Als Hanji und ich endlich bei dem Hauptquartier des Aufklärungstrupps ankamen, war die Sonne schon längst untergegangen und die meisten Soldaten hatten sich schon in ihre Zimmer verzogen.
Geschafft sprang ich von meinem Pferd herunter und führte es in den Stall hinein. Dort sattelte ich es ab und gab ihr noch etwas zu essen. Danach verschwand ich aus den Ställen und trat wieder auf den großen Hof hinaus.
Hanji war schon längst verschwunden und so machte ich mich alleine auf den Weg in den Essenssaal. Denn außer heute Morgen hatte ich noch nichts zu mir genommen und ich hatte nicht vor mit Hunger ins Bett zu gehen. Zu meiner Verwunderung war ich nicht der einzige im großen Raum. An mehreren Tischen saßen noch Soldaten. Sie aßen, tranken und redeten lautstark miteinander.
Mittlerweile hatte es sogar aufgehört, dass jeder direkt nach mir schaute wenn ich diesen Raum betrat. Jedes Mal, wenn ich an die Anfangstage hier zurückdachte, fühlte ich mich direkt wieder unwohl. Immer waren mehrere Augenpaare auf mich gerichtet gewesen. Selbst wenn ich gegessen hatte und das nur weil ich der mysteriöse Neue gewesen war, der es direkt in die Einheit des Hauptgefreiten geschafft hatte.
Sobald Levi mir in den Kopf kam, fing mein Herz direkt wieder an schneller zu schlagen und ich wurde obwohl er nicht hier war, nervös. Leider hatten wir die letzten zwei Wochen seit dem wir hier waren, nicht mehr wirklich privat was machen können, da wir den ganzen Tag meistens mit Training beschäftigt waren und ich Abends immer total kaputt ins Bett gefallen war. Ich musste zugeben, dass ich den älteren vermisste und die Art wie er in der Burg immer mit mir geredet hatte. Seit dem wir hier waren, war alles irgendwie anders.
Um nicht weiter daran denken zu müssen, schnappte ich mir jetzt ein Tablett mit Essen, das nur aus einem Brot und Wasser bestand, und suchte mir einen Platz an irgendeinem Tisch. Ich hatte mir einen in der hintersten Ecke des Raumes ausgesucht und saß komplett alleine daran. Aber das war okay.
Ich fing an, das schon harte Brot, zu essen und ließ meinen Blick dabei einfach durch den riesigen Saal gleiten. Ich fand es schön zu sehen, dass die Soldaten obwohl sie immer wieder hinter die Mauern gingen und gegen diese Monster kämpften, nicht die Freude am Leben verloren. Ich bewunderte diese Männer und Frauen.
"Hey Eren!"
Erschrocken zuckte ich zusammen, als ich die helle Stimme von Petra plötzlich neben mir vernahm. Die Rothaarige lachte kurz auf und ließ sich mit ihrem Tablett neben mich auf die Bank sinken.
"Du hast mich erschreckt.", lachte ich peinlich berührt und strich mir einmal über meine Haare.
"Das hast du davon, wenn du die ganze Zeit träumst.", entgegnete sie.
Dagegen konnte ich nichts sagen, denn sie hatte ja Recht. Also widmete ich mich wieder meinem Brot. Während wir beide aßen, legte sich eine angenehme Stille über uns beide und ich konnte mit halbem Ohr den belanglosen Gesprächen der anderen Soldaten zuhören. Erst als ich fertig aufgegessen hatte, wendete ich meinen Blick wieder zu Petra.
"Weißt du eigentlich wo der Hauptgefreite ist?", fragte ich sie möglichst beiläufig. Kurz sah mich die Frau neben mir verwirrt an, doch setzte dann zu einer Antwort an.
"Ich glaube er ist noch auf dem Trainingsplatz."
"So spät noch?", fragte ich überrascht. Ich hatte ehrlich gesagt nicht gewusst, dass Levi noch so spät trainierte. Doch Petra nickte jetzt heftig.
"Ja, in letzter Zeit hängt er sich ziemlich rein.", sagte sie und aß nun das letzte Stück ihres Brotes. "Warum hast du gefragt?"
"Ich wollte noch mit ihm reden.", gab ich schnell als Antwort und wendete meinen Blick von der Rothaarigen ab. Ich konnte ihr ja schlecht sagen, dass ich einfach nur in seiner Nähe sein wollte, weil ich in ihn verliebt war.
"Aha." Mehr sagte sie nicht und im Augenwinkel konnte ich sehen wie sie leicht Lächelte. Um nicht noch vielleicht von ihr ausgefragt zu werden, stand ich schnell auf und schnappte mir mein Tablett.
"Ehm, bis Morgen, Petra."
