Darren Schmidt
"...und glaube mir, ein Kind ist was wunderbares." Ich sah zu meiner Schwester, welche sich mit Anya unterhielt. Innerlich verdrehte ich meine Augen.
Cat war viel zu jung dafür und Cian würde ich am liebsten umbringen! Natürlich konnte man die Situation nicht mehr ändern.
"Wo bleibt denn Dylan?", seufzte Isabelle und nippte an ihrem Glas Wein. "Er wollte nur schnell etwas besorgen und gleich wieder kommen", erwiderte Jamie. "Also kein Grund zur Panik", fügte er hinzu.
Ob Dylan wirklich hier aufkreuzte, bezweifelte ich. Immerhin war ich hier und er ignorierte mich seit einer Woche. Dabei wollte ich ihm doch nur helfen...
"Darren? Ist alles gut zwischen uns?" Cat sprach leise. Ich legte meinen Arm um sie und gab ihr einen Kuss auf die Schläfe. "Ich bin nicht gerade erfreut, aber zwischen uns wird sich nie etwas ändern", erwiderte ich leise.
Mein Blick fiel zu diesem James, welcher mich schon die ganze Zeit immer wieder ansah. "Ist etwas?", entschied ich mich zu fragen. Er saß mir schräg gegenüber an der Tafel. "Ähm, entschuldige die Frage, aber mein Bruder meinte, du bist Arzt. Für Geschlechtskrankheiten." "Korrekt." "Okay, Ähm.., meine Frage ist: wie bist du darauf gekommen, dich auf so etwas zu spezialisieren? Ich meine, die Medizin hat ja sehr viele Gebiete. Warum?"
"Ich bin selbst betroffen und möchte Anderen zeigen, dass sie damit nicht alleine sind. Viele Krankheiten kann ich schließlich behandeln. Nicht alle, aber viele." James nickte. "Ich will mir echt nicht vorstellen, was du schon alles gesehen hast." Er schüttelte sich, weshalb er mir ein Grinsen entlockte. "Nein, das möchtest du wirklich nicht."
Belle, die neugeborene Tochter von Lucie, fing an zu weinen. Sofort hatte die Kleine die ganze Aufmerksamkeit. "So wird das bei dir dann auch aussehen", flüsterte ich zu Caitlyn. "Ich möchte noch gar nicht dran denken", erwiderte sie. "Aber du hilfst mir doch, oder?" Meine kleine Schwester sah mich an und es blitzte leichte Panik in ihren Augen auf. "Natürlich. Ich werde es in zehn bis vierzehn Jahren definitiv aufklären." Cat seufzte.
Ich sah zu Cian, welcher irgendein Skript auswendig lernte und sich null am Geschehen beteiligte. Er saß einfach nur in einer Ecke.
"Hat er eigentlich schon mal wieder geredet?", entschied ich mich in die Runde zu fragen. "Nein. Er hat allerdings die letzte Nacht ausgerechnet, wie viel ihn das Baby bis zum Ende des Studiums kosten würde. Allerdings ist die Summe utopisch", antwortete Charlie, weshalb ich nickte.
"Dylan! Da bist du ja!" Sofort schnellte mein Kopf hoch. Er stand am Eingang. Die Kapuze war tief in sein Gesicht gezogen, der Blick war auf den Boden gerichtet und er umklammerte seinen Rucksack. Irgendetwas war ganz und gar nicht in Ordnung!
"D-D-Darren", flüsterte er, jedoch hörte ich es genau. Sofort stand ich auf und lief zu ihm. "M-meine Schulter. Ist..., ist ausgekugelt." Das erklärte, warum er den Rucksack so verkrampft fest hielt.
Vorsichtig strich ich ihm die Kapuze vom Kopf und erschrak, denn es war blutig, geschwollen und blau/grün/lila verfärbt.
