PoV. ~ Zayn
„Ash schickt mich. Er möchte mit dir reden." mit diesen Worten kam Serena, auch bekannt als die Schwester des Clanführer's, in mein Zimmer geschneit.
Ich lag auf meinem Bett, ein Buch in der Hand und seufzte, als ich dieses zuklappte und die Beine aus dem Bett schwang.
„Und das flott." fügte sie noch bissig hinzu, bevor sie sich umdrehte und wieder aus meinem Zimmer rauschte.
Hatte ich erwähnt das sie meine Exfreundin ist? Nein? Dann wisst ihr's jetzt.
Ich fuhr mir mit den Händen über das Gesicht und atmete tief durch.
Seitdem er wusste, dass Leon wieder in der Stadt war, fragte Ash mich ununterbrochen über meinen Bruder aus.
Ich wusste, dass er ihn wieder in der Burg haben wollte, da Leon über Fähigkeiten verfügte, die nur wenige in unserem Clan hatten, aber leider notwenig waren wenn man von Spendern lebte.
Andere Vampir-Clan's kamen über die Runden, indem sie einfach das nächstbeste Krankenhaus beklauten oder sogar käuflich Blut am Schwarzmarkt besorgten.
Mein Clan bevorzugte frisches Blut. Auch ich bevorzugte diese Ernährung. Fühlte ich mich deswegen schlecht? Keineswegs.
Vampire waren nunmal dazu verdammt sich von Blut zu ernähren, also warum sollte ich kalte abgestandene Nahrung zu mir nehmen, wenn ich sie auch frisch aus einem warmen Körper saugen konnte?
Nach einem letzten genervten Stöhnen, stand ich auf und verließ meine vier Wände.
Unser Clan bestand aus rund 20 Mitgliedern. Nicht sonderlich viele, aber die meisten kannte ich schon mein Leben lang.
Unsere Burg gehörte früher dem Grafen dieses Landes, doch unser alter Clanführer hatte ihm die Besitzurkunde nach dessen Tod abgenommen und sie somit zu unserer Heimat gemacht.
Die Burg hatte insgesamt drei Etagen. Das gesamte Gebäude war aus dunklem Marmor gebaut und wirkte von außen mit den Efeu verwachsenen Mauern tot und ausgestorben. Trotzdem machte es deswegen keinen weniger pompösen Eindruck.
In der untersten Etage war ein riesiger Eingangsbereich, mit lächerlich vielen Statuen und Gemälden an den Wänden. Außerdem war dort ein Thronsaal, eine große Küche und ein dazu passender Speisesaal, die Räume wurden jedoch kaum genutzt.
An den Seiten konnte man auf eine riesige Terrasse nach draußen gehen, die sich in einem großen U um die Rückseite des Hauses schmiegte. Ein verwachsener Garten umrundete das ganze Grundstück und anschließend der Wald.
Verborgen zwischen den Bäumen hatten wir wenigstens unsere Ruhe vor neugierigen Touristen.
Die zweite und dritte Etage diente nur uns Mitgliedern des Clan's. Jeder hatte sein eigenes Zimmer inklusive Badezimmer. Außerdem befanden sich einige Räume nur für die Unterhaltung in unserem Anwesen.
Eine Bar, eine Spielehalle, ein eigenes Heimkino und sogar eine eigene Bibliothek besaß dieses Haus.
Jeder Raum war überdimensional groß, riesige Fenster spendeten viel Licht und auch die Kronleuchter in jedem Zimmer vertrieben die Dunkelheit.
Die Vorstellung Vampire lebten in Särgen und in dunklen Kerkern war absoluter Bullshit.
Einen Keller hatten wir allerdings schon.
Eine schwere Eisentür versperrte den Eingang hinunter in die Tiefe. Fackeln an den Wänden spendeten Licht, sonst war es gespenstig ruhig in den Gängen.
Es gab dort 10 eingerichtet kleine Zimmer für unsere Spender. Zwei Gemeinschaftsbäder und eine Küche mit kleinem Speisesaal.
Den Menschen ging es keineswegs schlecht bei uns. Ihre Zimmer wurden beheizt, sie hatten warmes Wasser zum Duschen und auch geregelte Mahlzeiten bekamen sie.
Wir Vampire kamen tagtäglich zu ihnen hinunter, tranken ihr Blut und verschwanden wieder.
Die Vampire mit besonderen Fähigkeiten, wie zum Beispiel, Hypnose, Gedächnisveränderung oder auch Gefühlskontrolle machten von ihren Gaben gebrauch und ließen unsere Gäste nach ihrem Besuch alles vergessen, was sie bei uns erlebt hatten.
Jedoch überlebten nicht alle die Zeit unter der Gesellschaft von Vampiren.
————
„Dachte schon du hast dich verlaufen". Ash funkelte mich an, lehnte sich nach vorne, stützte die Ellenbogen auf den Knien ab und verschränkte seine Hände unter seinem Kinn.
Ich verdrehte die Augen und betrat den ehemaligen Thronsaal der Burg.
Ash saß auf einem lächerlich pompösen Thron aus dunklem Gestein. Der Stein war über 1000 Jahre alt und wies sehr viele Kratzer auf, jedoch nahm er fast die ganze Wand ein.
Hinter dem Thron waren Skulpturen von schreienden Gesichtern, geflügelten Drachen und aufgespießten Leichen aus dem Stein geschlagen worden.
Auch da war das eigentliche Kunstwerk nicht mehr vollständig. Einem Drachen fehlte ein Flügel, die obere linke Ecke wurde gänzlich runtergeschlagen und auch einer Lanze, welche in einem leblosen Menschenkörper stecken sollte, fehlte die Spitze.
„Hier bin ich." ich blieb in einem Abstand von guten zehn Metern vor ihm stehen und neigte kurz den Kopf zur Begrüßung.
„Wie du dir denken kannst, habe ich ein Anliegen an dich, was deinen Bruder betrifft." er lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.
Innerlich seufzte ich auf. Konnte er Leon nicht endlich in Ruhe lassen? Wir hatten zwar nur drei Leute, die die Fähigkeiten beherrschten, die von Nöten waren um die Menschen zu manipulieren, doch das reichte allemal.
Ich verstand nicht wieso Ash unbedingt noch Leon in seinem Team haben wollte.
Wollte er ihn ärgern, weil er genau wusste wie sehr Leon das Leben in der Burg hasste? Wollte er nicht das unser Clan unter den Menschen auffiel und wir dann von hier verschwinden mussten?
„Was willst du?" Ich starte ihn an und wartete auf seine Antwort, doch mit seinen nächsten Worten hätte ich niemals gerechnet.
„Du hast bestimmt mitbekommen, dass Leon einen Jungen unter seine Fittiche genommen hat, den ich mir letztens als Spender holen wollte." er wartete auf mein Nicken und sprach dann seufzend weiter.
„Leider kann ich es nicht dulden, meinen Willen nicht zu bekommen und beauftrage dich damit den Jungen an uns auszuliefern. Egal ob tot oder lebendig."
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Love me, Vampire
Vampire✨Laufend✨ Textausschnitt: --------- Sofort wirbelte ich herum, packte jetzt den Jungen am Kragen seines Pullovers und drängte ihn gegen die Wand. Ich hörte sein Herz schlagen während er mir mit großen Augen in meine sah. Das hatte er wohl nicht erwa...
