Es war viel los auf den Straßen von Trost und zusammen mit Levi drängte ich mich durch die Menschenmassen. Die Sonne stand hoch am Himmel. Unbarmherzig erzeugte sie die Hitze, die sich in den engen Gassen der Stadt am meisten staute.
Während wir an den verschiedensten Leuten vorbei gingen, konnte ich immer mal wieder etwas von den Gesprächen mithören, die immer über belanglose Dinge gingen. Eine Frau die sich jetzt an mir vorbei schob hatte eine kleine Tochter an der Hand und diskutierte gerade mit ihr, was sie ihr heute kochen sollte. Unwillkürlich musste ich Lächeln.
Ich drückte Levis Hand etwas fester, die in meiner eigenen lag, damit ich ihn nicht hier verlor. Wir hatten unsere Soldatenuniformen durch normale Alltagskleidung ersetzt, damit man uns in den Straßen nicht erkennen würde. Jedenfalls Levi. Bis jetzt hatten wir auch Glück gehabt. Niemand hatte uns erkannt.
Levis stahlgraue Augen trafen jetzt auf mich und ich blickte ihm entgegen.
"Wir sind gleich da.", sagte er.
Mit diesen Worten zog er mich weiter zu der besagten Richtung, in der sich anscheinend der Teeladen befand, in den der Schwarzhaarige gehen wollte. Er hatte sich heute schon den ganzen Tag darüber aufgeregt, dass kein Tee mehr im Hauptquartier da gewesen war.
Nach einer Weile, in der wir weiter durch die Gassen gegangen waren, kamen wir jetzt vor einem kleinen, unscheinbaren Gebäude zum Stehen. Ein kleines Schild hing über der kaputten Eingangstür, mit den Worten: Teeladen von Trost.
Ich schnaubte. Da war jemand nicht wirklich einfallsreich gewesen, dem Laden einen Namen zu geben. Im Großen und Ganzen sah das Geschäft nicht wirklich einladend aus. Die Fensterscheibe, durch die man in den Laden sehen konnte war dreckig und an wenigen Stellen sogar etwas kaputt und anscheinend hatte niemand mehr das Gebäude seit langer Zeit mehr gesäubert.
Ich schaute jetzt zu Levi, der seine Nase kurz rümpfte und seinen Blick über das Gebäude wandern ließ.
"Ich hab ihm gesagt, dass er das mal alles sauber machen sollte.", schimpfte er jetzt und ich musste auflachen. Levis Blick landete jetzt wieder auf mir.
"Was gibt's da zu lachen?"
Ich grinste den Mann neben mir an, lehnte mich etwas vor und gab ihm einen leichten Kuss auf die Wange.
"Naja, Levi, nicht jeder hat's so mit der Sauberkeit wie du.", antwortete ich ihm und entfernte mich wieder von ihm. Er gab nur ein 'Tch' von sich, ließ meine Hand los und öffnete die Holztür, die ein lautes Knarzen von sich gab.
Ich ging Levi nach und zusammen traten wir in den kleinen Laden. Ein intensiver Geruch von allen möglichen Teesorten lag in der Luft und die Hitze war in dem kleinen Raum noch schlimmer, als draußen. Durch das wenige Licht von draußen konnte man den Staub in der Luft herum tanzen sehen. Der Boden war aus altem Holz, dass bei jeder Bewegung etwas unter sich nachgab und leise Geräusche von sich gab, während die Wand in einem hellen Braunton gestrichen war, der schon an manchen Stellen abging. Verschiedene Pflanzenarten waren im ganzen Raum aufgestellt, die allesamt auch ziemlich gut aussahen. Vor uns war ein langer Tresen, auf dem jegliche Teesorten aufgestellt waren. Dahinter befand sich eine offen stehende Tür. Wir waren die einzigen Personen die sich hier aufhielten.
Der Schwarzhaarige ging nun nach vorne zu dem Tresen und klingelte einmal an der kleinen Glocke, die dort aufgestellt war. Gespannt starrte ich auf die offen stehende Tür. Mich interessierte es brennend, wer da jetzt hinaus trat.
Nach nur wenigen Sekunden hörte man ein lautes Poltern, als würde jemand schnell Treppen runter stolpern.
"Komme sofort!", rief eine helle Stimme und kurz darauf erschien eine Person schwer atmend und humpelnd in dem stickigen Raum.
Überrascht starrte ich auf die Person, die uns jetzt freundlich Lächelnd entgegen blickte. Es war ein junger Mann, ziemlich groß und schlank. Die blonden Haare ganz kurz geschnitten und total wirr auf dem Kopf. Dazu trug er einen gelben Pullover und eine dunkle Hose.
"Ahhh Levi! Brauchst du wieder neuen Tee Nachschub?", rief der Mann nun aus und lächelte den schwarzhaarigen breit an. Dieser nickte.
