Luna
Aufmerksam ließ ich meinen Blick durch die Senke schweifen. Die Wölfe schliefen seelenruhig, das leise Atmen und Geschnarche war zu hören, von meiner Schwester jedoch kein Zeichen. Wo blieb sie nur?
Unruhig stand ich auf, nur um aufmerksam im Lager hin -und her zu tigern. Irgendwas stimme nicht. Irgendwas war hier auf jeden Fall falsch. Nur was?
Das Rudel konnte nicht unbeaufsichtigt bleiben, außerdem wollte ich keinen Wegen und Nurie sollte die Chance haben, ihre Treue zu beweisen.
Wenn sie dazu nicht in der Lage wäre, wüsste ich nicht, was ich tun müsste.
Verbannen?
Bestrafen?
Jetzt, wo alle so ruhig waren und die Stille sich wie eine dicke Wolkenschicht ausbreitete, machte ich mir Sorgen. Niemals konnte jemand so Unerfahrenes ein Rudel anführen. Vor allem nicht mit so großen Plänen, wie ich sie hatte.
Jeder Schritt müsste sicher gewählt sein; jede Überlegung mehrmals durchdacht.
Ich hob den Kopf energisch, als ich Schritte hörte, doch als ich merkte, dass es Teufel war, entspannte ich mich wieder.
"Hallo", murmelte ich leise.
Er kam wortlos näher und stelle sich hinter mich, ein lautes Knacken war zu vernehmen, bevor er sich in Menschengestalt aufrichtete. Ich tat es ihm gleich, drehte mich zu ihm um und legte den Kopf in den Nacken, um ihn ansehen zu können.
Teufel legte seine starken Arme um mich, ich legte meine um seinen Nacken. Er zog mich quälend langsam näher, weshalb ich mich auf die Zehenspitzen stellte und ihn innig küsste. Natürlich erwiderte er.
"Warum machst du dir Sorgen?", raunte er mir danach leise ins Ohr.
Eine leichte Gänsehaut bildete sich auf meiner Haut und mir wurde mulmig, pures Adrenalin durchströmte mich.
Mit einem breiten Grinsen -die Sorgen erfolgreich verdrängt- hing ich mich an ihn und schlang meine Beine um seine Hüfte, damit er mich sanft näher ziehen und leidenschaftlicher küssen konnte. Zufrieden schloss ich die Augen, Teufel fuhr mit seinen Lippen meinen Hals entlang und verweilte an einer Stelle.
Ich zischte schmerzerfüllt auf, als er anfing zu saugen, zunächst vorsichtig, dann immer leidenschaftlicher. Als er sein Werl vollendet war, entfernte ich langsam eine Hand von seinem Rückem, um sie an den Knutschfleck zu lecken.
Das tat verdammt weh.
Ich schloss verkrampft die Augen, bis Teufel langsam anfing zu reden.
"Jetzt weiß jeder, dass du mein bist...", raunte er aggressiv und bewegte sich vorwärts, woraufhin ich einen Baum an meinem Rücken spürte.
Mein Mate drücke mich dagegen und strich mir sanft ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht, wollte sich scheinbar jeden Moment über mich her machen, die Augen dunkel und groß vor Verlangen, als plötzlich ein Geräusch direkt hinter ihm im Wald erklang.
Ein leises Rascheln, dann stand meine Schwester vor mir.
"Nurie...", keuchte ich und wurde rot, wollte mich so schnell wie möglich, von Teufels festem Griff befreien, doch er ließ mich nur langsam und widerwillig zu Boden gleiten.
Ich warf ihm noch einen teils wütenden und teils liebevollen Blick zu, dann drehte ich mich zu dem anderen Mädchen um.
Sie sah mich stumm an und drukste herum.
Was war denn los?
Fühlte sie sich unwohl, weil sie mich und Teufel...unterbrochen hatte?
"Nurie, sprich. Wo hast du Diamonds Leiche entsorgt.", fragte ich sie streng.
"Ich..ähm..." Meine Schwester bekam einfach keine richtige Antwort zustande, also ging ich drohend einen Schritt auf sie zu; und es half.
"Ich habe ihre Leiche in den Fluss geworfen", presste sie gezwungen hervor, drehte sich um und verschwand hinter dem nächsten Dornenstrauch.
Diesen Wölfen würde ich noch Respekt beibringen müssen.
Entweder auf die weiche Art...oder auf die harte.
Diamond
Völlig fertig richtete ich mich so gut es ging auf, eine leichte Brise pustete mir frische Luft ins Gesicht.
Ich zog eine Grimasse - so gut es als Wolf eben ging- bevor ich mich auf den Weg machte.
Dieses Mal hatte ich den Kampf zwar verloren, aber es war noch nichts vorbei.
Es würde nie vorbei sein.
Während ich den Gedanken mehrmas im Kopf überdachte, schien es, als kämen mir weitere Sätze in den Sinn.
Sätze, die aus dem Nichts auftauchten und eine wichtige Bedeutung zu haben schienen....
Hüte dich, mein Kind.
Es gibt viele Feinde die dich auf dem Weg begleiten werden,
Doch niemand sollte einfach so sterben,
Drum handle weise, mein Kind.
Ansonsten wird dich dein Schicksal zerbersten,
Doch vergiss nie, die alleinige Zeit ist am schwersten,
Drum hüte dich, mein Kind!
Mit diesen Wörtern schwankte ich weiter, immer weiter, auf das gleißende Licht zu, welches mir entgegenstrahlte.
"Ich komme...", krächzte ich mit angeschlagener Stimme....
Und verschwand in der leuchtenden Hölle.
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WOLFSRUF: Die Luna Der Wölfe | #PlatinAward2017
Werewolf(vorsicht: Das Buch wurde von meinem 14-Jährigen Ich geschrieben und ist teilweise fehlerhaft :,D ) Jung und genervt. Das sind die zwei Wörter, die Lina im Moment am besten beschreiben. Seit ihre Mutter gestorben ist, gehen Gerüchte um; jeden Tag sc...
