Eine Menge aus verschiedenfarbigen Wölfen kroch durch das Unterholz, strömten durch die Tiefen ihres Waldes. Sie liefen tief geduckt, sodass ihr Bauchfell den Waldboden streifte und ihre Schultern kreisten geschmeidig bei jedem Schritt. Sie alle folgten einer hübschen schlanken Wölfin, die sich geschickter und etwas erhobener als die anderen bewegte. Ihre Luna war wahrhaftig eine der schönsten Wölfinnen, die man sich vorstellen könnte. Ihr glänzendes Fell schimmerte im Mondlicht und selbst die kleinen Moosfetzen, die sich darin verfangen hatten, trübten die Anmut der wundersamen Gestalt nicht. Bei jedem Schritt konnte man ihren Rang mühelos erkennen; zweifellos war sie die Anführerin der riesigen Horde von mehreren Dutzenden von Wölfen, die ihr mit einem freudigen Glänzen in den Augen folgten. Mit einem kaum bemerkbaren Kommando -einem kurzen Ohrenzucken- teilte sich die Angriffsflotte und die Wölfe strömten in zwei Gruppen um eine Lichtung. Wolf um Wolf umringten sie das fremde Lager, das schon bald Geschichte sein würde.
Der eisige Blick der Luna bohrte sich in den Alpha des Gegnerrudels. Ihr Schweif zuckte leicht nach links; sofort duckte sich die linke Gruppe und schlich langsam los. Die Luna verharrte so.
Langsam schritten sie voran und mit einem weitern Schweifzucken nach rechts rückte auch die rechte Gruppe vor. Die Bewegungen waren von unglaublicher Harmonie und ruhiger Verständlichkeit unter den Rudelmitgliedern. Alle waren sich einig: Dieses Rudel würden sie stürzen.
Ein Blick nach links, noch einer nach rechts und die Luna hob ihren schlanken Kopf zum Himmel, um ein lautes Kriegsgeheul zu rufen.
"Angriff, Rudel!", jaulte Luna. Von beiden Seiten preschten ihre Wölfe auf die Lichtung und warfen sich den Feinden entgegen, die natürlich keine Chance hatten.
Luna selbst krach in den Alpha des Rudels und verbiss sich in seinem Hinterbein. Sie drückte fest zu, genoss das metallisch salzige Blut, das in ihr Maul strömte, und wartete bis es knackte. Das Bein des Alphas war gebrochen, doch dieses Manöver verlieh dem Anführer einen mächtigen Schub.
Aggressiv riss er sich los und warf Luna um, die keine Wahl hatte als so gut es ging mit den Hinterbeinen nach seinem Bauch zu treten.
"Geh runter!", jaulte sie verzweifelt und stemmte alle vier Pfoten gegen seinen breiten Brustkorb. Der Alpha war um einiges größer als sie; er war gigantisch.
Keuchend probierte die kleinere Anführerin es weiter und als sie merkte, dass es einen einfacheren weg gab, machte sie schlapp und sackte zu Boden.
Der Alpha schnupperte an ihr bevor er erhobenen Hauptes von ihr stieg und sich umschaute.
Ein fataler Fehler.
Sofort sprang Luna auf und krachte in sein Hinterteil, riss ihm das Fleisch raus und schwang sich auf seinen Rücken. Er schrie überrascht auf und brach zusammen, als sie seine Kehle erreicht hatte und kräftig zubiss.
Der Alpha war tot.
Mit einem biestigen Lächeln sprang Luna von ihm runter. Ihre hübsche Schnauze war von seinem Blut getränkt und auch ihr Fell hatte einige Blutflecken. Sie sah wahrhaftig wie eine Kriegerin -wie eine erbarmungslose Blutkriegerin- aus.
Derweil war das Gegnerrudel am Ende ihrer Kräfte. Viele lagen auf dem Boden und einzig das Zucken ihrer zerfetzten Beine zeigte, dass sie am Leben waren.
Die Anführerin hob die Schnauze zu einem lauten Siegesgeheul.
"Wölfe, versammelt euch!", heulte sie laut und alle Tiere krochen zu ihr. Selbst die besiegten Wölfe kamen, denn wenn sie Glück hatten, würde Luna sie aufnehmen.
"Wir haben gewonnen.", knurrte Letztere und ließ ihren Blick durch die Menge schweifen.
"Euer Rudel wurde erobert, jeder von euch gehört nun zu uns. Zunächst werdet ihr ranglose Krieger sein, aber wartet nur ab. Schon bald könnt ihr euch einen besseren Rang erkämpfen."
Sie nickte zufrieden als die Wölfe mit vor Freude funkelnden Augen aufsprangen, um ihr zu folgen.
Ab heute war ihr Rudel beinahe doppelt so groß.
Sie schloss die Augen.
Ob Lucifer wohl stolz auf sie war?
Sofort schüttelte die Wölfin den Kopf. An ihn durfte sie nicht denken- nie mehr.
Sie drehte sich um und trat neben ihren Gefährten. Zusammen machten Aiden und sie sich auf den Weg. Das große Rudel folgte ihnen.
Von heute an würde alles anders sein, das wusste Luna, aber sie hatte noch Aufgaben zu erfüllen, die nicht auf sich warten ließen. Aufgaben, die sie so schnell wie es nur ging erfüllen musste.
Allein.
Aber es war ihr recht. Sie hatte ihr Rudel und das war das Beste, was ihr hätte passieren können.
Also schritt sie weiter mit ihrem Gefährten und ihrem Rudel.
In die neue Zukunft.
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WOLFSRUF: Die Luna Der Wölfe | #PlatinAward2017
Werewolf(vorsicht: Das Buch wurde von meinem 14-Jährigen Ich geschrieben und ist teilweise fehlerhaft :,D ) Jung und genervt. Das sind die zwei Wörter, die Lina im Moment am besten beschreiben. Seit ihre Mutter gestorben ist, gehen Gerüchte um; jeden Tag sc...
