Als ich meine Augen öffnete, sah ich nichts. Es war schwer, sich an diese Dunkelheit zu gewöhnen, aber irgendwann konnte ich die Umrisse der Bäume um mich herum erkennen.
Ich richtete mich vorsichtig auf, doch sofort brach ich wieder zusammen. Große Schmerzen breiteten sich aus, durchstachen meinen Körper wie dornen; scheinbar war der Sturz aus dem Fenster nicht gerade konsequenzenlos gewesen. Dennoch probierte ich das Ganze erneut. Es funktionierte.
Vorsichtig raffte ich mich auf und fand mich letztendlich schwankend auf den Beinen wieder. Mein Arm tat höllisch weh, mein Hintern hatte scheinbar Prellungen abbekommen und von Schürfwunden schien ich auch nicht verschont geblieben zu sein. Einen Schritt nach dem anderen, vorsichtig und vor Schmerzen zischend, bewegte ich mich auf die Bäume zu, die hoch vor mir aufragten. Wenn ich im Wald wäre, könnte ich mich besser schützen, als unter freiem Himmel. Hoffentlich. Meine Kräfte waren wieder da. Was auch immer diese herzlosen Miststücke von Vampiren vor hatten, MICH würde keiner so schnell zum Fall bringen.
Also passt auf, Vampire.
Luna Lights, die Anführerin des Wildrudels ist wieder da.
Und ihre Rache wird schwer sein, oh ja!
Mit einem angenehmen Bauchgefühl ging ich weiter, meine Schmerzen hatte ich vergessen...
Bis ich plötzlich einen großen Wolf vor mir aufragen sah. Seine Augen waren groß und dunkel, genauso wie sein muskulöser Körper. Er kam mir irgendwie bekannt vor... doch woher?
Ich wich sofort zurück und sank erneut auf die Knie, senkte den Kopf, um den Boden zu betrachten.
Der Werwolf sollte wissen, dass ich unterwürfig war. Auch wenn ich bald die Anführerin des Rudels sein würde, der hier war einen Nummer zu hoch; eine andere Liga, konnte man schon sagen.
Mein Kopf schien wieder einmal zu platzen, alle Schmerzen brachen über mich herein.
Was machte dieses Ungetüm mit mir!?
"W-wer bist du?", brachte ich so leise über die Lippen und hoffte einfach, dass er dieses leise Gekrächze verstanden hatte.
Scheinbar schon.
"Du kennst mich, junge Luna.", erwiderte er knurrend. "Schon damals sagte ich dir, du sollst dich von mir fernhalten. Nur warst du da nicht in meinem festen Territorium, sondern in dem meiner Mate."
Was?
Mein Kopf brauchte einige Zeit, bis er diese vielen Informationen verdauen konnte. Was für ein dummes Kind ich damals doch war.
"Teufel...Du bist es! Der gefürchtete Teufel, Einzelgänger des Nordens...", wisperte ich, bevor ich aufstand und sämtliche Kräfte zusammenraffte. JA!
Meine Haare stellen sich auf, ich sank auf alle Viere und krümmte mich. Das Knacken vieler Knochen war zu hören.
"Verrostet, Kleine!?", zischte er halb belustigt, halb angeekelt.
Dann stand ich in meiner ganzen Werwolfsform vor ihm. Mein Fell leuchtete sauber im Licht der Abenddämmerung. Die Schatten der Bäume zeichneten sich auf mir ab. Irgendwie war meine Angst verschwunden, ein unglaubliches Selbstbewusstsein überkam mich, ich hob den Kopf eingebildet und sah ihn seriös an, ein überlegenes wölfisches Grinsen war an meinen Lefzen zu erkennen.
"Eine Luna ist niemals verrostet.", antwortete ich sicher ohne mit der Wimper zu zucken, obwohl mein Gegenüber um einiges größer war, seine Schulter war ungefähr zwei Meter hoch, meine 1,70. Deutlicher Unterschied.
Teufel strich um mich herum, sein dunkles Fell berührte meines, sein Atem war an meinem Nackenfell zu spüren.
"Das werden wir sehen, Schönheit. Was für ein Glück du nur hast, dass ich eine Mate habe. Auch wenn sie um einiges hässli-", begann er, aber ich unterbrach ihn scharf während ich mich schnell zu ihm drehte, ihn durch die plötzliche Geste umwarf und über ihm stand.
"Diamond. Ist. Die. Schönste. Wölfin. Der. Welt. Hast du verstanden, Spatzenhirn!?"
Wow.
War das meine Stimme? Sie klang so viel erwachsener. Ich mochte sie nicht. Ich würde sie nur wenn nötig einsetzen, beschloss ich, aber jetzt war es auf jeden Fall nötig!
Er drehte den Spieß um.
Ich fand mich unter ihm wieder, sein Geifer tropfte auf meinen Körper, ich rümpfte angewidert die Nase.
"Pack mich nicht an, du ekelhafter Pedophiler!"
Ein lautes, tiefes Kläffen entwich mir, er wich zurück als hätte ich ihn geschlagen.
Sein Jaulen durchbrach einige Sekunden später die Stille, die mittlerweile entstanden war.
Winselnd presste er seinen Schwanz an die Flanke und drückte sich angespannt an den Boden.
"Verschone mich, Luna!", winselte er mit für seine Verhältnisse hoher Stimme.
Was...!?
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WOLFSRUF: Die Luna Der Wölfe | #PlatinAward2017
Lupi mannari(vorsicht: Das Buch wurde von meinem 14-Jährigen Ich geschrieben und ist teilweise fehlerhaft :,D ) Jung und genervt. Das sind die zwei Wörter, die Lina im Moment am besten beschreiben. Seit ihre Mutter gestorben ist, gehen Gerüchte um; jeden Tag sc...
