Das konnte niemals sein. Zuerst die Terrasse, die fertig war. Dann das Haus, das fertig war und jetzt das. Niemals. Never.
Ich blieb wie angewurzelt immer noch vor der Tür stehen. Meine Augen waren sicherlich riesig. Größer konnten sie wohl nicht mehr werden. Mein Mund hatte ich gar nicht mehr zugemacht. Meine Atmung ging komplett unregelmäßig.
Ich ließ meinen Blick durch den Eingangsflur schweifen. Das konnte einfach nicht sein, wann sollte das auch alles gemacht worden sein? Ich drückte meine Nägel in meine Handfläche, aber der Schmerz war da und ich wachte nicht auf, also war es wirklich kein Traum.
Ich hielt mit der anderen Hand Marvins Hand und ging den ersten Schritt ins Haus.
Wer hatte das alles gemacht? Und vor allem wann? Wie konnte das sein? Ich schaute in den fertigen Flur. Schaute mir die Fotos an, die von den Kleinen, von den Jungs, meinen Freunden, meinen Eltern, Marvins Eltern und Marvin und mir hier hingen. Schaute auf die Garderobe, schaute auf die weißen Wände, schaute auf die Pflanzen die hier standen. Schaute auf die liebevoll dekorierten Regale, schaute mir alles immer noch sprachlos an.
Von Marvin kam bis jetzt auch kein Ton, aber ich merkte, dass ich seine Hand ziemlich fest festhielt und lockerte meinen Griff ein wenig. Immerhin konnte der arme Kerl ja nichts dafür oder doch. Er konnte sehr wohl etwas dafür.
„Wann?", flüsterte ich und drehte mich zu ihm um.
„In den letzten Monaten war ich sehr viel hier. Alle haben die letzten Wochen geholfen. Da du in den letzten Tagen bei deinen Eltern warst, war es für uns perfekt. Aber lass uns weiter gehen. Wir sind noch lange nicht fertig.", sagte er und führte mich ins nächste Zimmer, welches unser Gästezimmer war.
Ich öffnete vorsichtig die Tür, Marvin schaltete das Licht ein und auch hier war ich sprachlos. Unmöglich, dass sie das alles in den letzten Monaten gemacht hatten, schließlich war ich Ende April noch einmal hier, aber da meine Eltern meinten, sie würde sich weiter darum kümmern, brauchte ich mich nicht hier blicken zu lassen. Und nun erwartet mich sowas. Ich konnte es immer noch nicht glauben.
Das Gästezimmer war modern eingerichtet. Ein weißes Doppelbett, dazu einen großen Kleiderschrank. Fernseher an der Wand, kleines Sideboard, Tisch mit zwei Stühlen, die an den Fenstern standen, einige Regale mit Deko. Das Zimmer war in den Farben, weiß und hellgrün gehalten. Unglaublich schön.
„Wow.", brachte ich hervor. Unfähig mehrere Wörter hintereinander zu sagen.
Er ließ mich noch einen Moment, die ganzen Eindrücke verarbeiten und zog mich leicht an der Hand und ging mit mir an die gegenüberliegende Tür.
Ich öffnete diese, weil ich langsam ziemlich neugierig war alles zu sehen. Ich freute mich auf jede weitere Tür. Am liebste würde ich Marvin jetzt schon abknutschen, aber ich wusste, dass ich das auf keinen Fall machen durfte. Immerhin waren wir nicht mehr zusammen.
Auch hier schaltete er das Licht ein und ich traute meinen Augen nicht. Wir waren im Badezimmer.
Ein moderner Waschtisch, dazu eine Eckbadewanne, eine freistehende Dusche, einen Schrank in der Ecke, dazu zwei Sitzmöglichkeiten, die Toilette, ein riesiger Spiegel, dazu verschiedene Lichtquellen, Deko, Heizung. Alles Ultra modern. Heftig.
Ich brachte immer noch keinen Satz zu Stande. Marvin beobachtete immer noch meine Reaktionen. Ließ meine Hand nie los.
„Weiter geht's.", sagte er an meinem Ohr und führte mich zur nächsten Tür, die wahrscheinlich unser Wohnzimmer mit der Küche hinter sich verbarg.
Ich schaute nochmal kurz zu Marvin, der mir leicht zunickte. Ich ließ meine Hand auf die Türklinke, atmete noch einige Mal ein und aus und öffnete sie langsam.
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Hand Kiss
Romance[Teil 3] Und das Chaos zwischen Tessa und Marvin geht weiter. Hat sie seinen Heiratsantrag angenommen? Was werden sie machen? Was ist mit dem Haus? Wie entwickeln sich die Zwillinge? Wie endet die Geschichte zwischen Marvin und Tessa? Cheek Kiss...
