"Aiden, nein!", kreischte Luna und spürte wie ihr Körper von unterdrückten Schluchzern zu beben begann.
"Bleib hier..."
Ihre Stimme wurde immer leiser und ebbte schließlich zu einem Wimmern ab.
"Verlass mich nicht, Aiden...", wisperte sie mit glasigen Augen.
Der Vogel war längst vergessen.
Ganz als wäre es Absicht wurde der Himmel plötzlich von einem hellen Blitz erhellt. Binnen weniger Sekunden krachte es laut; Donner.
Aber es störte das verletzte Mädchen nicht. Reglos sank sie auf die Knie, richtete den Blick auf den wütenden Himmel.
Und dann konnte sie sich nicht mehr beherrschen
Später wusste Luna nicht, ob es der Schmerz um Aiden war, der sie so perplex machte, oder die Angst um ihn.
Aber eines wusste sie: Es war Schicksal.
War das nicht alles?
Man lebte doch immer, um in ein paar Jährchen wieder zu sterben.
Man wurde geboren, um diese Welt wieder zu verlassen.
Man hatte ein unbekanntes Schicksal, das so geheimnisvoll war, dass man es nicht ändern konnte.
Sie schrie los.
Beschimpfte alles, was ihr lieb und heilig war.
Alles.
"Verdammt nochmal!", kreischte sie mit schriller Stimme.
"Verdammt! Du verfluchter Himmel hast das alles doch geplant! Hast geplant, dass ich sterbe, hast geplant, dass kein Mate bei mir bleibt! Alles hast du geplant!"
Ihre Stimme wurde nicht leiser, eher schriller und schon bald überschlug der Ton sich.
"Geplant hast du alles!" brüllte sie.
"Du mochtest mich noch nie, nie hatte ich gute Karten! Und jetzt, wo alles wieder besser zu werden schien, machst du es mir einfach kaputt! Einfach so!"
Sie wurde noch lauter.
Im Nachhinein wunderte sie sich darüber, denn noch nie hatte sie jemanden so laut und wütend schreien gehört.
"Fick dich doch, du scheiss Welt!", schimpfte das gebrochene Mädchen.
"Fick dich einfach!"
Und mit den Worten brach das Chaos herein.
Ein Blitz nach dem anderen erhellte den Nachthimmel.
Der eine war greller als der andere.
Ehe sie reagieren konnte krachte es laut.
Lunas Körper brannte.
Ihre Haut brannte.
Aber ihre Seele...ja, ihre Selle brannte noch heftiger.
Das Mädchen war nicht mehr in der Lage zu weinen- zu schwach, um sich den Schluchzern hinzugeben.
Sie merkte nicht, wie ihre verkohlte Haut sich abperlte.
Sie merkte nicht, wie ihr langes Haar von dem gierigen Spiel der Natur verkürzt wurde.
Sie merkte nicht, wie alles um sie rum von tobenden Flammen erhellt wurde.
Sie merkte nicht, wie ihre Heimat Stück für Stück zerbrach.
Aber keiner suchte die Luna.
Ob sie den anderen wohl nicht so wichtig war, wie sie immer taten?
Oder waren alle tot?
Es interessierte sie nicht.
Nichts interessierte sie noch.
Ein lautes Knarzen riss sie brutal aus den Gedanken und schon fiel der riesige Baum, an dem sie noch eben gelehnt hatte, einfach knapp neben ihr um.
Es interessierte sie nicht.
Das Feuer war völlig außer Kontrolle und nahm die Lichtung auseinander. Noch mehr Bäume fanden ihr Hände.
Die Flammen tobten so hell, dass selbst ihre Augen zu brennen schienen.
Aber vielleicht taten sie das ja auch?
Luna spürte keines ihrer Körperteile mehr.
Sie konnte sich nicht bewegen, kein bisschen.
Selbst das Gehirn der sonst so klugen Anführerin schien einfach Halt gemacht zu haben.
Doch es interessierte sie nicht.
Die Welt, so wie sie kannte, wurde zerstört und Luna lag gebrochen und abgelehnt auf dem Boden inmitten von Flammen.
Ihr Augenlicht verließ sie immer mehr, doch sie konnte den Blick nicht von dem Feuer wenden.
Sie konnte es einfach nicht.
Und das sollte wohl ihr Ende bedeuten.
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WOLFSRUF: Die Luna Der Wölfe | #PlatinAward2017
Manusia Serigala(vorsicht: Das Buch wurde von meinem 14-Jährigen Ich geschrieben und ist teilweise fehlerhaft :,D ) Jung und genervt. Das sind die zwei Wörter, die Lina im Moment am besten beschreiben. Seit ihre Mutter gestorben ist, gehen Gerüchte um; jeden Tag sc...