"Ja, bis Morgen und grüß den Hauptgefreiten von mir." Sie zwinkerte mir kurz zu. Das verschmitzte Lächeln das sie jetzt auf dem Gesicht trug, erinnerte mich stark an das, dass auch Hanji immer trug wenn sie Levi und mich zusammen sah. Unfassbar das anscheinend auch Petra von der ganzen Sache mittlerweile Wind bekommen hatte, obwohl da noch nicht mal wirklich was lief.
Schnell brachte ich das Tablett jetzt weg und flüchtete schon fast aus dem riesigen Saal nach draußen wieder auf den Hof. Sofort kam mir die angenehme Abendluft entgegen und ich nahm einmal tief Luft.
Dass Petra anscheinend mindestens von meinen Gefühlen gegenüber von Levi wusste, hatte mich total durcheinander gebracht. Ich war froh, dass hier draußen gerade niemand anwesend war.
Doch ich hatte mir ja vorgenommen zu dem schwarzhaarigen zu gehen, auch wenn die Müdigkeit durch meine Adern pochte und mein Körper eigentlich nur noch ins Bett wollte. Doch das ignorierte ich jetzt und schritt durch die Dunkelheit zu dem Trainingsplatz, der von vereinzelt aufgestellten Fackeln erleuchtet wurde. Schon von weitem konnte ich eine einzige Person auf dem großen Feld ausmachen, die fest auf einen Boxschlag schlug und ihn so hin und her bewegte.
Je näher ich der Person kam, desto bekannter wurde sie mir. Die schwarzen Haare, mit dem Undercut, die markanten Gesichtszüge und der durchtrainierte, kleine Körper.
Ja, ohne Zweifel, das war Levi.
Der Schwarzhaarige, der mich anscheinend gehört hatte, hatte jetzt aufgehört den Boxsack zu massakrieren und seine grauen Seelenspiegel landeten auf meiner Gestalt. Mein Herz pochte automatisch schneller in meiner Brust und ich musste mich konzentrieren nicht einfach weiter in seine Augen zu starren.
Ich blieb nun vor Levi stehen und konnte nicht anders, als meinen Blick über seinen Körper wandern zu lassen. Sein Brustkorb hob sich durch die Anstrengung immer noch ziemlich schnell hoch und runter und sein Hemd war komplett durchgeschwitzt. Ebenfalls waren seine Haare etwas unordentlich.
Erst jetzt fiel mir auf, dass ich ihn heute das erste Mal sah.
"Hallo." War das einzige was über meine Lippen kam und nervös spielte ich mit meinen Fingern. Levi, der ebenfalls mit seinen Augen über meinen Körper gewandert war, blickte mir jetzt wieder in die Augen und trat einen Schritt auf mich zu. Um mich besser ansehen zu können, legte er seinen Kopf etwas in den Nacken. Sein warmer Atem streifte mein Gesicht und bildete eine leichte Gänsehaut auf den Stellen.
"Hey.", antwortete er leise. Seine Stimme war leicht kratzig, als hätte er die letzten Stunden kein Wort gesagt.
Ohne wirklich zu wissen was ich jetzt sagen sollte, blickte ich einfach auf den kleineren herab. Ich konnte nicht anders, als ihn einfach nur anzustarren.
"Bist du mit Hanji gerade wieder zurück gekommen?", fragte er.
"Ja, das Ganze war ziemlich anstrengend und hat lange gedauert. Und ich hab leider nur drei Verwandlungen hinbekommen. Hanji wollte eigentlich noch weiter machen.", erzählte ich ihm und lachte freudlos auf.
"Überanstreng dich nicht." Mehr sagte der Schwarzhaarige nicht und ich spürte seine Hand an meiner eigenen. Leicht strich er mit seinen Fingern über meine Haut und verursachte an den besagten Stellen ein leichtes Kribbeln.
"Du aber auch nicht. So spät abends trainieren brauchst du nicht.", sagte ich.
Doch Levi schüttelte direkt den Kopf.
"Lass uns nicht darüber reden, bitte."
Ich seufzte auf.
Ich sagte nichts weiter dazu. Es brachte sowieso nichts. Levi war ein sturer und scheuer Mensch. Man musste eben warten, bis er etwas von sich erzählte.
"Kann ich heute bei dir im Zimmer schlafen?", fragte ich auf einmal. Ich wollte heute irgendwie bei ihm bleiben. Selbst wenn das wieder hieß das wir die ganze Nacht wach bleiben würden. Zu meiner Verwunderung nickte Levi direkt ohne etwas einzuwenden.
"Ich wollte dir sowieso noch etwas zeigen."
Überrascht schaute ich den schwarzhaarigen an. Dochdie stumme Frage, die in meinem Blick lag ignorierte der Ältere einfach und soließ ich mich einfach von ihm mit ziehen.
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Another World || Ereri FF
Fanfiction[ABGESCHLOSSEN] Eren ist ein ganz normaler Schüler, mit Freunden, guten Noten und einem Ziel was er später einmal werden möchte. Doch als er ein paar Tage vor seinem 18. Geburtstag komische Träume bekommt, in denen er sich in einen Titanen verwande...
