Cian-James Spencer
Skeptisch sah ich mich im Spiegel an. "Fahr jetzt endlich los, sonst kommst du zu spät." "Ich sehe für dieses Mädchen viel zu gut aus", murmelte ich. Eine teure Jeans, welche mir Jamie geschenkt hatte, ein blaues Hemd von irgendeiner bekannten Marke, welche ebenfalls viel zu überteuert war, und ein schwarzes Jackett trug ich.
"Willst du nicht doch lieber die italienischen Schuhe anziehen? Die passen viel besser!" Jamie kam um die Ecke, hielt schwarze Schuhe hoch. "Nein." Ich verdrehte meine Augen, nahm den Autoschlüssel und flüchtete quasi aus dem Haus.
Ich stieg in das Auto ein und fuhr langsam vom Grundstück, machte mich auf den Weg zu Caitlyn.
Dort parkte ich am Straßenrand und lief zu dem Wohnblock und klingelte. Als das Summen ertönte, drückte ich die Tür auf und lief in den zweiten Stock. An der Tür wartete bereits ihr Vater.
"Hallo, Mr Schmidt. Ich bin Cian Spencer", stellte ich mich vor und hielt ihm meine Hand hin. "Caitlyn hat schon viel von Ihnen erzählt." Er drückte kurz meine Hand, dann kam auch schon Caitlyn in einem dunkelblauen Kleid. Sie trug ihre Haare zum ersten Mal offen, sie waren leicht gelockt.
"Locken passen zu dir", meinte ich. "Danke schön." Caitlyn sah verlegen zu Boden. Wieso denn das?
Dann sah ich wieder Mr Schmidt an. "Ich bringe Ihre Tochter eine Stunde vor Anbruch der Dunkelheit zurück." "Oh, das ist sehr aufmerksam." Ich zuckte mit den Schultern. "Ich selbst bin immer eine halbe Stunde vor der Dunkelheit zu Hause. Dann machen sich meine Eltern keine Sorgen." Und ich bekam keine Panickattacke in der Öffentlichkeit.
"Hm, der Kerl scheint in Ordnung zu sein", meinte er leiser zu seiner Tochter. "Also viel Spaß." Na der Mann hatte gut reden.
Wir verabschiedeten uns von ihrem Vater und verließen das Wohnhaus. "Du siehst gut aus." Ich sah Caitlyn an. "Danke", meinte ich. "Der Vorteil, wenn man mit zwei Vätern zusammen wohnt", fügte ich noch hinzu.
Kurz war es still. Ich hielt Caitlyn die Autotür auf. "Danke", erwiderte sie schüchtern. Dann erinnerte ich mich, was Dylan vorhin am Telefon gemeint hatte: ich sollte ihr Komplimente machen und nicht nur von mir reden.
"Du siehst übrigens auch gut aus", sagte ich dann, als ich im Auto saß und los gefahren war. "Findest du? Ich wusste nicht, was ich anziehen sollte. Und Mum meinte, dass die Abende und Nächte hier in Australien kalt sind. Ich hoffe, ich erfriere nicht!" Caitlyn war aufgeregt. Warum wusste ich allerdings nicht. "Im Seasons ist es eigentlich warm."
Als Stille herrschte, beschloss ich, das Radio anzuschalten. Es war ein Fehler, denn es lief ein älterer Song von Jamie im Radio.
"Oh man, Jamie Spencer macht echt gute Musik. Und gut sieht er aus! Von ihm kann man sich einige Scheiben abschneiden, was Mode betrifft." Ich blieb stumm. "Aber das verstehst du nicht, du bist ja ein Kerl", kicherte sie dann.
"Mum liebt seine Musik. Ihr größter Traum ist immer noch, mal wieder ein Konzert zu besuchen. Aber sie ist zu schwach." Caitlyn sprach leise.
"Lass uns über etwas anderes reden", meinte ich und schaltete auf einen anderen Sender. "Und über was?" "Du bist die, die immer redet. Ich bin eher ein Zuhörer." "Das habe ich schon am ersten Tag bemerkt", erwiderte die Kleine.
"Hast du schon Freunde gefunden?", fing ich dann ein Thema an. Ich kam mir albern vor. "Nicht wirklich." Warum wohl...
"Und was ist mit Dylan? Er geht doch auch in deine Klasse." Dylan war zwar älter, jedoch hatte ich eine Klasse übersprungen und somit war ich eine Stufe über ihn. "Nein, lieber nicht. Er kann mich nicht leiden."
Am Restaurant angekommen, parkte ich und stieg aus. Caitlyn tat es mir gleich. "Ich stehe nicht so auf das Tür aufhalten", lächelte sie. Ich nickte. Sparte ich mir wenigstens den Weg um das Auto.
Im Season's kam eine Bedienung. "Hallo, ihr zwei Hübschen." "Ich habe auf den Namen Spencer reservieren lassen", erwiderte ich. Die Bedienung nickte. "Kommt mit. Ein gemütlicher Platz am Fenster."
Stumm folgen wir der Bedienung. Caitlyn und ich setzten uns. "Was möchtet ihr denn trinken?" "Wasser. Und du?" Ich sah zu dem Mädchen. "Auch", lächelte sie. "Gut. Dann zwei Wasser." "Kommt sofort." Die Bedienung verschwand.
"Wow, die haben leckere Sachen hier." "Iss soviel du willst." "Bist du dir sicher? Ich esse viel." Ich zuckte mit den Schultern. "Du wurdest eingeladen. Also brauchst du dich nicht zurück halten." Caitlyn grinste. "Die Sprachnachricht von deinem Freund war ja schon süß. Und wie er aufgequiekt hat", kicherte sie. "Weil ich mich auf ihn geschmissen habe."
Die Bedienung kam mit zwei Gläsern Wasser zurück. "Wisst ihr schon, was ihr möchtet?" "Ich nehme einen einfachen Salat mit Salz-Pfeffer-Öl Dressing. Aber es muss Olivenöl sein!" Die Bedienung nickte. "Also ich würde die Garnelen nehmen, dazu einen kleinen Salat, eine kleine Portion Pommes und ein Schnitzel. Und wehe, es ist nicht gut, denn ich bin Deutsche!"
Kurz brachte mich Caitlyn zum Lächeln. "Kommt sofort." "Deine Essenswahl ist interessant", erwiderte ich. "Ich habe mal einen Austausch in Irland gemacht und die Familie arbeitete für so ein Fischunternehmen. Die haben mir die besten Delikatessen vorgesetzt. Vorher war ich nie Fisch-Fan. Aber so ein gutes Schnitzel wäre auch was."
"In welcher Region warst du denn?", fragte ich diesmal wirklich neugierig. "Ich war drei Monate lang in Cobh. Eine Traumhafte Hafenstadt!", schwärmte sie. "Ich weiß. Irland ist wirklich atemberaubend." "Du warst schon mal dort?" Ich nickte. "Mein Dad ist ein halber Ire. Wir sind eigentlich jedes Jahr dort."
Caitlyn lehnte sich lächelnd zurück. "Jetzt finde ich dich noch interessanter."
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DARKNESS ∣ Fortsetzung zu Heavy Past
RomanceCian-James Spencer und Dylan Martinéz sind die wohl unterschiedlichsten Brüder, die es in Australien gibt. Doch eins haben sie gemeinsam: beide werden von der Dunkelheit umhüllt. Verfolgt hier die beiden Geschichten der Söhne von Jamie-Cormac & Char...
