Kapitel 8

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PoV. ~ Leon

Ich seufzte und fuhr mir mit meiner Hand durch meine dichten schwarzen Haare.

„Was?" fragte Helena und sah mich mit verschränkten Armen an. Sie stand mir gegenüber in der Küche und ich hob meinen Blick um sie anzusehen.

„Wieso hast du ihn nicht nach Hause gebracht?" fragte ich und riss das Päckchen der Blutkonserve auf, um dann den Inhalt in ein Glas zu kippen.

Le schnaubte und stützte sich am Tisch ab, nur um mich dann böse anzusehen.
„Du hast ihn hierher gebracht, nicht ich." sie rieb sich über ihr Gesicht und ließ sich mir gegenüber auf den Stuhl fallen.
„Außerdem ist er verletzt und ruht sich gerade aus."

Ich zog eine Augenbraue hoch und lachte auf. „Dir ist schon klar, dass wenn er sich wieder daran erinnern kann, wir ein verdammtes Problem haben?"

Keine Ahnung was er wusste, oder sich einbildete zu wissen, aber er hatte sowohl meine Zähne als auch Augen gesehen. Das ich nicht menschlich war konnte er sich wohl denken.

Ich setzte das Glas an meinen Mund und als das Blut meine Lippen benetzte, spürte ich wie meine Eckzähne wuchsen und meine Augen begannen auch zu glühen.

Ich hasse es Blut trinken zu müssen.

„Du wolltest ja nicht seine Erinnerungen löschen." Le stand auf und ging selbst zum Kühlschrank, um sich eine Wasserflasche zu holen.

Ich sah auf den Stuhl, auf dem sie eben noch gesessen hatte. Sie hatte recht. Ich hätte seine Erinnerungen löschen können, doch hab es nicht getan. Die Frage war nur wieso.

Irgendwie wollte ich nicht, dass er das vergaß was geschehen war, auch wenn es für ihn eindeutig sicherer wäre.
Naja selbst wenn er die Erinnerungen nicht mehr hätte, könnte Ash trotzdem nach ihm suchen und ihn mitnehmen.

Helena kam zu mir und schlang ihre Arme von hinten um meinen Hals und legte ihr Kinn auf meinem Kopf ab.

„Ich bin stolz auf dich Lez." sagte sie und ich schnaubte.

Sie lachte und drückte mich. „Du hättest ihn umbringen können, hast es aber nicht getan. Du entwickelst dich langsam zu einem guten Menschen." bei den letzten Worten musste ich selbst grinsen, auch wenn es nicht meine Augen erreichte.

Ich und ein guter Mensch? Dass ich nicht lachte. Ich hatte mehr Menschen gebissen, als mir lieb war und auch einige getötet. Ein Monster wie ich sollte eigentlich nicht mal auf der Welt leben.

Ich verkrampfte mich, als mir der süße Geruch von seinem Blut wieder in die Nase stieg. Le spürte, dass ich mich verspannte, sie ließ mich los und trat einen Schritt zurück.

Ich knallte das Glas auf den Tisch und umklammerte es so fest, dass es nach einer Sekunde in tausend kleine Scherben zersprang. Das feine Glas schnitt mir die Hand auf, doch das kümmerte mich herzlich wenig.

Ich riss den Kopf hoch und starte zur Tür, in welcher Luca stand und mich aus weit aufgerissenen Augen anstarrte. Er hatte sich den Baseballschläger aus dem Wohnzimmer geschnappt und hielt ihn als provisorische Waffe vor sich.

Meine Augen schweiften zu seiner Schulter, wo sich der Verband an einer Stelle langsam aber sicher wieder rot färbte. Verdammt!

„Was zum Teufel ist hier los?!" Luca's Stimme klang angespannt und er riss erschrocken die Augen auf, als ich mit einem Satz bei ihm war und ihn gegen die Wand drückte.

Love me, VampireWo Geschichten leben. Entdecke jetzt