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Dylan Martinéz

"Bist du oft krank?" "Ich bin durchweg krank, falls du das vergessen haben solltest", erwiderte ich und nahm einen Schluck Wasser. "Du weißt genau, wie ich das meine." "Nein, ich bin nicht oft krank", erwiderte ich dann.

"Aber das steht doch alles schon in meiner Akte", erwiderte ich dann verwirrt. "Ich weiß. Vielleicht will ich dich aber auch einfach hinhalten." Ich zog eine Augenbraue hoch. "Wieso?" "Nur so." "Dann kann ich ja jetzt gehen."

Ich stand auf und lief Richtung Tür. "Warte!" Und tatsächlich hielt ich inne und drehte mich zu Darren Schmidt um. "Möchtest du heute Abend vielleicht zu mir kommen? Ich könnte etwas kochen und dir bei deinem Ernährungsplan helfen."

"Schon mal darüber nachgedacht, dass ich keine Ernährungsumstellung machen kann? Meine Eltern werden da direkt skeptisch und schleppen mich zum Arzt, weil sie denken, mit mir stimmt was nicht!"

"Sag Ihnen doch einfach, dass du dich bewusst gesünder ernähren willst. Habe ich damals auch getan. Jeder hat es geglaubt." Stumm sah ich ihn an. "Komm doch einfach heute Abend vorbei und schaue es dir an, okay?"

"Und was gibt es zu essen?", fragte ich dann. "Es wird dir schmecken, glaub mir. Es sei denn, du isst etwas nicht." Ich zuckte mit den Schultern. "Mir fällt jetzt nichts auf die Schnelle ein." "Gut. Heute Abend um sieben?" Ich nickte. "Okay."

Dann verließ ich das Zimmer. So schnell ich konnte, verließ ich das Krankenhaus und fuhr mit meinem Fahrrad zurück nach Hause.

"Oh, das man dich mal hier um diese Uhrzeit sieht", meinte meine Mutter überrascht. "Wie war die Schule?" "Scheiße. Wie immer. Ich bin in meinem Zimmer!"

Ich lief der Treppe hinunter. Vor fast zwei Jahren hatten wir umgebaut und ich hatte drei Räume im Keller bekommen, Cian bekam dafür mein großes Zimmer und sein altes wurde das Gästezimmer.

Dann sah ich auf die Uhr. Es war kurz nach vier Uhr nachmittags. In drei Stunden würde ich zu Darren Schmidt gehen.

Was sollte ich nur anziehen?

Ich sah in meinen Kleiderschrank. Was gefiel ihm denn? Und welche Farbe? Seine Vorlieben kannte ich bereits von unserer ersten Nacht, dies war also kein Problem.

Natürlich hatte ich meine Stammkunden. Bei diesen wusste ich, was sie mochten. Aber bei Darren war es anders. Wir hatten viel ausprobiert gehabt, jedoch empfand ich auf eine komische Art und Weise etwas bei ihm. Und seine Vorlieben waren grenzenlos. Ich wusste nicht, auf was er direkt stand.

Seufzend verließ ich mein Zimmer und ging gegenüber ins Badezimmer. Dort duschte ich und rasierte mich ordentlich.

Danach trocknete ich mich ab und band mir das Handtuch um meine Hüfte. Ich cremte mich ein und kämmte meine nassen Haare.

Dann lief ich zurück in mein Zimmer. Dort saß Mum. "Was tust du eigentlich hier?", fragte ich. "Ich habe heute frei." Ich sah in meinen Kleiderschrank. Noch immer wusste ich nicht, was ich anziehen sollte.

"Zieh etwas farbiges an. Dann siehst du nicht so blass aus." Mum lehnte sich zurück. "Wieso bist du eigentlich so blass? Du warst früher immer so schön braun."

Ich schluckte.

"Ich bin doch noch braun", erwiderte ich. "Nein. Ich meine, du kommst nach mir. Wir Spanier haben immer eine leichte Bräune. Aber du bist fast farblos... hast nur deine normale Bräune."

Ich blieb stumm, wollte nichts falsches sagen.

"Für wen machst du dich eigentlich so schick?" "Mache ich doch gar nicht", erwiderte ich. "Doch. Tust du. Du stehst nie so lange vor dem Kleiderschrank." "Du lenkst mich ab." "Und du rasierst deine Beine." "Was hat dich das eigentlich zu interessieren?", fragte ich angepisst.

DARKNESS ∣ Fortsetzung zu Heavy PastGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt