~Kapitel 26~

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Ich hatte versagt.

Verdammt nochmal, einfach versagt!

Ich hatte gegen diese übergroße Katze versagt!

Und nun spürte ich diese bekannte Dunkelheit, die sich von meinem Inneren bemerkbar machte. Diese Dunkelheit, die sich in letzter Zeit immer mehr von meinem Körper stahl, mich zu seinem Eigen machte.
Aber es war okay.
Und mir? Mir war es vollkommen egal.
Denn ich war tot.
Das war ich schon, als meine Schwester weg war, als alles sich zum Bösen gewendet hat, als mein Dad ein verficktes Arschloch wurde und meine Mutter tötete.
Mein Wille war weg.
Aber diese Dunkelheit... sie gab mir etwas, was mir lange gefehlt hatte...
Stärke, Mut und Arroganz.
Sie gab mir das, wofür ich andere beneidet hatte.

Aber jetzt war ich ein Teil dieser eigentlich schlechten Eigenschaften; und sie waren ein Teil von mir.

Schwerelos, schwereloser als eine Feder, langsam, langsamer als eine Schnecke, elend, elender als die Welt, bewegte ich mich in der Dunkelheit.
Obwohl...?
Bewegte ich mich wirklich?
Oder war das alles mal wieder ein Schein, der kurz davor war, mich zu trügen?
Oder vielleicht doch nur Einbildung?

Mir war durchaus klar, dass ich kurz vor dem Tod war, aber ich würde nicht so schnell aufgeben, weshalb ich meine Augen dazu brachte sich zu klären, nur um dann all meine Kraft zu sammeln, mich aufzuraffen und plötzlich mit voll aktivierten Sinnen vor Diamond zu stehen.

Irgendwas war anders...
Irgendwas war verschieden...
Irgendwas hatte ich geändert...

Meine Größe.
Meine Gutherzigkeit.
Meine Wärme.
Mein Schmerzempfinden.

Es tat so gut, so unendlich gut. Das Element erfüllte meinen Körper, die Dunkelheit benebelte meine Gedanken.

Perfekt.

"Ich bin bereit, Diamond.", knurrte ich der Schnepfe ins Gesicht bevor ich mich auf sie stürzte und ihr ebenso Narben verpasste, wobei ich die starken Schmerzen, die jede Stelle meines Körpers bedeckten, zu ignorieren versuchte.

Die Wölfe um mich herum waren entsetzt. Stille. Überall. Nur das laute Gekläffe, Geknurre und Gejaule durchbrach die eiserne Ruhe.

Stunden vergingen, die Nacht brach vollends hinein und verging wieder, die schwachen Sonnenstrahlen schienen durch die Wälder.
Und ich stand über Diamond, die auf der Seite lag, eine Pfote auf ihren bebenden Brustkorb gesenkt.

Gewonnen.

Die Dunkelheit fiel über mein Herz her und die Schwärze sog alles in mir auf, ich blickte durch die Runde.

Mein Blick ruhte schließlich auf meinem nächsten Opfer.

Jacky.

WOLFSRUF: Die Luna Der Wölfe | #PlatinAward2017Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt