Auf einen Schlag verlor seine Miene an Freude und die Röte seiner Wangen erbleichte. Ich wusste nicht, inwiefern er je darüber geredet hatte, wie es zum Unfall gekommen war. Denn auch wenn ich bis zu diesem Zeitpunkt vermutet hatte, dass er sicherlich mit seiner Familie darüber gesprochen hatte, bewirkte seine Reaktion einen gegenteiligen Anschein auf mich. Er schien so überrumpelt auf die Frage, dass ich mir beinahe wünschte, ich hätte sie nicht ausgesprochen. Mir gefiel unsere nebensächliche Konversation zumindest besser- anders ausgedrückt hatte ich unser Gespräch aufgrund der Leichtigkeit und der reinen Gedankenlosigkeit mehr als genossen, ich hatte mich wohl gefühlt, mit ihm zu sprechen und neben ihm zu sitzen anders als jetzt.
Ich spürte wie sich die Übelkeit qualvoll langsam in mir breit machte als ihm die Unruhe offenbar anzusehen war und das obwohl ich ihn vorher dafür gelobt hatte, dass er nicht aus der Ruhe zu bringen war. Mir wurde warm. So verflucht warm, dass ich Angst bekam, die Hitze könnte mich umbringen. Ich dachte daran, mein Handy rauszuholen um zu googlen, ob es möglich sei an Hitze zu sterben, zwang mich jedoch mich auf meine Atmung zu konzentrieren und gleichzeitig auf ihn. Es war verrückt, aber ich hoffte inständig, er würde zumindest den Hauch eines Lächelns auf den Lippen tragen und etwas flapsiges wie "Das habe ich jetzt nicht kommen gesehen" sagen, aber er tat es nicht. Stattdessen starrte er Sekunden, die sich anfühlten wie verdammte Jahre in die Ferne ohne ein einziges Wort zu sagen.
Fast hätte ich mich entschuldigt, die Frage gestellt zu haben, hätte er weiterhin stumm auf das graue Wasser geschaut. Jedoch zuckte sein Mundwinkel, dass es aussah als würde er zittern. "Du hattest mich abgeholt.", sagte Louis leise. "Ich war eingestiegen und eigentlich war alles gut- es war alles okay, eigentlich." Auch, wenn er mich nicht ansah, wusste ich, dass er erwartete, dass ich etwas darauf erwidern würde, aber das tat und konnte ich nicht. Ich versuchte ihm irgendwie einen geduldigen Eindruck zu vermitteln, indem ich dort still saß und wartete bis er bereit war, weiterzureden, so dass eine längere Sprechpause entstand. Louis schluckte schwer als er die Augen kurz zukniff. "Wir hatten abgesprochen, wegzufahren. Wir hatten immer davon geredet, diese Stadt zu verlassen.", fügte er mit schlottriger Stimme hinzu. "Doch du warst wieder dort hingefahren. Ich hatte dich gefragt, was das denn solle und du meintest ständig, dass du nicht weg kannst. Glaub nicht, dass ich dir irgendeine Schuld zuschreibe, denn das tue ich nicht- aber du hast mir wehgetan, indem du entschieden hast, weiterzuleben wie bisher. Es tat so weh, dass ich plötzlich wütend wurde." Aufgelöst fuhr er sich über das Gesicht als er die Augen aufriss und sich gar nicht mehr traute sie zu schließen. Ich wunderte mich, ob es Bilder des Unfalls waren, die ihn vielleicht heimsuchten und mir gänzlich fehlten, was die Situation nicht weniger bedrängend machte.
"Wir hatten angefangen so furchtbar zu streiten.", sprach Louis gedämpft in seine Hand und fokussierte wieder irgendeinen Punkt in der Weite, dass es mir in der Seele wehtat.
"Weil wir uns gestritten haben, habe ich den Unfall gebaut?", hakte ich zögernd nach als Louis wisperte, dass er es mir schwer gemachte hätte, sich zu konzentrieren und ich daraufhin die Kontrolle verloren hätte.
Ich hasste mich still für meinen bedauernden Blick, die ich bei Anderen immer sah sobald sie mich erkannten. "Hast du dich auch verletzt?", entwich es mir unüberlegt. "Nichts von Bedeutung.", winkte er ab, woraufhin ich meinen Kopf schüttelte. "Hast du dich auch verletzt?", wiederholte ich nachdrücklich. Ein aufgewühltes "Ja" entkam ihm als seine Stimme sich überschlug und er japsend nach Luft schnappte.
"Ich wollte dich noch wegziehen.", stammelte Louis ohne mir weiterhin eines Blickes zu würdigen.
"Aber es war zu spät.", schlussfolgerte ich zäh. Vergeblich versuchte ich mir Louis und mich vorzustellen, wie wir dort laustark streitend im Auto saßen gefolgt von Panik in unserer beider Gesichter und Louis Versuch, mich noch im letzten Moment wegzuziehen, was mir doch ziemlich herzlos vorkam. "Weißt du, wieso es mich schlimmer getroffen hat?", wollte ich wissen und fühlte mich von Sekunde zu Sekunde nur noch liebloser.
Krächzend erklärte er, dass alle behaupten würden, dass ich noch extra nach rechts ausgewichen sei, um ihn zu retten. "Sie sagten, sonst wäre ich vermutlich noch vor Ort umgekommen."
"Oh."
Nach einer Minute der Stille, in der ich probierte Louis Geschichte vollends zu verstehen und sie zu speichern- zu verstehen, welches Verhältnis wir zueinander besaßen und wieso mein Umfeld mir versuchte zu vermitteln, dass es sich bei ihm um einen kranken Perversen handele, traf mich eine plötzlicher Impuls. Der Gedanke, dass Louis und ich vielleicht sehr gut befreundet waren, wurde immer präsenter und nahm einen immer größer werdenden Platz in meinem Kopf ein. Es war eigenartig, weil ich nicht einschätzen konnte, wie ich zu der Erkenntnis stand. Es kam mir absurd vor, in Louis früher etwas wie einen Vertrauten gesehen zu haben, gleichzeitig war da so ein familiäres Gefühl, dass ich mir kaum ausdenken konnte. Alles in einem, widersprachen sich beide Regungen, ich meine, es sollte ja nicht schwer sein, zu entscheiden. Entweder das Eine oder das Andere, aber verflucht noch mal doch nicht beides.
Ich entschuldigte mich, ihn gefragt zu haben. Louis drehte seinen Kopf so, dass er mir in die Augen sah. Sofort stritt er es ab und unterstrich, dass ich alles wissen sollte. Auch wenn ich wusste, dass es nicht seine Intention war, schwang darin ein reumütiger Unterton mit, den ich zwar willentlich annahm, mich jedoch nicht weiter zu äußerte. "Es sah aus als wenn du dich bei dem Gedanken daran nicht wirklich wohlfühlen würdest."
"Würde ich mich neben dir im Leben nicht.", widersprach Louis.
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Merry christmas, Dizz <3
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Remember You I Larry Stylinson
FanfictionEs ist schwer, jemanden zu vergessen, der dir so viel zum Erinnern gab. geschrieben von @ItsDizzy und @emuliert
