Kapitel 42

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PoV. ~ Luca

„Wach auf Kumpel." nur am Rand meines Bewusstseins bekam ich mit, dass mich Hände an der Schulter gepackt hatten und leicht schüttelten.

Mein Kopf drohte zu zerplatzen so sehr schmerzte mein Schädel, als ich langsam zu Bewusstsein kam.

„Luca" die leise panische Stimme von Kyle drang mir ins Ohr.

Ich richtete mich vorsichtig auf. Fast sofort presste ich eine Hand gegen meine Schläfe, als würde dies irgendwie meine Kopfschmerzen lindern.

Blinzelnd öffnete ich meine Augen und nahm nur langsam meine Umgebung wahr.

Wir befanden uns in einem Keller, offenbar. Unter mir grub sich der feuchte Steinboden in meine kalten Knochen und ließ mich zittern. Der Raum wurde nur von einer einzigen Fackel erhellt, welche direkt neben der Tür in die Wand eingelassen war.

Vor meinem Gesicht sah ih Kyle's aufgerissenen grünen Augen welche mich ängstlich fixierten. Als er sah das ich noch lebte, fingen diese gefährlich zu glänzen an.
„Gott sei Dank." flüsterte er und schenkte mir ein sanftes Lächeln.

„Was ist denn passiert?" ich rutschte soweit nach hinten, dass sich der kühle Stein in meinen Rücken grub, aber wenigstens konnte ich so halbwegs gerade sitzen bleiben.

Meine Hand, welche neben mir abgestützt war, fühlt sich nass an und als ich sie hob wusste ich auch wieso. Blut klebte an meinen Fingern und benetzte meine nackte Haut, kalt und klebrig.

Ich riss die Augen auf und kam endgültig zurück in die Realität.

Ich hob den Kopf und fing fast an zu schreien.

Neben mir an einer Kette hing der Körper eines Menschen. Sein Kopf ruhte auf seiner Brust, weswegen man nicht viel erkennen konnte, außer seine braunen Haare, welche in dicken Strähnen in sein Gesicht hingen. Seine Haut war unnatürlich weiß und sein gesamter Körper war blutüberströmt.

Das Blut auf meinen Fingern kam von der Blutarche, welche unter seinen Füßen zusammengeronnen war. Außer einer knielangen Hose trug er nichts mehr.

„Ich weiß es nicht." Kyle saß knapp neben mir und war ebenso wie ich mit einer Kette ums Fußgelenk an eine Ankerung in der Wand an diesen Ort gefesselt.

Durch die Kopfschmerzen fiel es mir schwer einen vernünftigen Gedanken zu fassen, allerdings kamen die Erinnerungen langsam zurück.

Der Clubbesuch, das Gespräch mit Tyler über Leon, das Tanzen mit meinen Freunden, die Leiche welche plötzlich in den Raum geflogen kam, die Vampire welche daraufhin den Club gestürmt hatten und den kahlköpfigen Vampir welcher anscheinend Leon kannte und uns daraufhin ausgeknockt hatte.

Scheinbar hatte er uns in dieses Loch geworfen, die Frage war nur wieso?

Ich sah mich im Raum um, außer Kyle, der Leiche und mir war niemand hier.

Blankes entsetzen kroch mir in die Knochen. „Wo ist Tyler?" fragte ich leise in Kyle's Richtung. Doch dieser versteifte sich und blickte mit leeren Augen auf den Boden.

„Kyle?" ich sah ihn an. Seine lockigen blonden Haare waren mit blutigen Spritzern überseht. Seine grünen Augen waren rot unterlaufen und einzelne Tränen fanden ihren Weg nach unten.
Doch nach wie vor starrte er nur mit bleichem Gesicht den Boden an.
Der Schock stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben.

Die Realisation seiner Reaktion kroch mir eiskalt den Rücken hinauf. „Nein" flüsterte ich.

Kyle lies noch mehr den Kopf hängen und Tränen verschleierten meine Sicht auf den Jungen neben mir.

„Nein." sagte ich mit mehr Nachdruck, meine Stimme brach.

Ich ballte meine blutige Hand zu einer Faust und drückte sie mir gegen die Brust um mein schmerzendes Herz daran zu hindern das es in seine Einzelteile zerbrach.

Ich kannte Ty schon mein ganzes Leben. Wir waren zusammen aufgewachsen, hatten jede Ferien zusammenverbracht. Er war wie der Bruder den ich immer haben wollte.

„Sie haben ihn und Miles noch im Club getötet, kurz nachdem dieser Dreckskerl dir das Licht ausgeknipst hat." Kyle's Stimme war kaum lauter als ein Flüstern.

Mein bester Freund hatte mit seinem Leben bezahlt, als er das erste Mal mit Vampiren in Kontakt kam. Es schien mir unfassbar unfair das ich einige vorherige Begegnungen überlebt hatte.

Dicke Tränen lösten sich aus meinen Augen und ich rutschte näher zu Kyle und zog den Kleinen in meine Arme.

Dieser krallte sich an meinem T-Shirt fest und fing erbarmungslos zu zittern an. Sein Schluchzen war das einzige Geräusch, was neben den Wassertropfen welche auf den Boden fielen diesen Raum erfüllten.

Ich hielt Kyle fest und klammerte mich an die Wärme seiner Berührung da ich sonst drohte auseinander zu brechen.

Love me, VampireWo Geschichten leben. Entdecke jetzt