Die nächsten Tage ging ich Damian so gut es ging aus dem Weg. Ich ging immer so schnell wie möglich zu den Drachen, als wären sie ein Schutzschild gegen Damian. Er wollte wohl mit mir reden, aber darauf hatte ich ehrlich gesagt kein Bock. Soll dieser Arsch sich begraben gehen, ganz ehrlich. Und immer wenn er mich doch mal erwischte, brachte ich ihn mit Beleidigungen aus dem Konzept. Doch ich wusste das das nicht lange gut geht. Irgendwann wird er mir sagen was auch immer er zu sagen hat. Ich war mal wieder auf dem Weg zu meinem geliebten Drachen (man kann hier auch nirgends anders hin) als Roth mit festen Schritten auf mich zukam "Andrews, wir reden, jetzt!" fauchte er und packte mich am Arm. "Lass los!" fuhr ich ihn an, doch er schleifte mich unbeeindruckt hinter sich her. So sehr ich mich auch gegen seinen Griff wehrte, er zog mich einfach weiter, bis wir in einen Hinterhof kamen, den man nur durch eine schmale Gasse betreten und auch wieder verlassen konnte. Er schubste mich auf den Hof während er sich so vor der Gasse platzierte, das ich nicht Raus kam. 'Ein Versuch ist es Wert' dachte ich, sprintete los und wollte an ihm vorbeischlüpfen, doch er hielt mich fest und schubste mich zurück auf den Hof. "Ich lass dich hier erst raus, wenn wir mal ernsthaft miteinander gesprochen haben."
"Ich möchte aber nicht mit dir sprechen" sagte ich kalt. "Du musst ja nicht mit mir sprechen" meint er diplomatisch "Du sollst einfach nur zuhören". Ich will ihm sagen, dass ich nie wieder die Stimme hören will, die gesagt hat das sie mich für immer liebt und nicht mal 24 Stunden später, dass alles nur eine Wette war. Aber das wäre gelogen. Er hat nicht mehr die selbe Stimme wie damals. Inzwischen hatte er wohl den Stimmbruch überlebt, denn seine Stimme ist deutlich Tiefer. Also lehne ich mich an die Hausfasade ihm gegenüber und warte gespannt. Er atmet noch einmal tief durch um sich zu sammeln, dann fängt er an "Also, es ist so, Allie, es tut mir leid. Weißt du, ich weiß das ich damals ein ganz schön großes Arschloch war und das das, was ich dir angetan habe, nicht mit Worten wieder rückgängig gemacht werden kann... ich hab mir nie groß Gedanken darüber gemacht, wie du dich wohl gefühlt haben könntest und seit du weg warst hab ich ehrlich gesagt kaum mehr an dich gedacht... aber als du gestern so ausgerastet bist, hab ich gesehen, dass das, was ich getan hab, für immer in dir drinnen sein wird. Deine Ohrfeige hat mich wie aufgeweckt. Und dann konnte ich letzte Nacht nicht schlafen weil ich mich plötzlich wieder an alles erinnert hab und -" ich fiel ihm ins Wort "Bitte hör auf! Ich kann das nicht mehr hören!!" Mit diesen Worten drängte ich mich an Damian vorbei und rannte irgendwo hin. Ich muss erstmal über seine Worte nachdenken.
'Was war das eigendlich für eine Nummer?' fragte ich mich noch im rennen. Es tut ihm leid?! Mensch, er hat meine erste Liebe und mein erstes Mal versaut! Da kann man nicht einfach 'Tut mir leid' sagen und die Sache hat sich erledigt. Wobei er das ja selber gesagt hat... ich bin eigentlich auch eher so, dass ich den Menschen verzeihe und nicht so nachtragend bin. Aber ich mein in dem Fall darf man doch auch mal nachtragend sein, oder? Soll ich seine Entschuldigung annehmen, in der Hoffnung das er dann glücklich ist und mich in Ruhe lässt? Kann ich das mit meinem Gewissen überhaupt vereinbaren? Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht, ich weiß es nicht... Inzwischen war ich stehen geblieben und schaute mich verwirrt um. Wo bin ich hier? Mir kam nichts auch nur im Entferntesten bekannt vor. 'Super' dachte ich bitter 'Wirklich super! Wer kam auf die Idee mir die Gabe zu geben mich immer und überall zu verlaufen?!' Entnervt drehte ich mich im Kreis. Hinter mir fing ein Wald an und vor mir breitete sich eine riesige Feldfläche aus. Da ich einfach keine Lust mehr hatte setzte ich mich auf den Boden, den Blick auf die Felder gerichtet, holte meinen Zauberstab heraus und übte ein bisschen Verwandlung und Zauberkunst. Ich war so vertieft in meine Arbeit, dass ich den Jungen, der hinter mir an einem Baum lehnte und mich interessiert beobachtete erst bemerkte, als es schon zu spät war.
"Expelliarmus!" hörte ich da plötzlich hinter mir und mein Zauberstab folg mir aus der Hand. Ich wirbelte herum und sah einen ungefähr 18-jährigen Jungen, der meinen Zauberstab aufgefangen hatte. Ich wollte auf ihn zugehen, aber da merkte ich, dass ich meine Beine nicht bewegen konnte. Beinklammer. Mist. "Wen haben wir den hier?" fragte der Junge und kam langsam auf mich zu "Dich hab ich ja noch nie gesehen." "Wer bist du?" frage ich aufgebracht. Heute ist definitiv nicht mein Tag. "Mein Name würde dir auch nicht helfen. Wir kennen uns nicht." stellte er fest und lief im sicheren Abstand um mich herum und betrachtete mich wie eine Statue in einem Museum. "Ich will wissen wie du heißt, damit ich mehr als nur dein Aussehen kenn, wenn du mich frei lässt." Er lächelte "Erstens werde ich dich hier nicht einfach so freilassen und zweitens würde es keinen Unterschied machen, wenn du meinen Namen kennst. Du könntest dich nachher eh nicht daran erinnern." Inzwischen hatte er mich einmal umrundet und stand wieder direkt vor mir. "Was soll das heißen?" frage ich kalt und starre ihn in die Augen. Erneut richtete er seinen Zauberstab auf mich und sagte grinsend "Obliviate". Es war ein komisches Gefühl. Als würde man ausgesaugt werden. Wie mit einem Staubsauger, den Muggel immer verwenden. Dann brach das Gefühl plötzlich ab und ich fiel in ein tiefes, schwarzes Loch.
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Von Magie und Liebe
FanfictionAllie zieht mit ihrem Bruder und ihren Eltern von Deutschland nach England. Doch da sie kein gewöhnliches Mädchen ist, sondern eine Hexe, besucht sie von da an auch Hogwarts - und trifft auf Sirius Black. Ob Sirius es schafft, sie zu verführen? Und...