Es war unmöglich zu wissen, wie viele Tage vergangen waren.
Möglicherweise waren es auch Wochen.
Luna konnte nicht mehr; sie war mit ihren Kräften am Ende. Ihre Rippen waren deutlich zu essen, die Arme und Beine dürr. Niemand hatte ihr in dieser scheinbar unendlich langen Zeit Nahrung gebracht. Nur etwas Wasser befand sich unter dem Bett in kleinen Kanistern, aber auch das hatte sich vor einem Tag zum Ende geneigt.
Sie würde einen elenden Tod sterben.
Verhungern.
Verdursten.
Alleine.
Womit hatte das Mädchen das alles verdient? Heute war ihr Geburtstag, doch sie wusste beim besten Willen nicht wie alt sie wurde. Der Kopf war leer, die Augen trüb, der Willem tot.
Wie viel würde die Werwölfin geben, um wieder bei dem Rudel sein zu können. Bei Jacky. Oder bei Jacob.
Aber weg von diesem schrecklichen Ort.
Was auch immer Jacob vorhatte, ihr Willen war gebrochen. Der letzte Rest der Hoffnung zerann erbärmlich schnell. Eigentlich konnte niemand eine so lange Zeit ohne Nahrung aushalten, aber die unnatürlichen Mächte schienen hier eine große Rolle gespielt zu haben. Jedenfalls lebte sie...noch. Zu kraftlos, um aufzustehen, starrte sie in die leere Dunkelheit. Das Weinen war unmöglich, zu oft hatte sie sich schluchzend auf dem kalten Boden wiedergefunden. Sie formte ein stummes "Hilfe..." mit den Lippen und wimmerte. Kein Ton verließ ihren Mund. Einige Wochen hatte das Mädchen nun nicht mehr gesprochen, es war nicht so, als würde sie es wollen. Mittlerweile waren die Dunkelheit und Stille ihre einzigen Freunde geworden.
Eines war Luna klar.
Jacob war nicht ihr Mate.
Irgendwie hatte er sie getäuscht.
Doch niemals war er ihr Mate.
Sie presste ihre trockenen Lippen aufeinander. So unwichtig war sie diesem Bastard also. Nicht einmal hatte er nach ihr gesehen. Niemand hatte das.
Sie zog ihre Knie an und leckte sich über ihre Lippen. Dann begann Luna zu singen. Warum? Das wusste niemand. Aber sie tat es.
Ihre Stimme klang nicht wie vor diesen Monaten, anfangs eher rau, schließlich weich und schön. Aber sie mochte diese Stimme nicht; also schloss sie den Mund das letzte Mal und blieb stumm.
"Was würdest du tun, wenn du von jedem verraten und belogen wurdest? Was würdest du tun, wenn sowohl die die dir nahe standen, als auch die die es nicht taten, getäuscht und in die Falle getrieben haben?"
Dann lehnte das hoffnungslose Mädchen sich zurück. Ihre Augen sahen der Dunkelheit entgegen, als ihr Sichtfeld immer eingeschränkter wurde. Ein Gefühl ließ sie nicht los. Irgendwas fehlte ihr, ihrem Sinn, ihrer Seele. Aber was schon? Nun, jetzt war es auch egal. Sie sah ihrem Tod in die Augen.
Das Mädchen schloss die Augen.
Ein großer Schmerz floss durch ihren Körper, es fühlte sich an, als würde irgendetwas sie in tausend Stücke schlagen. Dann starb sie.
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Jacky rannte durch den Wald.
"Luna!", brüllte er voller Verzweiflung, bevor er die Stimme senkte.
"Wo bist du nur?", hauchte er in die Stille. Keine Antwort.
Seitdem er Mark eine Lektion erteilt hatte und geflohen war, spürte er kein Lebenszeichen seiner Seelengefährtin. Der Junge war zum Rudel zurückgekehrt, hatte Bericht erstattet, aber niemand wusste wo die junge Luna sich aufhielt. Aber es interessierte mehr als die Hälfte nicht. Scheinbar wollte der größte Teil des Rudels keine neue -und vor allem so junge- Luna, doch das Schicksal hatte entschieden. Sie mussten sich ihm fügen! Früher oder später wird jede Prophezeiung wahr. Egal, was man tut.
Äste zerbrachen unter seinen Pranken. Vögel stoben aus den Bäumen und die anderen Waldbewohner fühlten sich auch gezwungen zu fliehen. Nirgendwo war Luna zu finden. Normalerweise konnten Mates sich gegenseitig erspüren, vor allem das Männchen das Weibchen, doch ihr Wolf schien wie weggeblasen. Lunas Wolf antwortete nicht, reagierte nicht; nichts.
Seine Mate hätte ebenso gut Tod sein können.
Als er an eine Lichtung kam, machte er Halt um das Spiegelbild zu betrachten. Sein Blick verfinsterte sich.
"Ich werde dich finden, Luna.", knurrte er entschlossen.
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WOLFSRUF: Die Luna Der Wölfe | #PlatinAward2017
Werewolf(vorsicht: Das Buch wurde von meinem 14-Jährigen Ich geschrieben und ist teilweise fehlerhaft :,D ) Jung und genervt. Das sind die zwei Wörter, die Lina im Moment am besten beschreiben. Seit ihre Mutter gestorben ist, gehen Gerüchte um; jeden Tag sc...
