~Kapitel 49~

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Als ich meine Augen öffnete, sah ich nichts.
Die Finsternis umhüllte mich und schien mit meinem zerschundenen Körper zu verschmelzen. Sie hüllte mich ein, ergriff von mir Besitz.
Und dann wurde es hell.
Grelles Licht flutete meine Höhle, wie ich schon bald erkannte. Es erhellte meinen Sinn, ließ meine Erinnerungen zurückkehren.
"Aiden...", wisperte ich leise.
Warum hat er mich verlassen?
Was habe ich für einen Fehler gemacht?
Vorsichtig ließ ich meinen Blick durch den Raum schweifen- die Angst, Leichen meiner Rudelgefährten zu sehen, war zu groß.
Und dann erblickte ich ihn.
Ein junger Mann mit dunklem Haar und scheinbar schwarzen Augen. Sein Körper war groß, muskulös, unnahbar. Aber wer war er?
Warum lässt Aiden mich allein?
Wimmernd versuchte ich mich aufzusetzen, doch sofort machten sich neue Schmerzen bemerkbar. Feuer schien erneut in mir aufzuflammen.
Ich stöhnte vor Schmerz- es war einfach nicht auszuhalten.
"Ruhig, Kleine.", riss der Mann mich aus meinen Qualen.
"Alles wird gut, vertrau mir einfach."
Ohne meinen Mate ist gar nichts gut...
Mit seinen gefühlslosen schwarzen Augen musterte er mich, bevor er anfing zu lachen.
Es war wie Musik in meinen Ohren. Diese tiefe Stimme gewann sofort mein Vertrauen und als Belustigung in seinen Augen funkelte, hatte ich meine Angst überwunden.
Er würde mir nichts tun, niemals.
Aber warum ist Aiden weg?
"Warum lachst du?", presste ich hervor. Jedes Wort schmerzte höllisch.
"Du jämmerliches Häufchen Elend tust so, als hättest du eine Wahl. Dabei entscheide ich, ob du überleben darfst."
Entsetzt sog ich die Luft ein und musste sofort wieder husten.
Ohne Aiden habe ich kein Leben verdient.
"Was!?"
"Dein Rudel ist weg. Mit deinem Möchtegern-Mate."
Aiden...nein...
Mein Gegenüber grinste schadenfroh.
"Hast wohl nie Glück, oder?"
Warum, Aiden...
Heiße Tränen stiegen mir in die Augen, so heiß wie das wütende Feuer in mir. Mein Herz brannte zweifellos.
Warum hast du mich verlassen?
"Und wer bist du?", flüsterte ich, zwang meine Glieder dazu, sich zu bewegen und erhob mich schwankend.
"Was willst du von einem dummen Mädchen wie mir!?"
Was habe ich dir getan, Aiden?
Wut pulsierte in meinen Adern, von Schwäche war keine Rede mehr. Dabei war mir genau klar: Wenn ich an mir runterschauen würde, könnte ich zerfetzte Haut und Kleidung sehen, Fleischwunden und viel viel Blut.
"Ich will mich um dich kümmern."
Binnen eines Herzschlages stand er vor mir, blickte zu mir runter.
"Um dich und um dein Kind."

WOLFSRUF: Die Luna Der Wölfe | #PlatinAward2017Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt