hatte ich keine Lust gehabt, das vor eventuellen Zuhörern zu sagen. Währendem ich zu Lonas Wohnung ging, ging ich mit dem Handy auf soziale Netzwerke und bei einem Wort, das ich las, fiel es mir beinahe aus der Hand. Beinahe wäre ich mitten auf der Strasse stehen geblieben. Das konnte kein Zufall mehr sein! Aufgeregt nahm ich das Handy näher zu mir, scrollte aufmerksam durch die Neuigkeiten und mein Mund öffnete sich immer mehr. „Drunk last night. Don't know why, but...", hat jemand unter ein Bild geschrieben und darauf war die Disco abgebildet, in der ich in meiner Sündennacht war. Ich kannte das Mädchen nicht und wusste auch nicht, warum es ihr Spass machte, Nachrichten einfach so mal auf Englisch zu schrei-ben, aber langsam wurde das unheimlich. Schnell machte ich einen Screenshot und merkte dann, dass ich schon bei Lona angekommen war – mittlerweile fand ich den Weg zu ihr im Schlaf oder eben am Handy.

Meine beste Freundin öffnete mir keine Minute nach dem Klingeln lächelnd die Tür. „Ich hab dich kommen sehen", erklärte sie auf meinen fragenden Blick hin und liess mich eintreten. Sie hatte eine grosse Wohnung im ersten Stock und als ich mich umschaute, sah ich, dass ausser ihr niemand zu Hause war.

„Deine Eltern arbeiten noch?", fragte ich sie und folgte ihr durch das schön eingerichtete Wohnzimmer in ihr Zimmer, wo wir uns aufs Bett setzten.

Lona nickte und warf einen Blick auf die Uhr. „Sie arbeiten bis sechs Uhr." Sie lächelte. „Hab nachmittags sturmfrei."

„Sonst irgendwas zu tun?" wollte ich wissen, da ich sie nicht unterbrechen wollte, aber es schien nicht so und meine Freundin verneinte. Die Schule liess im Moment locker, was mir gut passte bei all den anderen Dingen, die zurzeit passierten.

„Erzähl jetzt mal genauer, was mit Till war!"

Seufzend begann ich zu erzählen und bevor ich bei Theo ankommen konnte, rastete Lona aus, völlig aufgebracht über Tills Verhalten. Da war ich froh, dass niemand zu Hause war, sonst wäre jetzt bestimmt jemand schauen gekommen.

„Das ist echt das Allerletzte", schloss Lona mit funkelnden Augen und stemmte die Hände in die Hüften, die vom T-Shirt entblösst wurden. „Wünsch ihm, dass er mir nie begegnet!"

Ich musste fast lachen. Es war süss von ihr – und Theo – dass sie sich so für mich einsetzten. Lona und ich wussten beide, dass wir füreinander alles tun würden, denn wie sie auch, konnte ich es überhaupt nicht vertragen, wenn jemandem, den ich liebte, etwas geschah oder ein anderer auch nur die Stimme erhob. Da war ich völlig strikt: Alle, die meine Freunde nicht mochten, waren blöd und die Freunde werden verteidigt. Völlig egal, wer schuld war. „Kannst dich mit Theo zusammenschliessen", schlug ich vor und ein Mundwinkel hob sich ohne mein Zutun.

„Das werde ich!", bestätigte Lona und hob keck die Augenbrauen, aber auch sie war nicht mehr ganz so ernst. „Dass der die grad an die Wäsche will, nur, weil du ihn geküsst hast", kommentierte sie dann angeekelt und setzte sich neben mich. „Offenbar küsst du gut", fügte sie dann hinzu und grinste mich vielsagend an.

„Ich denke, ich schrie einfach nach ich bin zu haben", erwiderte ich weniger enthusiastisch. Dann fiel mir auf einmal meine Entdeckung ein und wie von der Tarantel gestochen sprang ich auf, kramte in meiner Tasche nach meinem Handy und hielt es dann Lona unter die Nase.

„Hier! Lies!", verlangte ich und zeigte ihr da Bild mit der Bildunterschrift, das mich stutzig gemacht hatte. „Das kann kein Zufall gewesen sein!"

Lona runzelte die Stirn und nahm mir das Handy aus der Hand, um es genauer zu sehen. „Wer ist sie?" Offenbar versuchte sie, das Mädchen auf dem Bild zu erkennen, aber betrunken war das Selfie nicht mehr allzu scharf.

Küsse im 2/4-TaktWo Geschichten leben. Entdecke jetzt