"Runter damit!!", schreit Ash und wir stoßen unsere Gläser zusammen. Ich habe aufgehört zu zählen wie viel es jetzt schon sind. In den Club zu kommen war überhaupt kein Problem gewesen, Ashton's Freund, Rick, ging einfach vor und die Türsteher fragte nicht weiter nach. Der Club ist schön eingerichtet, die roten Möbel geben dem ganzen einen edlen aber auch etwas lasziven Touch, wie es eben üblich ist.
"Lasst uns tanzen!", ruft Mackenzie und schon sieht sie mich mit sich. Ashton und Brandon folgen uns zwar, ich denke jedoch nicht, dass sie viel Tanzen werden. Das überlassen sie doch lieber uns.
"Wo ist denn Maddy!?", schreit Mackenzie in mein Ohr, während wir anfangen langsam unsere Hüften in Takt der Musik zu bewegen.
"Keine Ahnung.", erwidere ich eben so laut und bin insgeheim froh darüber. Sie und Kyle sind sofort verschwunden, und nachdem was sie mir erst heute erzählt hat will ich es gar nicht so genau wissen. Das gleiche gilt für Kim und Jayden, die ich auch schon längst aus den Augen verloren habe.
Jayden.
Bei dem Gedanken daran wie sich die beiden heute in meinem Wohnzimmer geküsst haben werde ich wütend. Ich beginne meine Hüfte schneller zu schwingen und gebe mich vollkommen der Musik hin. Mit einer Hand fahre ich mir durch meine schon viel zu langen Haare und werde dann langsamer. Ich weiß, dass es fast schon ein wenig ins Strippen driftet, was ich hier aufführe, doch es ist mir einfach egal. Der Alkohol macht mich mutig, Jayden und Kim wütend.
Eine gefährliche Mischung.
Ich weiß nicht wie lange ich mich so zur Musik bewegt habe, manchmal mit Mackenzie zusammen, was Ash ziemlich anzuturnen scheint, aber hohe Ansprüche hat er betrunken sowieso nicht. Irgendwann fällt mir auf, dass ich meine Augen geschlossen habe weshalb ich sie wieder aufmache und da entdecke ich Jayden.
Er steht abseits am Rande der Tanzfläche und seine grünen Augen liegen auf mir. Na das weiß ich doch zu nutzen. Ohne den Blick zu lösen bewege ich meinen Körper ein wenig abzüglich und fahre meine Seiten entlang, gehe ein wenig in die Knie, dann wieder nach oben. Ich hab so etwas noch nie getan, würde es nüchtern auch niemals, aber jetzt fühle ich mich einfach gut. Und frei.
Noch immer liegt Jayden's durchdringender Blick auf mir, da tanzt Mackenzie mich wieder an und ich gehe sofort darauf ein.
"Ich bin so drunk!!", ruft sie in mein Ohr und lacht.
"Ich auch!!", schreie ich zurück und beginne zu kichern. "Ich will den Sonnenaufgang sehen!", meine ich dann noch, doch da ich keine Ahnung habe wie spät es ist weiß ich auch nicht wie lange das noch dauert. Als ich meinen Blick wieder an die Stelle hafte, an der Jayden gerade noch stand, ist dieser verschwunden.
*
Ich sehe den Sonnenaufgang nicht. Wir verlassen den Club gegen halb 5 in der Früh, doch es ist Winter, die Sonne wird sich bis 7 nicht zeigen. Dafür fahren wir an einem McDonalds vorbei, fettiges Essen hilft laut Ash am besten gegen einen Kater, und ich merke wie viel Hunger ich habe als mir der Geruch in die Nase steigt. Nachdem wir alle etwas gegessen haben fährt Brandon zu mir und setzt dort Maddy und Mackenzie ab. Alle anderen dürfen anscheinend so lange ausgehen oder haben auch Sturm. Ich bin viel zu müde um mich richtig zu verabschieden und brumme nur ein Danke, dann liegen wir auch schon zu dritt in meinem Bett. Für Abschminken und umziehen bin ich zu faul, den anderen Mädels scheint es nicht anders zu gehen. Doch Maddy kann sogar jetzt noch reden.
