•ZURÜCK BEI LUNA•
Luna rannte aus der Tür, floh vor dem verrückten Mann.
Und damals wusste sie noch nicht, dass alle Versuche zwecklos waren. Der Meister würde sie alle finden.
Aber woher hätte sie das auch ahnen sollen?
Genau, gar nicht.
Erschöpft keuchend lehnte sie sich im Wald an einen Baum. Sie kannte diese Umgebung nicht. Alles war ihr unbekannt. Wie sollte sie nur zurückfinden?
Zu müde, um ihren Kopf anzustrengen, stolperte sie wieder los. Tiefer in den Wald, tiefer in die Falle...
Während sie alle Muskeln anspannte, um nicht zusammenzuklappen, wurde ihr Sichtfeld immer weiter eingedämmert.
Und dann...sah sie schwarz.
Voller Panik versuchte das Mädchen aufzustehen, wobei sie plötzlich eine Hand spürte, die sich sanft um ihren Arm legte. Sofort wurde sie ruhiger, nur ein Wimmern entfuhr ihr. Luna schloss die Augen und ließ sich im Brautstyle hochheben. Augenblicklich fühlte sie sich sicher. Wenn sie nur sehen könnte, wer das war...
*************
"Es tut mir so unendlich leid, meine Luna", wisperte eine tiefe Stimme direkt neben dem Mädchen. Er strich ihr sanft, als wäre sie aus Glas, eine Strähne aus dem Gesicht.
"Ich hätte dich schon viel früher finden müssen..."
Langsam blinzelte sie, wartete, bis ihr Sichtfeld sich klärte und sah zwei schöne Augen vor sich, die vor Sorge und Zuneigung trieften. Aber an wen galten diese Gefühle... doch nicht etwa an...Luna selbst!?
Mit kratziger Stimme stotterte das Mädchen: "W...wer bist du? U..und w..was möchtest d..du von m..mir?"
Als der Junge sich über die spitzen Zähne leckte, fiel es ihr auf. Der ganze Raum war von einem starken Wolfsduft erfüllt. Mit normalen Augen sah man nur die roten wände und den mit schwarzem Teppich ausgelegten Boden, doch ihre empfindliche Nase witterte deutlich diesen intensiven Geruch ihresgleichen.
"Ich bin Jacob. Und ich möchte, dass du meine Mate wirst!", raunte Jacob, während er sich noch weiter vorbeugte und ihr leicht mit der Zunge über den Hals strich. "Aber du riechst nach Wolf... Du hast bereits einen Mate...", murmelte er anschließend. Ein trauriger Unterton war unschwer herauszuhören.
Luna nickte.
Sie war benommen, und das nicht nur wegen der Erschöpfung.
Dieser Werwolf machte sie verrückt.
Das Mädchen konnte spüren, dass sie sich zu Jacky genauso hingezogen fühlte wie zu ihm.
Aber jetzt war Jacky nicht da...
Sie war alleine mit...Jacob.
Und sie empfand was für ihn.
"Ich spüre, dass wir zusammengehören...", hauchte sie kaum verständlich. "Ich weiß nicht mit wem ich es zu tun habe, aber ich liebe dich und Jacky...euch beide..."
Plötzlich wurde ihr die gesamte Luft aus den Lungen gequetscht. Jacob hatte sich über sie gelegt und sah sie intensiv an.
"Sicher?"
"Wenn du mir versprichst, ihn nicht zu töten...sicher."
Ein stechender Schmerz durchzog ihren Hals. Eine warme blutrote Flüssigkeit tropfte auf das Bettlaken, aber bevor viel entweichen konnte, leckte Jacob es auf.
Die beiden waren von nun an verbunden.
Verlangend legte er seine Lippen auf ihre, ein Kampf ihrer Zungen begann.
Lange liebkosten sie sich, bis er sich müde und zufrieden neben sie fallen ließ.
"Danke, meine Luna. Ich werde dir ein guter Alpha sein.", sagte Jacob voller Würde und legte den Arm um sie, um ihren Körper sanft an seinen zu pressen. "Auf dass wir auf ewig vereint bleiben."
Luna blieb still.
Ihr war klar, dass das Jacky nicht gefallen würde....
Lange konnte das Mädchen das Schweigen jedoch nicht aushalten.
