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Krampfhaft versuchte ich ihn zu ignorieren. In Anbetracht der Tatsache, dass er immer dann auftauchte, wenn ich alleine in meiner Wohnung war, versuchte ich mich so wenig wie möglich eben genau dort aufzuhalten. Stattdessen stürzte ich mich in die Arbeit und gönnte mir nur wenig Auszeiten. Seit dem Abend vor etwa einer Woche, war der Wolf mir täglich mehrfach erschienen, wobei ich das Gefühl hatte, dass er sich von mal zu mal mehr über mich und meine Gedanken amüsierte. Ich für meinen Teil konnte das überhaupt nicht nachvollziehen. Schließlich war er und sein Erscheinen ein klares Zeichen dafür, das ich verrückt war, wenn nicht sogar völlig durch geknallt.

"Gül?", holte mich eine Stimme zurück, die ich nach kurzer Verwirrung Ilayne zuordnen konnte. Fragend schaute ich sie an. Mir fiel natürlich sofort ihr Blick auf und ich innerlich Stöhnte ich auf. Schon wieder dieser Blick.

"Ich habe gefragt ob du was dagegen hättest, wenn ich mal grade deine Küche benutzen würde...meine ist leider irgendwie...kaputt...", stotterte sie gegen Ende des Satzes. Kaputt war eine nette Umschreibung. Die Erinnerungen an letzte Nacht waren so lustig, wenn auch erschreckend, dass es mir wirklich schwer viel nicht in lautes Gelächter auszubrechen. Normalerweise hörte man hier gar nichts, aber letzte Nacht, hatten es die zwei getrieben wie die Karnickel. Sie waren dabei so laut gewesen, dass ich alles hatte hören können. Und das die Küche "kaputt" war, konnte ich mir nur zu gut vorstellen, denn es hatte sich angehört, als wäre etwas mehr als nur das Geschirr zu Bruch gegangen. Belustigt grinste ich, doch dann kam mir ein anderer, für mich viel wichtigerer Gedanke, wenn sie in der Wohnung war, dann wäre "Es" sicher nicht da und ich könnte mich endlich mal etwas ausruhen. Sofort zog ich sie mit mir mit, viel zu verlockend war die Aussicht auf ein kleines Nickerchen.

Genervt schubste ich seinen Kopf von meinem Bauch, erntete aber nur ein bedrohliches Knurren von ihm. Erschöpft lies ich meinen Arm auf meine Augen gleiten. Das durfte doch nicht wahr sein. Obwohl Ilayne hier war, war "Es" auch da und als würde das nicht reichen musste er auch noch seinen riesigen, schweren Kopf auf meinem Bauch betten. Ich hätte heulen können. Ilayne war auch keine große Hilfe. Sie stand zwar in der Küche, warf mir aber alle paar Sekunden so einen komischen Blick zu. Es war zum ausrasten.

>Sie schaut schon wieder...<, lies "Es" mich wissen und ich hätte schwören können, das Belustigung in seiner "Stimme" mitklang.

"Ilayne, ich kann "sehen" dass du mich schon wieder so komisch anschaust," behauptete ich, immer noch auf der Couch liegend, den Blick unter meinem Arm gen Fenster gerichtet.

"Entschuldige, ich... ich mach mir nur Sorgen... du siehst so... müde aus. Kannst du nicht gut schlafen?", ich konnte genau heraus hören, dass ich sie ertappt hatte.

Ich hob den Arm etwas und schaute in die blitzenden efeu-grünen Augen des Wolfes, die nun herausfordernd Blitzten. Sofort ließ ich meinen Arm wieder sinken. "Ja, ich kann nicht schlafen. Es gibt "Sachen und Dinge", die in meinem Kopf herum schwirren, die es mir schwer machen zu schlafen."

>Ich bin keine Sache! Ich bin ein Wolf! Ein ziemlich mächtiger noch dazu.<, knurrte "das Ding" mich an und Genugtuung machte sich in mir breit.

"Wenn du Dinge und Sachen sagst, meinst du dann so was wie Erscheinungen?", völlig überrumpelt sprang ich auf und schaute sie fassungslos an. Sie lächelte mitleidig und ich wusste, dass ich nicht mehr alleine dastand.

"Wusste ich es doch...schämen solltest du dich! Sie schuftete sich den Buckel krumm und du machst es ihr noch schwerer! Ehrlich, das ist so gar nicht nett.", schimpfte sie jetzt und mir wurde plötzlich etwas klar.

"Du kannst 'Es' sehen!", flüsterte ich, kaum dass "Es" Ilayne bedrohlich angeknurrt hatte. Jetzt wusste ich auch, warum sie die ganze Zeit geschaut hatte. Sie hatte ihn gesehen!

Die andere MateWo Geschichten leben. Entdecke jetzt