PoV. ~ Luca
Als ich langsam wieder zu Bewusstsein kam, spürte ich rein gar nichts. Mein Körper fühlte sich an, als hätte ihn jemand komplett betäubt.
Ich konnte nur schwer den Sauerstoff in meine Lungen ziehen. Was war passiert?
Da ich meine Augen nicht öffnen konnte, versuchte ich mich auf die Geräusche in meiner Umgebung zu konzentrieren.
Ich nahm nur ein rascheln von Kleidung war, sonst war es angenehm still. Der Wind fuhr sanft über mein Gesicht und ich spürte einen dumpfen Druck an meinem Hals.
Ich versuchte meine Finger zu bewegen, doch mehr als ein kurzes Zucken schaffte ich nicht.
„Hey" flüsterte eine Stimme, sie klang wie ein weit entferntes Echo.
Langsam nahm ich meine Umgebung intensiver wahr. Ich konnte blinzeln, doch meine Augen wollten sich noch nicht ganz öffnen. Ich spürte eine Hand, welche sanft durch meine Haare strich.
„Luca?" die Stimme identifizierte sich als Helena's, welche meine Hand hielt und mit der anderen durch meine Haare wuschelte.
Ich blinzelte erneut und schaffte es endlich, meine Augen zu öffnen.
Zuerst sah ich nur grelles Licht, doch langsam gewöhnte ich mich daran und konnte Helena genau ins Gesicht blicken.
Sie lächelte mich an. „Willkommen zurück." sagte sie.
Ich scannte mit meinen Augen den Raum ab. Ich lag in einem großen Doppelbett. Die Wände waren in einem dunklen grau gestrichen und gegenüber von mir führte eine Tür hinaus auf einen Balkon. Es war noch eine schwarze Couch in der Ecke mit einem Fernseher davor und zwei Türen auf der rechten Seite. Die eine musste wohl in ein Bad führen, die andere wusste ich nicht wohin. Auf der linken Seite war eine Tür offen, welche wohl auf den Flur hinaus ging.
Ich hatte keine Ahnung wo ich mich befand, jedoch war das nicht mein Zimmer.
Ich blickte Helena verwirrt an, welche meinen Oberkörper umschlang und mich so versuchte hochzuziehen, damit sie ein Kissen hinter meinen Rücken quetschen konnte.
Ich biss die Zähne zusammen, gab aber keinen Ton von mir, als ich ein kräftiges ziehen in meinem Hals spürte. Mein Körper fühlte sich nach wie vor betäubt an, jedoch bekam ich langsam wieder mein Empfinden zurück.
Helena setzte sich auf die Bettkante und strich mir übers Handgelenk.
„Wo bin ich?" fragte ich und meine Stimme klang dunkel und kratzig.
Leon's Cousine drückte mir ein Gals Wasser gegen die Lippen und ich trank vorsichtig ein paar Schluck. Das schlucken tat mir weh, aber es war auszuhalten.
„Ich schätze mal du kannst dich an nichts mehr erinnern" murmelte sie und bedachte mich mit einem sanften Lächeln, nachdem ich meinen Kopf leicht geschüttelt hatte.
Mein Kopf war wie leer gefegt, aber irgendwas dummes musste wieder passiert sein. Ich hoffe, dass ich meine Erinnerungen bald zurück bekam.
„Wo bin ich?" fragte ich und deutete mit einem Nicken auf das Zimmer.
„Das ist Leon's Zimmer." sagte Le „Er wollte dich hierbehalten, falls sich dein Zustand verschlechtern sollte."
Mein Zustand verschlechtern? Was war denn bitte passiert?
Ich wollte sie gerade danach fragen, als ein Schatten an der Tür auftauchte.
Leon stand da, die Kapuze seiner Bomberjacke ins Gesicht gezogen und die Hände vor der Brust verschränkt.
„Auch wieder wach Prinzessin." sagte er, blickte mich aber nicht an. Seine schwarzen Haare hingen ihm in die Stirn und verdeckten seine Augen.
Ich verzog die Lippen zu einem halbherzigen Lächeln. „Hör auf mich Prinzessin zu nennen." meine Stimme klang nach wie vor viel zu kratzig.
„An was erinnerst du dich Luca?" fragte Helena und blickte mich mit einem sorgenvollen Blick an.