"Oh mein Gott war das toll!", schwärmt sie. "Das müssen wir unbedingt wiederholen!", dann fallen auch ihr die Augen zu.
*
Müde schlurfe ich die Treppen hinunter. Es geht mir besser als das letzte Mal, als ich einen Kater hatte aber ich merke sehr wohl, dass ich lange nichts getrunken habe. Auf dem Tisch steht schon ein Glas und das Aspirin, es geht meinen Freundinnen scheinbar nicht anders, und dankbar schlucke ich sofort eines, erst dann suche ich die Zwei.
Fündig werde ich in der Küche, wo Maddy gerade Spiegeleier macht. Sie ist so oft hier gewesen, dass sie genau weiß wo alles zu finden ist. Auch wenn wir gestern noch alle einen Burger verdrückt haben, bei den Geruch sprühe sofort wie mein Magen zu knurren beginnt.
"Auch schon wach?", begrüßt mich meine beste Freundin belustigt und deutet zu Mackenzie. "Deine neue beste Freundin hat sich schon um 8 die Seele aus den Leib gespieben." Kopfschütteln dreht sie die Eier einmal um. "Dabei geht sie so oft aus."
Mackenzie sitzt zusammen gesunken auf einem der Sessel beim Küchentisch und blickt missmutig auf ihr noch halbvolles Glas Wasser.
"Wie könnt ihr nur jetzt an Essen denken?", fragt sie und hält sich nit einer theatralischen Geste die Nase zu.
"Wir kennen unsere Grenzen vielleicht ein wenig besser.", stellt Maddy grinsend fest und schiebt mit einen Teller hin. Dankbar fange ich zu essen an. Mackenzie sieht immer noch nicht sehr begeistert aus, dann hellt sich ihr Gesicht plötzlich auf.
"Das Tanzen gestern mit dir war sooo lustig Abi! Warum waren wir zwei noch nie zusammen aus?!", fragt sie und ich bekomme eine Gänsehaut als ich mich daran erinnere wie Jayden mir zugesehen hat.
"Sie musste lernen.", meint Maddy gleichzeitig wie ich das selbe sage. Auf das Gesicht meiner besten Freundin legt sich der Hab-ichs-dir-doch-gesagt Blick.
"Stimmt. Du bist ja so gut in der Schule.", meint Mackenzie und schüttelt den Kopf. "Wie dem auch sei ich muss gehen Mädels neuen Mutter ist sonst sauer außerdem halte ich diesen Geruch nicht mehr aus." Wir verabschieden uns von ihr und schon ist aus auch aus der Haustür raus. Maddy seufzt erleichtert, worauf hin ich sie gegens Schienbein trete.
"Was? Sie ist anstrengend.", verteidigt sich Maddy und ich beginne zu schmunzeln. Die beiden sind sich ähnlicher als Maddy zugeben will und ich weiß ganz genau, dass sie die Blondine längst mag. Ihre Art das zu zeigen ist eben eigen.
"Was machst du heute noch?", fragt Maddy mit einem Blick auf die Uhr. Schon 3. Wie lange habe ich bitte geschlafen? Aber wir sind ja auch erst um 5 ins Bett gegangen.
"Jayden kommt um 5. Wegen Bio.", brumme ich nicht sehr begeistert.
"Uhhh ein Date. Na dann gönn ihn dir.", ist was Maddy dazu einfällt. "Bestimmt. Blutegel sind so romantisch wer würde das auch nicht als erstes Date wollen?" Auf Maddys Gesicht liegt Verwirrung und Entsetzen.
"Blutegel!?", fragt sie und schüttelt sich. "Wie seid ihr denn auf das Thema gekommen?" Und so fange ich an zu erklären.
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Jayden Newborn
Teen FictionJayden Newborn. Unglaublich heiß und genauso unerreichbar für Abigail, die für ihr Alter mit Partys, Alkohol und Jungs sehr wenig am Hut hat. Aber das sollte sich dieses Jahr ändern. Schnell wieder Abi klar, dass das Teenagerleben ganz schön kompliz...
