Kapitel 39

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PoV. ~ Luca

Die Musik hämmerte in meinen Ohren, während ich versuchte irgendwie zum Beat mitzutanzen.

Bei den anderen sah es so einfach aus, sie bewegten sich zur Musik als hätten sie eigens dafür eine Choreografie einstudiert.

Ich fühlte mich eher wie ein junges Fohlen was erst laufen lernte und wollte gar nicht wissen, wie das nach außen hin aussah.

Aber dadurch das ich Alkohol intus hatte und die Musik zu sehr fühlte, war es mir egal ob es bescheuert aussah oder nicht.
Es machte mir Spaß mit meinen Freunden zu tanzen, mehr brauchte ich nicht.

Der Club war so randvoll, das ich Mühe hatte niemanden auf die Füße zu treten.

Der DJ auf dem Pult gab wirklich alles und fieberte mit der Menge mit, was es uns noch einfacher machte uns zur Musik zu bewegen.

Plötzlich war ein lautes Poltern zu hören und mit einem Mal war die Musik verstummt und vereinzelt gingen die Deckenlampen an.

Die Menschenmenge murrte und einige beschwerten sich lautstark was das sollte.

„Ein technisches Problem?" fragend sah Tyler mich an, als ob ich darauf eine Antwort hätte.

Konnte wohl schonmal passieren, dass bei einer Neueröffnung nicht alles einwandfrei mit der Technik funktionierte.

„Kommt, holen wir uns was zu trinken." Kyle deutete uns an ihm zu folgen und wollte schon Richtung Bar davonlaufen, als plötzlich ein Schrei ertönte.

Im nächsten Moment flog die Tür nach draußen auf, naja eigentlich wurde sie aufgestoßen von einem fliegenden etwas, da kurz darauf ein Menschenkörper Mitten auf der Tanzfläche liegen blieb.

Das Mädchen, welches offensichtlich tot war, war mit Blut besudelt und ihre Gliedmaßen standen unnatürlich in alle Richtungen ab.

Es war mucksmäuschenstill geworden, aber nach dem ersten Schock brach pure Panik aus.

Meine Freunde und ich blickten immer noch versteinert auf den leblosen Körper, als die Leute um uns rum anfingen Richtung Ausgang zu laufen, um den Club schnellstmöglich verlassen zu können.

Bevor jedoch einer von ihnen die Tür erreicht hatte, erschienen immer mehr Gestalten welche förmlich in den Raum zu schweben schienen.

Zuerst dachte ich das es ganz normale Clubbesucher oder Angestellte sind, doch bald wurde mir klar, das dies keine Menschen waren.

Vorne voran kam ein großgewachsener Mann mit geschorenen Haaren herein marschiert.

Seine Augen leuchteten in einem so intensiven Rot, das ich mir ziemlich sicher war das gerade Vampire den Club stürmten.

Er breitete die Arme aus und schnippte einfach mit seinen Fingern, sofort kam die Menschenmenge zum Stehen, jeder einzelne eingefroren in seiner Bewegung.

Auch mein Körper war zu einer Statue erstarrt. Außer meiner Augen und meinen Mund, konnte auch ich mich nicht mehr bewegen.

Es war als ob sich unsichtbare Seile um jeden einzelnen Muskel geschlungen hätten und dich so auf Ort und Stelle gefangen hielten.

„Na na, wo wollt ihr denn hin?" die Stimme des Fremden polterte durch den Raum, wo es augenblicklich totenstill geworden war.

Diese Stimme, ich wusste zwar nicht woher, aber ich hatte sie schon einmal gehört.

Langsam füllte sich der Raum, jeder einzelne der Vampire hatte rot glühende Augen, vermutlich würden auch die Fangzähne zu sehen sein, wenn einer von ihnen den Mund öffnen würde.

Der fremde Vampir stieg die Treppen nach unten.
Sobald er unten auf der Tanzfläche angekommen war, schaute er einem nach dem anderen ins Gesicht und schnupperte auch in deren Richtung.

Er suchte jemanden, das war offensichtlich, die Frage war nur wen.

Ich konnte nichts machen, außer ihm dabei zuzusehen, wie er von einer Person zur nächsten ging.

Einigen kam ein Wimmern über die Lippen, wenn der Vampir sie musterte, einige weinten still vor sich hin, andere waren kreidebleich geworden und konnten das Ganze nur mit leere Augen verfolgen.

„Ich weiß das du hier bist." knurrte der Fremde.

Schritte waren zu hören, als ein weiterer Vampir den Raum betrat.

Dieser blieb am Treppenabsatz stehen und verschränkte die Arme hinter dem Rücken.

„Leon ist nicht hier." diese simplen Worte ließen mir das Blut in den Adern gefrieren.

Die Vampire suchten nach Leon? Wieso?

Ich biss die Zähne zusammen und bekam es ehrlich mit der Angst zu tun.

Der Fremde drehte sich zu dem Neuankömmling um und lachte.

„Das ist unmöglich, ich kann ihn riechen." er hielt seine Nase in die Höhe und schnupperte. „Es sei denn..." sein Blick fiel in meine Richtung.

Seine Augen verengten sich zu Schlitzen, bevor er innerhalb von ein paar Sekunden bei mir stand.

„Das er dich alleine rumlaufen lässt, wundert mich." er umfasste mein Kinn mit seiner eiskalten Hand.

Seine roten Augen bohrten sich in meine brauen, bevor sich wieder ein wahnsinniges Lächeln auf seine Lippen stahl.

„Ganz schön mutig." er flüsterte die Worte, trotzdem konnte sie jeder in dem Raum hören.

Er kratzte mit einem Fingernagel über meine Wange, sodass diese leicht zu bluten anfing.

Fast augenblicklich schossen die meisten Köpfe der Vampire, oder zumindest die die ich sehen konnte, in meine Richtung.

„Dieser Duft." er leckte das Blut von meiner Wange.

„Du ekelhafter Bastard, lass ihn sofort los!" die Stimme von Kyle, welcher nur knapp hinter mir stand kam gepresst über dessen Lippen.

Nach wie vor war es gespenstisch ruhig in dem kleinen Raum des Clubs.

Der Vampir lies mein Gesicht los und sah über meine Schulter zurück zu meinem Freund.

„Ganz schön mutig für so einen Schwächling." er machte anstalten an mir vorbeizugehen.

„Nein." sagte ich reflexartig.

Ich hatte zwar keine Ahnung wer dieser Mann war, allerdings schien er Leon zu kennen und auch mich kannte er irgendwoher.

Ich musste verhindern das er jemand anderem Schaden zufügte.

„Nein?" der Vampir sah wieder mich an, mir wurde eiskalt.

Ich versuchte seinem Blick stand zu halten, was mir nur die Angst in die Knochen trieb.

Der Kerl hatte nichts menschliches mehr an sich, kein Gewissen, keine Reue, kein Interesse daran was aus irgendjemanden hier werden würde.

Nur blanker Wahnsinn zeigten seine Augen, mit welchen er mich wieder musterte.

Wenn ich es nicht besser wissen würde, würde ich auf ein Wunder hoffen diese Nacht irgendwie zu überleben.

Love me, VampireWo Geschichten leben. Entdecke jetzt