"Tomlinson.", nahm ich eine Stimme hinter mir zur Kenntnis und erhaschte den abrupten Launenwechsel meines Gegenübers trotz verschwommener Sicht. "Brauchst du 'ne Prügel bis du es verstehst?" Ehe ich kapierte, was hier gerade passierte, wurde ich unsanft am Oberarm gepackt, um mich vom Stuhl zu ziehen und eine Sekunde dachte ich, dass ich den Boden unter den Füßen verlieren würde während schwarze Punkte mein Augenlicht betrübten, doch spürte ich da schon das Gelände an meinem Rücken, was mir Halt gab. Ich fasste mir an die Schläfe und versuchte der Person vor mir ins Gesicht schauen zu können, was sich als schwieriger erwies als gedacht, vor allem weil derjenige mit dem Rücken zu mir stand und sich zwischen Louis und mich gedrängt hatte. Mein Herz hämmerte laut, dass selbst mein Trommelfell anfing zu vibrieren. Das Dröhnen in meinem Kopf war nahezu unerträglich als ich mich verkrampft von der Wand drückte und sah wie Louis stark gestikulierend auf die Person zwischen uns einredete. Unschlüssig merkte ich wie die Panik in mir stieg, da dieser hohe Ton in meinem Ohr alles zu übertönen schien und ich trat einen Schritt näher. Wankend berührte ich die Schulter des Typen vor mir, der sich zu mir drehte. "Alec?", säuselte ich weitläufig und erschrak als ich enormen Zorn in seinem Gesicht erkannte. Er umgriff grob mein Handgelenk, um mich näher an sich zu ziehen und ich sah wie seine Lippen sich bewegten, doch war in dem Moment alles andere als empfänglich. Meine Augen verengten sich während es schien als würde er sich immer mehr in Rage reden. Ich bemühte mich mein Gehör wiederzuerlangen und diesen temporären Tinitus loszuwerden binnen Alec mir zusprach und anscheinend gar nicht verstand, mich damit nur zu überfordern. "Warum bist du so?", entfuhr es mir lauthals, dass ich mich erschrak, da das Piepen plötzlich wie vom Erdboden verschluckt war und Alec mich entgeistert anstarrte. "Weil er ein verlogener Bastard ist.", schoss Louis zurück und stand perplex auf derweil ich meine Hand versuchte aus Alecs Griff zu lösen, weil mein Gelenk anfing zu schmerzen und ich mir sicher war, dort gleich einen Abdruck erkennen zu können. Ohne mir weiter Beachtung zu schenken, wandte Alec sich wieder zu Louis und keifte: "Wie hast du mich genannt, du Wichser?" während er automatisch von mir abließ. Ich machte Anstalten ihn etwas nach hinten zu ziehen, da ich Angst hatte, er würde gleich zuschlagen, doch dazu wäre ich nicht einmal nüchtern in der Lage gewesen. "Du hast schon richtig gehört, Alec.", entgegnete Louis und lachte sarkastisch auf. Fuchsteufelwild verringerte Alec die Distanz zu seinem Vordermann und bäumte sich mit geballten Fäusten vor diesem auf. "Du Bastard solltest mal schön den Ball flach halten.", blaffte Alec ihn kopfschüttelnd an bevor seine Stimme zum Raunen mutierte und ich unbeholfen am Rand stand und nichts verstand. "Könnt ihr nicht lieb sein?", verhaspelte ich mich, was aber nichts zur Sache tat, da keiner von beiden mir nur eines Blickes würdigte und damit beschäftigt waren, sich an die Gurgel gehen zu wollen. Das Nächste, was zu mir durchdrang war Louis, der Alec anschrie, dass ich selbst entscheiden sollte, wer zu meinem Leben gehöre und wer nicht. Ein zynisches Grinsen legte sich auf Alecs Lippen als er erwiderte, dass Louis wohl nun den Kürzeren gezogen hätte, da ich ihn hasste." Unwillkürlich öffnete sich mein Mund, um mich zu Wort zu melden und zu erläutern, dass Hass ein doch so schlechtes Wort sei und ich wohl niemanden mit diesem Begriff assoziieren würde, doch wurde ich durch ein grauenvoll lautes Klatschen von meinem Vorhaben abgehalten. Panisch kniff ich meine Augen zu und hielt mir vergeblich die Ohren zu. "Das hast du jetzt nicht gemacht.", brüllte Alec ihn an und im nächsten Moment hörte ich ein Knarzen, dicht gefolgt von einem dumpfen Aufschlag, das mich im Eifer des Gefechts dazu brachte, wieder aufzusehen. "Leute, bitte.", flüsterte ich und entdeckte Louis, der kurz nicht zu wissen schien, wie ihm geschieh, auf den Boden sitzen. Benommen atmete er tief ein als er sich mit seiner Hand abstützte. Am Liebsten wäre ich zu ihm gegangen, um ihm zu helfen sich aufzurichten, doch schien jegliche Art der Zuvorkommenheit entgegen Alecs Einstellung zu sein.