"Du bist in Diamonds Rudel?", fragte sie leise, ja schon fast vorsichtig.
Jacob sah sie ernst an und nickte langsam.
"In der Tat....", antwortete er. "Blickst du bei dem ganzen überhaupt durch?"
Verlegen sah Luna weg, es war ja irgendwie peinlich, dass ein wildfremder merkte, wie wenig sie verstand.
"Das deute ich dann mal als ein 'nein'...", grinste er.
"Also...es gibt ein Wildrudel. Diamomd ist die Anführerin dieses Rudels. Die weibliche Anführerin wird normalerweise Luna genannt. Deshalb heißt du jetzt übrigens auch so, du sollst ihren Rang später mal übernehmen. So...wo waren wir? Achja, da Diamonds Soulmate Teufel, ein Einzelgänger, ist, ist sie die Alpha des Rudels. So wird eigentlich nur der männliche Anführer bezeichnet. Hier ist es nunmal eine Ausnahme, weil sie alleine anführt. Dann gibt es noch den zweiten Anführer, den Beta. In diesem Fall ist es Shadow. Ein Beta sollte gut mit dem Alpha klar kommen, am besten sogar zum engen Freundeskreis gehören. So...Shadows Mate ist deine Schwester, Nurie. Sie hat den Rang unter dem Beta, weil sie sich hochgekämpft hat. Danach komme ich, Jacob black. Ich gehöre also auch relativ hoch in die Rangordnung. Außerdem haben wir noch eine ganze Menge Wölfe, die du nicht kennst. Dann ist da -ziemlich niedrig im Rang- Mark. Der Freund von Sarah. Er kämpft und ist sehr aggressiv, aber wir brauchen ihn im Rudel, aufgrund seiner Kampferfahrung. Jacky, dein anderer Mate, ist auch oben im Rang. Er kämpft genauso gut wie Mark, hat aber mehr Köpfchen und den Mut sich im Rang hochzukämpfen. Verstanden?"
Verständnislos sah Luna ihn an.
Das waren wirklich viele Informationen in so kurzer Zeit. Zu viele. Aber je öfter sie seine Worte im Kopf durchging, desto besser verstand sie sie. Schließlich war sie bereit den Kopf leicht zu neigen und seinen weiteren Worten zu lauschen.
"Du fragst dich sicher, warum du dich Jacky und mir so hingezogen fühlst..?"
Luna nickte sofort.
"Eigentlich gar nicht so kompliziert. Meine Mate ist gestorben und irgendwie habe ich dich irgendwann gesehen und mich verliebt...dann hat das Schicksal uns zu Mates, beziehungsweise soulmates, gemacht. Jacky aber ist seit eurer Geburt für dich bestimmt... Du wirst dich aber nicht von mir distanzieren können, glaube mir."
Scheisse! Eine Dreiecksbeziehung, oder was!? Das konnte doch nicht wahr sein!
"Ich will hier weg!", presste Luna hervor. "Und das ist der Moment, in dem ich mich wieder frage, warum diese Vampire mich entführt haben?"
Jacobs Gesicht verdunkelte sich.
Er schüttelte den Kopf und hob sie hoch, sodass sie ihre Beine um seine Hüfte klemmen und ihre Arme um seinen Nacken schlingen musste.
"Was soll das!?"
"Die Vampire wollen das Rudel auslöschen, wenn sie dich nicht bekommen. Dein Blut ist voller Stärke und wie eine Energiequelle für sie...", raunte er in ihr Ohr während er den Kopf etwas neigte, um ihr schnell in den Hals zu beißen.
"Und von nun an sind wir offizielle Mates!", zischte er triumphierend.
Luna hatte Angst.
Sie hatte Schmerzen.
Und dann? Dann fiel sie in Ohnmacht.
Wurde von ihrer großen Liebe ins Verderben getragen.
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WOLFSRUF: Die Luna Der Wölfe | #PlatinAward2017
Werewolf(vorsicht: Das Buch wurde von meinem 14-Jährigen Ich geschrieben und ist teilweise fehlerhaft :,D ) Jung und genervt. Das sind die zwei Wörter, die Lina im Moment am besten beschreiben. Seit ihre Mutter gestorben ist, gehen Gerüchte um; jeden Tag sc...
