Kapitel 3 - Adam
Ich hatte Recht gehabt. Am nächsten Tag drehte es sich in der Schule nur um Damian und Hope.
Es begann hauptsächlich kurz vor acht, als die meisten Schülerinnen und Schüler auf dem Gang des Schulgebäudes versammelt waren, in kleinen Grüppchen standen und sich aufgeregt unterhielten oder in ihrem Spint nach den Büchern für die folgenden Unterrichtsstunden suchten. Auch meinte Freunde standen mit mir hier im Gang und sprachen miteinander über die Party am Wochenende. Ehrlich gesagt würde ich lieber zuhause bleiben und dem Wahnsinn entkommen, aber ich hatte meinen Freunden schon versprochen, dabei zu sein.
Damian und Hope hatten den perfekten Auftritt abgeliefert, denn sie wurden von den meisten mit offenen Mündern und weit aufgerissenen Augen angestarrt, als sie das Schulgebäude gemeinsam nebeneinander betraten. Wir allerdings waren nicht verwundert darüber, da wir schon gestern miterlebt hatten, wie Damian sich für Hope eingesetzt hatte. Auch wenn der ein oder andere von uns nicht wirklich glauben konnte, dass Damian sich kein bisschen um sein Ansehen scherte. Ihm war es anscheinend egal, was all die anderen nun von ihm dachten, wenn sie ihn mit Hope gesichtet haben.
Man sah Hope bereits in der ersten Sekunde an, dass sie sich überhaupt nicht wohl in ihrer Haut fühlte, wenn sie so angestarrt wurde und im Mittelpunkt stand. Damian allerdings schien kein Problem zu haben. Ganz im Gegenteil: Er genoss diesen Auftritt, bei dem ihn jeder erstaunt anstarrte.
Meine Freunde schienen kein bisschen begeistert von den beiden zu sein, weswegen sie grimmig drein guckten und die Augen verdrehten. Als Damian allerdings noch lässig einen Arm um ihre schmalen Schultern legte, verlor Ashley fast ihre Kontrolle. Ich hörte wie sie mit ihren Zähnen knirschte und tötende Blicke den beiden zuwarf.
Dass Ashley so reagiert, hätte ich am aller wenigsten erwartet, denn sie hatte noch nie viel mit Damian zu tun gehabt. War sie vielleicht eifersüchtig? Auf Hope? Oder konnte sie ihr einfach nicht das bisschen Glück, einen guten Freund gefunden zu haben, gönnen?
»Na, hast du dir etwa Hope geschnappt?« Jonas warf Hope einen abschätzenden Blick zu und Ashley machte es ihm gleich. Die beiden trugen dieses grässliche Grinsen in ihrem Gesicht, während sie eng aneinander standen und Jonas keine Sekunde seinen Arm von Ashleys Schultern nahm. Jonas und Ashley passten ehrlich gesagt perfekt zueinander, denn sie ähnelten sich in vielen Dingen. In sehr vielen Dingen. Zum Beispiel konnten die beiden dieses hinterhältige Grinsen auf ihre Lippen auftragen und Menschen mit bloßen Worten verletzen und vor allen anderen auch bloß stellen.
Damian antwortete nichts, sondern lief stumm mit Hope an seiner Seite vorbei, weg von der Menschenmenge, die alle schon fast platzten.
Kaum waren sie außer Sichtfeld, brach das Getuschel aus. Jeder, wirklich jeder, musste seine Meinung loswerden. Man hörte lauter Kommentare, die sowohl positiv für Hope und Damian, als auch negativ waren.
Manche scherzten herum, die beiden würden bald ein Paar sein und einige Mädchen ertrugen es nicht, dass sich Damian nicht mit ihnen, aber mit, ich zitiere "einem hässlichen Freak namens Hope" seine Zeit verbrachte.
Es wurde so viel geredet und geredet, dass kein einziger wahrnahm, wie Sean die Tür der Schule aufzog und durch den Gang zum Klassenraum lief. Die Kapuze seines schwarzen Sweatshirts hing tief in seiner Stirn und sein Blick war starr auf seine Füße gerichtet, die in alten, dreckigen Turnschuhen steckten. Früher strahlte er jedes Mal dieses Selbstbewusstsein aus und dazu kam noch dieses freudige Strahlen, das seine Augen erreichte, wenn seine Schwester an seiner Seite lief. Aber seine Schultern hingen heute nur noch unten und er sah niedergeschlagen aus. Ich brauchte gar nicht sein Gesicht sehen, um erahnen zu können, dass jeglicher Schlaf von Alpträumen und Gedanken geraubt wurde.
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Adam | New Version
Teen Fiction1. Teil: Adam 2 . Teil: Hope Adam. Der arroganteste Junge der ganzen Schule. Aber auch einer der heißesten. Hope. Ein schüchternes Mädchen mit gebrochenem Herzen. Warum? - Einsamkeit und die alltäglichen Probleme in der...
