•NURIE•
Ich blätterte lustlos durch mein Buch. Zum dritten Mal las ich es jetzt, aber mein Vater, Christopher Light, bestand darauf. Dem sollte man am besten nie widersprechen. Vor allem ich, seine Lieblingstochter und größte Hoffnung, musste aufpassen. Wenn ich mich nicht an die Regeln hielt, würde er sich wieder besaufen...sich die Schuld daran geben, ich wäre unerzogen...nur weil Mama mich nicht mag. Das klingt vielleicht komisch, aber immer bevorzugte sie meine Schwester, Lina. Ob ich eifersüchtig war? Niemals.
Lina war mein Ein und Alles. Ohne sie wäre ich in diesem Haus bestimmt schon gestorben. Oder schlimmeres. Mit den Gedanken an meine kleine Schwester blätterte ich lächelnd weiter. Und dann war das Buch plötzlich durch. Ich sah gelangweilt nach draußen, der Vollmond beleuchtete mein Zimmer wunderschön. Zufrieden seufzend lehnte ich mich zurück in die Kissen und wollte die Augen schließen, als ich ein Geräusch hören konnte...was war das?
Als hätte etwas gegen Glas...gegen mein Fenster gehauen. Getrommelt. Was auch immer. Ich schreckte auf und sah sich um bis mein Blick am Fenster hängen blieb. War da etwa gerade eine Gestalt? Oder ist das Einbildung?
"Oh, Nurie...du wirst verrückt.", murmelte ich leise, wobei mein Blick hin und her huschte. Man wusste ja nie, ob das Realität war... Nervös zuckte ich mit den Schultern und ließ mich wieder in die Kissen sinken.
"Einfach die Ruhe genießen..."
Während ich versuchte sich zu entspannen, nahm ich meine Umgebung nicht wahr. Der Raum wurde finster und die Möbel warfen lange gruselige Schatten. Einige Wolken hatten sich vor den Vollmond geschoben, Stille und Finsternis übernahmen das Zimmer. Ich beruhigte mich etwas und öffnete die Augen. Da war es doch schon wieder! Es war keine Einbildung... Das Geräusch ist wirklich da gewesen. Bevor ich Ordnung in meine Gedanken bringen konnte, war es wieder da. Diesmal viel schriller. Der Ton gleichte dem Geräusch, wenn man mit etwas Spitzem an Metall -oder wie jetzt Glas- kratzte. Komisch. Das flaue Gefühl in meinem Magen verstärkte sich, die Angst gewann Oberhand. Dort war irgendwas. Und es wollte mich...
Wimmernd kroch ich unter meine hübsche kleine Decke, um mich sicherer zu fühlen; erfolglos. Der Hintergedanke blieb. Dann geschah es. Meine Tür wurde abgeschlossen.
Was?
Mein kleiner naiver Kopf schnellte herum, wollte sehen was vor sich ging, wer diese Tür abgeschlossen hatte. Doch dort war....Nichts. Ein Schrei entfuhr ihr. Was...geschah hier!?
Ängstlich blickte ich zum Fenster, gerade rechtzeitig um die riesige Gestalt zu sehen, die sich dagegen warf und das Glas zum zersplittert brachte, bevor es letztendlich nachgab und zerbrach. Mit einem Knall landete das Wesen in meinem Zimmer.
Erneut schrie ich.
Was, verdammt nochmal, ging hier vor!?
Ich hatte keine Zeit mehr nachzudenken; die Gestalt kam näher. Es war unmöglich zu erkennen WAS das war. Aber eindeutig kein Mensch. Aus den Umrissen ließ sich deuten, dass es auf vier Beinen lief...ähnlich wie ein Hund. Aber viel viel größer. Viel viel viel viel größer.
Langsam, um das Vieh nicht zu verschrecken, kroch ich rückwerts aus dem Bett und wich nach hinten aus, da konnte ich auch schon die Wand hinter mir spüren.
"W...was bist du?", krächzte ich verängstigt und presste meinen Körper an die Wand. Das Wesen kam näher...und näher...Als er nach einer gefühlten Stunde vor mir stand, kam mir etwas in den Sinn. Es war ein Name.
"Shadow...", hauchte ich leise. Die Kreatur richtete sich auf de Hinterbeine. Ein lautes Knacken war zu hören. Dann stand schließlich ein großer gut gebauter Junge vor mir, der nickte.
"Ja, Nurie...", raunte er in mein Ohr. Wann war er so nah herangekommen? Ein Schaudern war nicht zu unterdrücken...diese tiefe Stimme.
"Woher weißt du meinen Namen?", fragte ich leise ohne seine Augen loszulassen, gebannt starrten wir uns an. Er kam näher...und näher...und plötzlich wusste ich alles. Blut lief meinen Hals herunter, das konnte ich spüren. Und ein Biss prägte uns. Shadow und mich. Ich spürte wie er und ich füreinander bestimmt waren. Ich wusste plötzlich von Diamond. Von dem Rudel. Von all den Werwölfen...
Dann wurde ich zum Wolf, hübsch und schlank, und rannte, sprang durch das Fenster.
Zusammen verschwanden wir in die Nacht.
Shadow und ich.
Und wir würden nie mehr wiederkommen.
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WOLFSRUF: Die Luna Der Wölfe | #PlatinAward2017
Werewolf(vorsicht: Das Buch wurde von meinem 14-Jährigen Ich geschrieben und ist teilweise fehlerhaft :,D ) Jung und genervt. Das sind die zwei Wörter, die Lina im Moment am besten beschreiben. Seit ihre Mutter gestorben ist, gehen Gerüchte um; jeden Tag sc...