"Wer war das?" Charlie klang wütend, während uns die Anderen eher sprachlos und schockiert ansahen. "Die gleichen Leute wie immer", flüsterte Dylan. "Dabei war ich doch nur in der Apotheke..., A-Apotheke", murmelte er. "Geh hoch ins Badezimmer, ich behandle dich", sagte ich. "Ich hole nur schnell meine Tasche aus dem Auto."
Da die Haustür offen stand, schlüpfte ich schnell hindurch, öffnete mein Auto und holte meine Notfalltasche.
Zurück im Haus stand Dylan noch immer an der selben Stelle, jedoch waren seine Mütter bei ihm.
"Er sollte in ein Krankenhaus. Nichts für ungut, Darren." "Kein Problem. Aber ich kenne mich aus. Ich würde ihn gerne erst einmal selbst untersuchen, wenn das okay ist." "Kein Krankenhaus", flüsterte Dylan und lief vorsichtig den ersten Stufen hinauf. "Kein Krankenhaus. Kein Krankenhaus", murmelte er immer und immer wieder.
"Ich komme runter, sobald ich fertig bin", versicherte ich allen und lief mit nach oben.
"Alles kaputt", flüsterte er. "Kaputt." Dylan lief in ein Zimmer. "Das ist nicht das Badezimmer", meinte ich und sah mich um. "Alles egal", flüsterte er und setzte sich auf das Bett.
"Dylan?" Ich setzte mich zu ihm. "Warum haben sie dich zusammen geschlagen?" Doch er antwortete nicht.
Vorsichtig fuhr ich ihm mit meiner Hand durch seine weichen Haare. "Ich pfleg' dich wieder gesund", flüsterte ich und nahm ihm vorsichtig den Rucksack ab, öffnete dann behutsam sein Hemd. Auch sein Oberkörper war übersät mit Hämatomen.
Aus meiner Tasche holte ich ein paar Handschuhe und zog diese an. "Ich werde jetzt als erstes deine Schulter untersuchen und behandeln, falls sie wirklich ausgekugelt ist. Okay?" Dylan nickte.
Da ich spürte, dass sie ausgerenkt war, renkte ich sie wieder ein, weshalb Dylan stöhnte. "Das sollte trotzdem noch mal geröntgt werden", meinte ich.
Da er wieder nicht reagierte, machte ich einfach weiter und reinigte und desinfizierte ich seine Wunden im Gesicht und am Hals, klebte ein paar Heftpflaster auf seine Stirn und auf seinen Hals. Doch so schlimm sah es gar nicht mehr aus- wenn man die Hämatome ignorierte. Aber zumindest war er nicht lebensgefährlich verletzt.
"Möchtest du ein Schmerzmittel?", fragte ich und zog die Handschuhe aus. Doch auch diesmal bekam ich keine Antwort. "Möchtest du etwas essen oder trinken?" Keine Antwort.
Seufzend stand ich auf, Dylan legte sich auf das Bett, weshalb ich ihn vorsichtig zudeckte. "Ich bringe dir trotzdem gleich etwas hoch", sagte ich leiser, da seine Augenlider zufielen.
Mit meiner Tasche verschwand ich aus dem Zimmer und ging zurück zu den Anderen, informierte sie, dass er am besten morgen zum Röntgen sollte, doch jetzt erst einmal Ruhe bräuchte.
"Ich bringe ihm etwas zu essen", erwiderte Anya. "Ich komme mit." Isabelle stand ebenfalls auf und schaufelte etwas von dem Nudelsalat auf einen Teller. "Den isst er so gerne", meinte Anya. Sie beide hatten Angst um ihren Sohn.
Und ich ebenfalls.
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DARKNESS ∣ Fortsetzung zu Heavy Past
RomanceCian-James Spencer und Dylan Martinéz sind die wohl unterschiedlichsten Brüder, die es in Australien gibt. Doch eins haben sie gemeinsam: beide werden von der Dunkelheit umhüllt. Verfolgt hier die beiden Geschichten der Söhne von Jamie-Cormac & Char...