"Keiner von euch hat das Recht über ihn zu bestimmen.", wies Louis ihn zurecht und rieb sich mit der freien Hand stöhnend seinen Hinterkopf. "Und das willst du gerade sagen, was?", meckerte Alec und schaute aufmüpfig auf ihn herab. Ratlos sah ich zwischen beiden hin und her, konnte aber nicht leugen, Erleichterung zu spüren als ich bemerkte, dass Louis es noch hinbekam sich- wenn auch mühsam aufzustellen.
"Ich hab euch so satt.", beschwerte er sich ohrenzerreißend und ließ mich an meiner eigenen nach Alkohol schmeckenden Spucke verschlucken. "Irgendwann wird er euch hassen."
Unvermittelt trafen seine Augen wieder meine und sonderbarerweise empfand ich in genau diesem Augenblick keinerlei Beunruhigung oder Schwäche. In genau diesem Augenblick war es als wenn der Schmerz meines Handgelenk absent wäre. Ich überhörte selbst das aufgebrachte Schnauben von Alec. Diese zeitweilige Harmonie verschwand als mein Vordermann meine Aufmerksamkeit wieder auf sich zog, indem er sich gegen die Stirn tippte, um Louis einen Vogel zu zeigen. "In deinen Träumen.", wandte er aufgeblasen ein und fing an zu lachen. Erst da fiel mir sein angeschwollenes Auge auf und ich meine bereits ein Bluterguss um es herum sehen zu können, doch ließ sich das schlecht erschließen aufgrund der wenigen Lampen, die hier angebracht wurden.
Sprunghaft schenkte auch Alec mir daraufhin Beachtung, nachdem er mich das ganze Gespräch über ignoriert hatte. "Komm.", bekräftigte er befehlshaberisch, bevor er mich erneut grob packte und stolpernd hinter sich ins Haus zog. "Wir holen uns noch was zu saufen."
Ehe ich fragen konnte, was das alles zu bedeuten hatte, drückte er mir einen vollen Becher in die Hand derweil er sich selbst die Wodka-Flasche schnappte, aus der er einen gewaltigen Schluck nahm und sich schließlich mit dem Handrücken über den Mund wischte, um sich überschüssigen Alkohol zu entfernen.
"Fuck, Alec.", hörte ich Ashley grell lachen, die uns entdeckt und sich zu gestellt hatte, wobei auch sie nicht mehr gradlinig gehen konnte. "Was ist denn mit dir passiert?"
Zum gefühlt hundertsten Mal erschauerte ich aufgrund seines spitzen Tonfalls im Gegensatz zu Ashley, die nicht einmal mit der Wimper zuckte als er schrill krächzte, dass sie bloß ihren Mund halten sollte. Sie fing lediglich an zu glucksen als sie ihn kichernd als „Miesepeter" betitelte und im Handumdrehen auch schon wieder in der Menge verschwand.
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Remember You I Larry Stylinson
FanfictionEs ist schwer, jemanden zu vergessen, der dir so viel zum Erinnern gab. geschrieben von @ItsDizzy und @emuliert
