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Der Abend kommt schneller als mir lieb ist. Eben sitze ich noch im Gemeinschaftsraum und sehe Harry und Ginny bei einer Partie Zauberschach zu. Doch dann schlägt die Uhr 20:00 Uhr.

„Muss gehen", grummle ich.

Beim Hinausgehen mache ich noch einmal halt. Grinsend beobachte ich Harry und Ginny, die jetzt knutschend im Sessel sitzen.

„Kommen Sie herein, Miss Granger", haucht Snape, als ich vorsichtig klopfe. Die Tür steht nur angewinkelt da. Als ich das Büro betrete, lasse ich mich auf einen schwarzen Hocker, vor Snapes Schreibtisch sinken.

„Mal schauen, wie ich Sie beschäftigen kann", meint Snape, während er in seiner Schreibtischschublade herumkramt.

Das Büro ist spärlich beleuchtet. An den Wänden stehen Regale voller Bücher und Gläser, in denen unheimliche Dinge schwimmen. An den wenigen Flecken Wand, die nicht zugestellt sind, flackern einige Kerzen.

„Perfekt", flüstert Snape. In seiner grossen Hand hält er einen kleinen Schrubber. Ich weiss, was mir bevorsteht. Beim heutigen Vielsafttrank sind einige Kessel angebrannt.

„Nun gut, sie dürfen ihren Abend mit Kesselschrubben beginnen", sagt er mit einem fiesen Grinsen.

Besser als dein Gesicht anzusehen, denke ich.

Oh.

Anscheinend habe ich es laut gesagt. Aber er kneift nur die Augenbrauen zusammen und sagt nichts. Ich bin erstaunt.

Während er mich ins Klassenzimmer für Zaubertränke begleitet, kann ich ihn für einen Moment leicht schmunzeln sehen. Aber ich weiss nicht, ob ich es mir eingebildet habe. Es verschwindet aus seinem Gesicht genauso schnell, wie es eben noch erschienen ist.

Sieben Kessel stehen schon bereit. „Nun, ich könnte es innerhalb einer Sekunde selbst mit meinem Zauberstab erledigen", meint er mit einem Blick auf die Kessel.

„Möchten Sie das, Miss Granger?", fragt er mit einem kurzen Blick in meine Richtung.

„Ja", erwiderte ich mit einem flehenden Blick. Aber auf seinem Gesicht bereitet sich langsam ein feixendes Lächeln aus.

„Ja- was?", fragt er.

„Ja, Sir."

Ich weiss, dass ich meine Chance hatte. Aber mit einem Anflug von Selbstzufriedenheit verlässt er das Zimmer. Die Tür knallt hinter ihm ins Schloss.

Seufzend beginne ich mit dem Schrubben und summe ein paar Lieder. Denn die Stille in diesem Raum ist erdrückend. Als ich fertig bin, schaue ich erleichtert auf die Uhr. Ich habe mehr als eine Stunde gebraucht, um fertig zu werden.

Ich merke, dass ich mit meinem leisen Summen aufgehört habe und "I want it that way" singe.

„Ah, es macht Ihnen also Spass?", fragt eine männliche Stimme hinter mir. Peinlich drehe ich mich um.

Verdammter Mistkerl!

Ich lasse mir nicht anmerken, wie peinlich es mir ist.

„Sind Sie fertig mit mir, Professor?", frage ich ihn mit einem bemüht lässigem Blick.

„Hmmmm... Nun gut, Sie können gehen."

Das lasse ich mir nicht zweimal sagen. Eilig lege ich den mittlerweile schmutzigen Schrubber auf das Pult und mache, dass ich weg komme. Hinter mir höre ich noch die düstere Stimme: „Morgen, gleiche Zeit, gleicher Ort."

Glücklicherweise sind Harry und Ginny immer noch miteinander im Gemeinschaftsraum beschäftigt. Als ich zu ihnen stosse, fahren sie schlagartig auseinander.

Love PotionWo Geschichten leben. Entdecke jetzt