PoV. ~ Silas
Ich packte Leon am Stoff seines T-Shirts und zog ihn hinter die Hausecke, um uns vor den Blicken der Wachen zu schützen, welche vor der Tür dümmlich auf und ab marschierten wie treue Spürhunde.
Die Eingangstür hinter ihnen war gute drei Meter hoch und offensichtlich verschlossen.
Der Außenbereich wurde nur durch zwei Fackeln links und rechts beleuchtet, der Rest hüllte sich in absolute Dunkelheit.
Sofort presste ich meine Hand auf Leon's Mund, als dieser mich einfach mit großen Augen ansah.
„Lass mich das erledigen." flüsterte ich, ging etwas zurück und lies meine Magie wieder frei.
Mit einen zwinkern zu dem Jungvampir, ging ich um die Ecke, vergrub meine Hände in meine Hosentaschen und schlenderte gemütlich auf die beiden Vampire zu.
„Stehen bleiben!" rief mir einer entgegen und baute sich angriffslustig vor mir auf.
Ich blieb auf halben Weg zu ihnen stehen.
Unter meinen Stiefeln krochen meine Schatten hervor und züngelten in ihre Richtung.
Einer der beiden Vampire wollte sich schon umdrehen und ins innere des Hauses verschwinden, doch ich streckte die Hand aus und schloss die Finger, als würde ich direkt nach seinem Knöchel greifen. Diese Bewegung wurde 1zu1 von einem meiner silber schwarzen Schatten imitiert, welcher unter dem fremden Vampir hervorkroch und ihn wortwörtlich seines Gleichgewichts beraubte.
Der Mann schlug mit einem leisen wumps auf dem Boden auf.
Der andere schaute zu seinem Gefährten und anschließend wieder zu mir, die Augen zusammengekniffen, die Zähne gefletscht.
Ich lächelte.
Lasst uns spielen
Mit einer fließenden Bewegung zog ich die beiden obsidianschwarzen Langschwerter aus der Doppelscheide an meinem Rücken.
Ich liebte diese Waffen, ich hatte schon so oft mit ihnen gegen meinesgleichen gekämpft und ihr schweres Gewicht lag sicher und vertraut in meinen Händen.
Erst ging ich auf die beiden zu, beschleunigte aber stets meine Schritte. Die Klingen lies ich über den Boden kratzen, das Kreischen von Metall auf Stein erfüllte die Luft.
Meine Schatten waberten um meine Beine und wickelten sich um das schwarze Metall der Klingen, brachten diese mit meiner Magie zum leuchten.
Der Wächter, welcher nicht noch immer den Boden küsste, richtete eine Hand auf mich.
Eispfeile schossen auf mich zu, welche ich einfach an einem Schild aus silbernen Schatten abprallen lies.
Ich rannte in Vampirgeschwindigkeit auf eben diesen Vampir zu.
Er hatte keine Chance seine Magie noch einmal gegen mich zu wirken. Ich riss mein linkes Schwert hoch und die Klinge schnitt quer über seine Brust.
Blut spritze mir entgegen und verunreinigte meine schwarzen Klamotten, meine Haare und mein Gesicht.
Der Vampir sah erst mich an, dann starrte er mit einem ungläubigen Blick hinunter auf seinen Oberkörper, welcher fast gänzlich von seinem Unterkörper getrennt war.
Seine Augen überdrehten sich, sein Körper fiel sogleich nach hinten auf den weißen Marmor und blieb dort langsam ausblutend liegen.
Ich hob eins meiner Schwerter und legte es über meine Schulter. Da die Klinge mit meinen Schatten überzogen war, konnte sie mich so nicht verletzen.
Wäre dies normaler Stahl gewesen, hätte ich dem Vampir maximal ein bisschen seine Haut aufgekratzt, doch da es Waffen aus reinem Silber waren, schnitt sie durch Vampire wie ein Messer durch aufgeweichte Butter.
Leon stand innerhalb von ein paar Sekunden neben mir und pfiff anerkennend durch die Zähne.
„Erinnere mich bitte daran, mich dich nie zum Feind zu machen." kommentierte er trocken, was mich schnauben lies.
Er ging auf den anderen der beiden Wachen zu, packte diesen beim Nacken und riss seinen Kopf hoch. Der Fremde wehrte sich nicht, als Leon seine Stirn an die des Mannes presste und ihm lange in die Augen sah.
Ich steckte die Waffen wieder auf meinen Rücken und verschränkte meine Arme vor der Brust.
Ich wusste genau was der Knirps da machte. Er durchforstete die Erinnerung des Vampirs nach sinnvollen Informationen.
Leon's Augen wechselten innerhalb von einem Wimpernschlag von blau zu blutrot, dann umfasste der den Kopf des Fremden und brach ihm einfach das Genick. Das würde den Vampir zwar nicht umbringen, aber für einige Zeit außer Gefecht setzen.
Er sah mich nur für den Bruchteil einer Sekunde an, bevor er sich umdrehte und ins innere der Burg verschwand.
Ich knurrte, schnippte mit den Fingern und formte zwei Schattengestalten, welche ich vor der Tür platzierte und ihnen die Anweisung gab jeden gefangen zu nehmen, der es wagte diese Burg zu betreten oder zu verlassen.
Natürlich war der Frischling einfach blind in die Burg hineingelaufen, nachdem er die Erinnerungen des Wächters gesehen hatte.
Natürlich hielt er sich NICHT an den Plan!
Und natürlich rannte ich ihm hinterher.
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Love me, Vampire
Vampir✨Laufend✨ Textausschnitt: --------- Sofort wirbelte ich herum, packte jetzt den Jungen am Kragen seines Pullovers und drängte ihn gegen die Wand. Ich hörte sein Herz schlagen während er mir mit großen Augen in meine sah. Das hatte er wohl nicht erwa...
