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Caitlyn Schmidt

Cian sah mich an. "Du bist nicht 17?", fragte er. "Naja, so gut wie. In drei Wochen." "Aber dann bist du ja nicht 17. Du hast mich also belogen." Ich sah ihn einfach an. "Du willst jetzt nicht ernsthaft darüber diskutieren, oder?" Ich verdrehte meine Augen, doch Cian verschränkte seine Arme vor der Brust und sah beleidigt an die Wand.

Erneut verdrehte ich meine Augen, stand auf und verließ sein Zimmer, um nach unten zu laufen. Meine Eltern hatten Spaß, das sah ich. Vor allem Mum sah so überglücklich aus, es war wirklich schön!

"Wo hast du denn unseren Sohn gelassen?" Ich konnte es immer noch nicht fassen, dass er wirklich der Sohn von Jamie und Charlie Spencer war! Das war alles so unreal! "Der ist beleidigt", erwiderte ich und setzte mich neben Mum. "Warum denn nun schon wieder?" Charlie legte einen Arm um seinen Mann. Sie waren wirklich ein wunderschönes Paar! Viel schöner als auf allen Bildern, welche ich jemals gesehen hatte!

"Cat?" "Hm?" Ich sah Jamie an, welcher lachte. "'Tschuldigung. Ähm, ich meinte zu ihm, dass ich 17 bin, ich werde es aber genau genommen erst in drei Wochen." Plötzlich lachten die beiden. "Cian nimmt so etwas sehr genau. Er nimmt alles sehr genau." Ich pustete die Luft aus. "Gut zu wissen."

Dann sah ich plötzlich eine Frau kommen. Ich hatte sie schon ein paar mal auf Jamies Posts gesehen. "Oh, ihr habt Besuch. Störe ich da etwa? Grandma und Grandpa sind nämlich nicht zu Hause und-" "Lucie!" Jamie sprang auf, wobei er Charlie vor Freude eine verpasste, da er so mit seinen Händen gewedelt hatte.

Jamie hob die Frau hoch. Es war also eine Lucie. Sie war hübsch. Dunkle Haare, blaue Augen, groß und schlank- sie hatte wirklich eine wunderbare Figur! Ich wurde direkt neidisch! Und sie sah Jamie sehr ähnlich.

"Also wäre ich nicht schwul, wäre ich jetzt hin und weg", erwiderte Darren leiser.

"Also das sind Cians Freundin Cat, ihr Bruder Darren und die Eltern namens Aimee und Klaus. Leute, das ist meine Tochter Lucie. Also eigentlich ist sie meine Nichte, aber das ist egal."

Lucie musterte meinen Bruder. "Er sieht aus wie ein Arzt. Bist du ein Arzt?" Ich kicherte. Diese Familie war wirklich nicht normal! "Äh, ja. Woher weiß das jeder?" Darren war sichtlich verwirrt. "Man sieht es. Und man sieht auch, dass du schwul bist." "Wie bitte?" "Dein Kiefer. Du hast einen ausgezeichneten Kieferknochen." "Der Kiefer. Natürlich ist es der Kiefer", murmelte Darren fertig. Oh ja, diese Familie machte ihm zu schaffen. Ich im Gegenteil fand es toll hier!

"Und du, kleine Lady-", dabei zeigte sie mit dem Zeigefinger auf mich, "-wirst mir alles über dich erzählen, was es zu erzählen gibt. Aber vorher muss ich noch mit Jai reden." Leicht nickte ich. Jamie guckte ernst. "Du brauchst Geld." "Nein." "Doch. Ihr Kids kommt nur zu mir, wenn ihr Geld braucht." "Diesmal nicht und außerdem bin ich sehr erfolgreich." Diese Lucie zog Jamie aus unserer Sichtweite.

"Sie ist hübsch", erwiderte ich dann. "Ist das nicht jeder?" Charlie lächelte mich an. "Da hat Charlie recht." Dad lächelte. "Ich werde mich mal etwas hinlegen, ich bin irgendwie total müde." Mum stand auf. "Warte, ich bringe dich", erwiderte ich und stand auf, stützte Mum ein bisschen und brachte sie in das Gästezimmer.

Alle Zimmer hier waren total liebevoll eingerichtet. Mums Gästezimmer war in einem schönen lila gestrichen, dazu passende weiße Möbel und einen lila Flauscheteppich in der Mitte des Raumes.

"Es ist schön, dich so glücklich zu sehen." Mum lächelte und setzte sich auf das Bett. "Ich hatte die ganze Zeit so ein schlechtes Gewissen, dass ihr alle eurer Leben in Deutschland aufgegeben habt. Aber du strahlst mittlerweile jeden Tag, wenn du nach Hause kommst." Ich lächelte. "Das einzige, was mich jetzt noch traurig macht, ist, dass wir Linus nicht besuchen können." Jede Woche hatte ich das Grab unseres Bruders besucht. Der Besuch fehlte mir. Ich hatte ihm jedes Mal von meiner Woche erzählt.

"Das ist doch nicht so wichtig. Du kannst auch so an ihn denken und er passt hier auf euch auf. Linus kann überall sein." Leicht nickte ich. "Ich weiß. Und ich will dich nicht verlieren", erwiderte ich leiser. "Ein bisschen bin ich ja noch hier." Traurig umarmte ich meine Mutter. "Und außerdem bin ich dann immer bei dir und Darren", fügte sie noch flüsternd hinzu.

"Was hältst du von Cian?" "Er scheint ein lieber Kerl zu sein. Auch, wenn er etwas eigenartig ist. Aber das ist gut. So wird es nicht langweilig." Ich lächelte. Das stimmte. Mit ihm wurde es bestimmt nicht so schnell langweilig!

"Geh wieder zu den anderen. Ich weiß, dass wir nachher noch etwas unternehmen und da muss ich doch fit sein." Mum legte sich hin. "Wir unternehmen etwas?", fragte ich neugierig. "Hm, aber ich verrate nichts." Ich schmollte. "Na gut, schlaf schön."

DARKNESS ∣ Fortsetzung zu Heavy PastGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt