Vianas POV
*Ein Jahr zuvor*
Mein Herz hämmerte ungewöhnlich schnell gegen meine Brust. Ich war so nervös, dass ich beinahe das Atmen vergas und hektisch nach Luft schnappen musste.
Seit geschlagenen siebeneinhalb Minuten stand ich nun schon vor Percys Haustür und traute mich nicht, anzuklingeln.
Ich war ein Feigling.
Endlich hatte mich der Junge, in den ich seit mehreren Monaten verliebt war, zu sich nach Hause eingeladen, doch ich dumme Kuh war ich zu feige, um den nächsten Schritt zu wagen.
„War ja klar, dass du hier sein würdest", ertönte plötzlich eine spöttische Stimme neben mir. Wie immer, wenn Betty in meiner Nähe war, zuckte ich ängstlich zusammen und schaffte ausreichend Abstand zwischen uns. Es reichte mir, einmal von ihr verprügelt worden zu sein – ein zweites Mal würde ich das nicht überleben.
„Hast du etwa Angst, zu klingeln?" Die Blondine lachte gehässig – fast schon selbstgefällig.
„Nein", log ich deshalb mit zittriger Stimme. „Ich bin gerade erst gekommen." Um Betty zu beweisen, dass ich keine Angst hatte, nahm ich all meinen Mut zusammen und betätigte die Klingel. „Siehst du?!", grinste ich triumphierend.
Der Teufel schüttelte bloß den Kopf, ehe er wieder verschwand. Dafür trat aber eine andere Person in mein Sichtfeld.
„Percy!", freute ich mich, den Lockenkopf zu sehen. Er erwiderte mein Lächeln und umarmte mich kurz zur Begrüßung. Dann säuselte er charmant: „Du siehst hübsch aus, Viana."
Sofort schoss mir das Blut in die Wangen. Zwar hatte ich extra viel Wert auf mein Äußeres gelegt, aber dass ich Percy tatsächlich gefallen würde, hatte ich nicht erwartet.
„Komm doch rein."
Gemeinsam betraten wir das Wohnzimmer, das von hellem Kerzenschein erleuchtet wurde. Der ganze Fußboden war mit Teelichtern und Rosenblüten geschmückt. „Wow", entfuhr es mir beeindruckt. „Das ist wirklich wunderschön."
In jenem Moment fühlte ich mich besonders. So etwas Schönes hatte noch nie jemand für mich gemacht – erst recht nicht ein Junge.
„Ich wusste, dass es dir gefallen würde." Begleitet von einem Grinsen führte mich Percy zu dem Sofa. Sanft, aber dennoch bestimmt drückte er mich in die Kissen, damit er sich danach über mir positionieren konnte. „Darauf habe ich so lange gewartet, Viana", hauchte er leise, ehe er seine Lippen auf meine legte.
Ein Feuerwerk der Gefühle explodierte in meinem Magen.
Es war unbeschreiblich schön, Percy zu küssen – viel schöner, als in all meinen Vorstellungen und Träumen.
„Zeigst du mir jetzt deine Unterwäsche?", hakte der Schwarzhaarige mit lüsternem Blick nach, nachdem wir uns luftbedingt voneinander trennen mussten.
„W-Was? Warum?", stammelte ich perplex. Wir waren kein Paar, also musste ich mich auch nicht vor ihm ausziehen.
„Komm schon, Viana", flehte mich Percy mit seinen niedlichen Teddybäraugen an. „Ich habe mir so viel Mühe mit diesem Abend gegeben."
Er hatte Recht. Er hatte schon so viel für mich getan – nun war es an der Zeit, dass ich ihm etwas zurückgab.
Langsam zog ich also meine Kleidung aus, bis ich nur noch in Unterwäsche vor ihm stand. Es war mir unangenehm, so entblößt vor ihm zu stehen, doch Percys sanfter Blick beruhigte mich. „Du bist so schön", machte er mir erneut ein Kompliment. „Lass mich ein Foto von dir machen, Viana."
Noch bevor ich irgendwie reagieren oder seine Aussage verneinen konnte, erhellte das Blitzlicht einer Kamera den Raum.
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Amor mit Basecap
FantasyEr ist der Gott der Liebe. Sie ist ein Mädchen, das der Liebe abschwören möchte. Kann Lias es schaffen, Viana ganz ohne seine Pfeile zurück zur Liebe zu verhelfen? 💘Cover: kaynothanks
