~ Chapter Seven ~

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Chapter Seven

Die Schachtel ist schwarz. In geschwungenen goldenen Buchstaben steht Kate drauf, und hätte ich es nicht unter diesen Umständen erhalten, wäre ich jetzt aufgesprungen und hätte gekreischt, wie schön ich es fand.

Aber jetzt ist es mir egal, wie das rechteckige Ding aussieht. Mich interessiert es nicht mal, was da drin ist, mich interessiert gar nichts. In mir spüre ich eine tiefe Leere, die sich rasch ausbreitet.

Ich realisiere fast nicht, dass ich das Päckchen bereits geöffnet habe und einen kleinen Beutel mit einem draufgestickten BMW Zeichen rausnehme. Mit zitternden Händen öffne ich es und ziehe einen modernen Autoschlüssel hervor. Auch darauf prangt das BMW Logo.

"Oh Ryle...", flüstere ich und spüre, wie eine neue Welle an Tränen mich überrennt. Auf dem Schlüssel klebt ein Post-It, auf dem mit fast unleserlicher Tinte steht, wo sich das Auto dazu befindet.

Ich lasse es in meine Tasche gleiten, lehne mich an die Wand und lasse die Tränen fließen.

"Wieso?", murmele ich leise, dann wiederhole ich sie, diesmal ein wenig lauter.

"Wieso?", sage ich frustriert.

"Wieso?" Diesmal schreie ich.

Während ich unkontrolliert weine und 'wieso' brülle, zerrt mich eine Krankenschwester aus dem Zimmer, sodass ich mir wie eine Verrückte vorkomme. Wahrscheinlich bin ich das auch.

"Ich will hier weg", klage ich und Zach nickt.

"Ich bring dich hier weg", meint er, um seine Worte zu bekräftigen.

Ich sehe ihn dankbar an und zusammen mit ihm gehen wir zu seinem Fahrzeug. Auf dem Weg zum Campus lasse ich Zach anhalten und zeige auf die Adresse, die Ryle aufgeschrieben hat.

Nicks bester Freund ändert die Richtung und fährt dorthin. Auf der besagten Straße befindet sich nur BMW, und trotz meines Kummers staune ich. Es ist ein i8, der Wagen, den Nick schon immer haben wollte.

Auf der Fahrertür steht in der gleichen Schrift wie auf der Schachtel ganz klein 'Kate, ich liebe dich'.

"Willst du damit zurück?", fragt Zach und ich beantworte seine Frage positiv. Er nickt leicht und geht zu seinem Ford. Kurz darauf ist er auch schon weg.

Ich steige in den weißblauen BMW ein. Meine Hände lege ich auf das Lenkrad und ich lehne mich gegen die Tür, dann fange ich wieder an zu weinen.

Ich weiß nicht, wie lange ich da saß, aber als ich beschließe, loszufahren ist es schon dunkel.

Nachdem ich beim Campus ankomme, mache ich mich auf dem Weg zu meinem Zimmer, während ich überlege, wie ich mein Fehlen beim heutigen Seminar decken kann.

"Kate Johnson? Was machst du hier so spät?"

Ich drehe mich um und entdecke Trevor, der mit seinen Händen in den Hosentaschen seiner dunkelblauen Jeans auf mich zukommt.

"Frische Luft schnappen!", lüge ich und der Junge schnaubt. "Ja klar, gegen 11 Uhr. Abends", meint er unbeeindruckt. "Okay, was ich mache ist meine Sache, und außerdem, was machst du hier?", fahre ich ihn an.

Er grinst. "Meine Sache."

Verfluchtes Arschloch. Ich wünsche mir, dass ich ihn nie kennengelernt hätte und dass er sich jemand anderes ausgesucht hätte. Oder dass ich nie mit Jana gewettet hätte.

Hätte, hätte, hätte. Hätte.

Wie ich dieses Wort hasse.

Trevor Lennon bedeutet Ärger, und das ist alles andere als ich will. Ich möchte einfach nur ein gutes Studium haben und dann einen guten Job annehmen. An die große Liebe hatte ich bis Nick noch nie geglaubt, und jetzt tue ich es auch nicht mehr.

Die Liebe hat mich in zwei Teile gerissen, mich verletzbar gemacht. Sie hat mir Nick genommen und dann auch Ryle. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ryle geliebt habe, aber ich habe definitiv etwas für ihn empfunden.

"Gut", murmele ich und will gehen, aber Trevor hält mich auf.

"Sag mir, wo du warst", sagt er mit seiner tiefen Stimme und seine Augen funkeln dunkel. Er spricht nicht mehr gelassen zu mir, nein, sondern mit einem unglaublich dominanten Ton, der mir ein wenig Angst macht.

Allerdings es ist nicht nur Dunkelheit, die in seinen Augen erkennbar ist. Da sind auch Geheimnisse, die er sonst nie zum Vorschein bringt, denn normalerweise sind seine Augen kalt und zeigen keine Gefühle. Jetzt ist es eine Mischung aus Trauer, Hass, Wut und Gefahr.

Und sie werden noch dunkler, als ich nicht antworte.

"Sag mir, wo du warst."

Er flüstert nur, aber meine Angst wächst weiterhin. In seiner leisen Stimme steckt etwas gefährliches und er spricht in einem Ton, der keinen Widerstand duldet. Er drückt mich gegen die Wand und sieht mir in die Augen.

Seine sind dunkelbraun und atemberaubend schön. Man kann von ihnen nur schwärmen, und ab und zu hab ich das schonmal gemacht. Danach habe ich mich immer ein wenig schlecht gefühlt und dann denke ich sofort wieder an Nick.

"Sag mir, wo du warst", flüstert Trevor nun zum dritten Mal, sein Gesicht dicht an meinem, sodass ich seinen Atem spüren kann.



Oben im Bild ist der BMW i8 zu sehen 😍

Vielleicht kommt Trevor hier ein bisschen wie ein Psychopath rüber, er ist aber keiner. 😂

Leute! Wir haben die 300 geknackt! ☺
Danke Danke Danke!

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