Es war ein Abend wie jeder, wenn die Philadelphia Eagles ein Spiel hatten, das im Fernsehen übertragen wurde. Nur, dass dieses Mal Scott nicht neben mir saß, um es ebenfalls anzuschauen. Stattdessen verweilte er lieber auf einer von einem Mitschüler veranstaltete Party, um sich dort mit unseren Freunden zu betrinken und sich eine in sein Schema passende Beute zu schnappen: völlig makellos und meist dümmlich.
Früher wollte Scott nie ein Footballspiel der Eagles verpassen. Ihm war es dann völlig egal, ob irgendwo eine Party veranstaltet wird oder sonst etwas war - für ihn stand das Spiel im Mittelpunkt. Scott hatte immer den Sport gewählt, aber mittlerweile schien er anderswo Prioritäten zu setzen. Er hatte sich in den letzten Wochen und Monaten sehr verändert - mich und meine anderen Freunde eingeschlossen.
Sie alle hatten nur noch Party, Sex und Alkohol im Kopf, dazu kamen noch ihre „spaßigen" Aktionen hinzu, die für sie wie ein Hobby oder ein Zeitvertreib war.
Ich hingegen wollte nicht mehr dieser Mensch sein und hatte gelernt, dass ich meinen Freunden nicht alles, was sie sagten, glauben konnte. Man muss hinter die Fassade schauen, um das wirklich Wahre zu sehen.
Je länger ich darüber nachdachte, wurde mir bewusst, dass meine Freunde und ich uns auseinander lebten. Wir hatten kaum noch Gemeinsamkeiten. Meine Freunde scheinen es nicht einmal richtig wahrzunehmen, dass ich hinter ihren dämlichen Aktionen nicht mehr dahinter stand, sondern glaubten weiterhin, dass ich diese genauso lustig fand wie sie.
Da ich das Spiel sehen wollte, schob ich diese Gedanken beiseite und widmete mich dem Fernseher, auf dessen Bildschirm das Spiel projiziert wird. Aus der Chipstüte fischte ich sogleich ein paar Chips heraus, um diese gleich darauf in den Mund zu schieben.
Die Mannschaften stellten sich gegenüber und starrten sich feindselig in die Augen. Als dann das Spiel begann, beobachtete ich konzentriert die Spielzüge der Spieler der beiden Mannschaften. In den anfänglichen Minuten geschah nichts Spektakuläres, doch dann ergriffen die Eagles die Chance, einen Touchdown zu erzielen. Wie den Zuschauern ergriff auch mich die Spannung, mein Blick fixierte den Spieler mit der Nummer 7 auf dem Trikot. Kaum hatten sie einen Touchdown erreicht, sprang ich freudig von der Sofagarnitur auf.
Nahaufnahmen des Spielers wurden gezeigt, wie er über den Platz rannte, sich von seinen Kollegen auf die Schulter klopfen ließ und den Ruhm zu genießen schien. Das Publikum - die Fans der Philadelphia Eagles - sprangen ebenfalls von ihren Plätzen auf, jubelten und kreischten, während der Kommentator in sein Mikrofon brüllend das freudige Ergebnis für die Eagles verkündete.
Augenblicklich vernahm ich ein unüberhörbares Seufzen meines Dads wahr, was sicherlich nicht seiner Arbeit gegolten hatte, sondern mir. Er hatte es noch nie verstanden und wird es auch nie verstehen, wieso mir Football so wichtig im Leben erschien.
Dessen bewusst vermisste ich es, dieses Spiel nicht mit Scott anschauen zu können. Zwar war ich nicht alleine, weil ich meine Familie um mich herum hatte, aber es war nicht das Gleiche: Sie hatten sich nie für diesen Sport interessiert - und werden es auch nie. Während ich mich mit Scott über diverse angewandte Techniken und Spielzüge unterhalten konnte, war dies mit meiner Familie schlichtweg nicht möglich.
»Könntest du das bitte leiser machen? Bei dieser Lautstärke kann sich ja keiner konzentrieren!« Dad stützte seine Ellbogen auf der Tischplatte ab und massierte sich seine Schläfen. Sein darauffolgender Blick durch seine Lesebrille, die er auf dem Nasenrücken trug, strahlte unglaubliche Strenge und nervliche Anspannung aus.
Am liebsten hätte ich mich ihm widersetzt, doch ich war mittlerweile alt genug, um genau zu wissen, dass mich dies bloß eine längere Diskussion kosten würde. Und meinen Willen würde ich dennoch nicht durchsetzen können.
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Adam | New Version
Teen Fiction1. Teil: Adam 2 . Teil: Hope Adam. Der arroganteste Junge der ganzen Schule. Aber auch einer der heißesten. Hope. Ein schüchternes Mädchen mit gebrochenem Herzen. Warum? - Einsamkeit und die alltäglichen Probleme in der...