Überrumpelt starrte ich auf die Szene vor mir. Levi schien den Typen schon länger zu kennen, wenn er sich von ihm duzen ließ und nichts gegen seine überfreundliche und aufgedrehte Art sagte. In Gewisser Weise erinnerte mich der Mann an Hanji.
"Wie immer den gleichen, Jaime.", sagte Levi und drehte sich kurz zu mir um. Ich schloss nun zu meinem Freund auf und stellte mich neben ihn.
Dieser Jaime nickte und ließ direkt seinen Blick über die Teesorten auf dem Tresen wandern, bis er anscheinend das gefunden hatte, was er gesucht hatte. Eine große Tüte hatte er jetzt in der Hand und überreichte sie dem schwarzhaarigen, der sie dankend annahm.
"Möchtest du auch einen Tee haben, Junge?", fragte Jaime mich jetzt und seine Hände verschwanden hinter seinem Rücken.
Mein Blick huschte kurz zu Levi, der aber seinen Blick auf die Tüte in seiner Hand gerichtet hatte.
"Nein, aber Danke.", sagte ich jetzt freundlich Lächelnd. Der Blondhaarige nickte.
Levi gab Jaime jetzt das Geld, was dieser breit Lächelnd annahm. Doch dann verschwand es auf einmal und sein Blick wurde ernst.
"Levi, stimmt es das ihr morgen früh zu der nächsten Expedition aufbrechen werdet?", fragte er und ich konnte sowas wie Sorge in seinem Blick erkennen.
Der Schwarzhaarige neben mir seufzte auf und nickte dann als Antwort.
"Dann Viel Glück euch beiden. Ich hoffe ihr kommt heil wieder zurück.", sagte er und Lächelte traurig. Ich schluckte. Er schien sich wirklich um uns zu Sorgen und das obwohl er mich gerade das erste Mal gesehen hatte.
"Danke, Jaime."
Mein Blick huschte für einen kurzen Augenblick zu Levi. Sein Gesicht hatte seine Maske aufgesetzt, aber seine Worte hatten sich traurig angehört. Noch dazu kannte ich den älteren mittlerweile, dass ich sagen konnte, dass er das wirklich ernst gemeint hatte. Ich musste Levi unbedingt Fragen woher er Jaime kannte.
Mit einem einfachen Händegruß verabschiedete ich mich von dem blondhaarigen Mann und mit Levi zusammen tritt ich wieder nach draußen auf die Straße. Der Wind zischte leicht an uns vorbei und ich drehte mich zu meinem Freund, der seinen Blick auf den Laden gerichtet hatte.
"Woher kennst du Jaime? Du hast nicht so gewirkt, als wäre er nur jemand den du vom Tee kaufen kennst."
"Er war mal Soldat im Aufklärungstrupp. Daher kenn ich ihn."
Überrascht riss ich meine Augen auf. Dieser Mann dort drinnen sollte ein Soldat gewesen sein? Er war nicht mal ansatzweise so rüber gekommen.
"Warum ist er es jetzt nicht mehr?", fragte ich.
"Bei einer Expedition hatte er eine schwere Verletzung, dabei verlor er ein Bein. Mit der Prothese die er jetzt hat, kann er weder Reiten noch richtig Kämpfen, weswegen er ausgestiegen ist.", erzählte Levi mir jetzt. "Ich hab es gesehen, weißt du. Und ich war nicht rechtzeitig bei ihm, um ihm komplett zu helfen. Seinen Teeladen zu unterstützen in das mindeste was ich jetzt tun kann."
Levis Hände um die Tüte verkrampften sich und ich sah wie er sich fest auf die Lippen biss.
"Hey, Levi.", sagte ich sanft und legte meine Hände an seine Wangen, um ihn zu mir umzudrehen. Seine grauen Augen landeten auf meinem Gesicht und mit meinen Daumen strich ich leicht über seine Haut.
"Du hast ihm doch geholfen. Du musst dir keine Vorwürfe machen. Man kann nicht immer alle retten."
Levi schluckte hart. "Ich weiß."
"Lass uns den restlichen Tag noch genießen. Ich möchte heute nicht darüber nach denken was mich Morgen erwarten könnte.", bat ich den schwarzhaarigen und schluckte. Zu wissen, dass mir das vielleicht auch passieren könnte, war etwas vorüber ich nicht nachdenken wollte.
Levi beugte sich zu mir nach oben und für einen kurzen Augenblick spürte ich seine weichen Lippen an meiner Wange. Die Stelle kribbelte angenehm nach dem Kontakt.
"Na dann komm, ich zeig dir Trost.", sagteder Schwarzhaarige, ergriff meine Hand und zog mich hinter sich her wieder aufdie Hauptstraße.
DU LIEST GERADE
Another World || Ereri FF
Fanfiction[ABGESCHLOSSEN] Eren ist ein ganz normaler Schüler, mit Freunden, guten Noten und einem Ziel was er später einmal werden möchte. Doch als er ein paar Tage vor seinem 18. Geburtstag komische Träume bekommt, in denen er sich in einen Titanen verwande...