„Aktuell an gar nichts." murmelte ich. Was war passiert und wie lange war ich eigentlich schon hier?
„Welcher Tag ist heute?" fragte ich die beiden und Helena seufzte.
„Du warst vier Tage lang bewusstlos. Heute ist Montag." sie lächelte mich an, doch ich riss die Augen auf. Vier Tage?!
„Was zur Hölle ist passiert?" ich blickte meinen Körper hinab. Ich trug ein einfaches schwarzes T-Shirt und ich konnte den Bund einer grauen Jogginghose unter der Decke sehen, welche über meinen Beinen lag.
Ich fasste mir vorsichtig an den Hals und spürte, dass Helena wohl meinen Hals verbunden hatte. Der Verband drückte mir leicht gegen die Luftröhre, aber nicht allzu schlimm.
„Was habt ihr meiner Familie gesagt?" ich konnte mir schwer vorstellen das meine Mom nicht ausrasten würde, wenn sie merkt das ich nicht nach Hause komme. Mein Dad war selten Zuhause, meist auf Geschäftsreise und meine ältere Schwester war schon längst ausgezogen.
Ich hörte Leon an der Tür seufzen. Er hob den Kopf und kam ins Zimmer herein. Sofort nahm ich seine Präsenz war. Er strahlte ein Gefühl nach Macht aber auch nach Sicherheit aus.
Er blieb vor dem Bett stehen und sah mich an. Seine blauen Augen bohrten sich wortwörtlich in meine. Mein Puls schoss automatisch in die Höhe, was er zu bemerken schien, denn er legte den Kopf leicht schief und man konnte kurz ein Grinsen auf seinen Lippen erahnen.
„Ich war bei deiner Mutter. Ich habe ihr erzählt das es dir gut geht und du übers Wochenende bei Tyler geblieben bist. Heute habe ich ihr gesagt, dass du in der Schule warst und heute bei Dennis schläfst um an einem Schulprojekt zu arbeiten." er hatte mich die ganze Zeit keine Sekunde aus den Augen gelassen.
Ich zog eine Augenbraue hoch.
„Und das hat sie dir einfach so geglaubt?" fragte ich ihn ungläubig. Wie wenn ich so oft auswärts pennen würde.
„Das nennt man Hypnose Luca." seine Worte ließen mich die Luft anhalten. Hypnose?
„Oh wow." ich blickte auf die Bettdecke. Naja so würde sie sich wenigstens keine Sorgen machen.
Ich schluckte. Hatte er mich jemals hypnotisiert? Würde er es jemals tun?
„Hast du das jemals bei mir gemacht?" bei meinen Worten sah ich kurz Schmerz in seinen Augen aufblitzen, doch er hatte sofort wieder einen normalen Gesichtsausdruck.
Leon schüttelte den Kopf, sagte dazu aber nichts.
„Leon wendet seine Fähigkeiten nur ein, wenn es unbedingt nötig ist." sagte Helena und lächelte mich wieder an.
Leon schnaubte „Jetzt ja, früher hab ich damit vieles gemacht." knurrte er und starrte seine Cousine mit einem kühlen Blick an. Er schien nicht gerne über die Vergangenheit zu reden.
„Wie gehts dir Luca?" fragte Helena schließlich. Der Blick von Leon richtete sich wieder auf mich und ich sah schnell zu seiner Cousine, als mir auffiel das ich ihn ne Weile zu lange angestarrt hatte.
„Ich fühle mich taub, mein Hals ist kratzig und tut weh, ich kann mich an nichts von dem ganzen erinnern, aber sonst gehts mir gut." antwortete ich ihr.
„Deine Erinnerungen werden hoffentlich bald wieder da sein. Ruh dich aus, das Blut von Leon hast du noch nicht ganz aus deinem Blutkreislauf draußen, deswegen fühlt sich dein Körper so betäubt an. Aber besser so, als wie wenn du Schmerzen hättest." sie lächelte mich nochmal an, stand dann auf und verließ das Zimmer.
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Love me, Vampire
Vampire✨Laufend✨ Textausschnitt: --------- Sofort wirbelte ich herum, packte jetzt den Jungen am Kragen seines Pullovers und drängte ihn gegen die Wand. Ich hörte sein Herz schlagen während er mir mit großen Augen in meine sah. Das hatte er wohl nicht erwa...
