Brrr. Es ist scheusslich kalt. Ich drehe mich um und taste nach dem heissen Körper, der vermutlich gerade neben mir liegt. Das Bett ist leer und die Matratze kalt.
„Severus?"
Wo ist er hin? Wahrscheinlich ist er nur kurz auf die Toilette gegangen. Ich richte mich auf und warte ein paar Minuten. Als sich nichts regt, tapse ich zur Toilettentür und klopfe vorsichtig daran. Keine Antwort. Ich drücke die Klinke runter, schalte das Licht ein, aber im Bad ist niemand.
Vielleicht ist er ja was essen oder trinken gegangen?
Um möglichst Severus Eltern nicht aufzuwecken, gehe ich ganz vorsichtig die Treppe herunter. Die letzte Stufe überspringe ich, denn die knarzt scheusslich laut und schrill.
„Lumos!"
Das Licht meines Zauberstabs erhellt die ebenfalls leere Küche.
Was ist das?!
Eine rote Spur führt durch den Gang zur offenen Haustür. Ich keuche auf. Das sieht Blut leider verdammt ähnlich!
Mein Herzschlag beschleunigt sich, mein Atem wird schneller. Der kalte Oktoberwind zerzaust meine Haare, während ich in Alarmbereitschaft die Spur entlang gehe. Die Sorge schnürt mir die Kehle zu, was wenn Severus etwas Schlimmes passiert ist?
Ich folge der Spur in den Wald hinein. Hier und da sind Fetzen dunkler Kleidung oder schwarze Haare im Gebüsch oder an Zweigen.
Gryffindorblut fliesst durch meine Adern, kneifen kommt gar nicht in Frage und schliesslich geht es um den Jungen, den ich liebe!
Bald merke ich, dass die Spur zum See führt. Irgendwann hört sie ganz auf und ich muss den Weg alleine in die Dunkelheit finden. Am helllichten Tag okay, aber mitten in der Nacht?
„Buh!"
Ich kreische laut auf und schlage um mich. Ich fahre herum und richte meinen Zauberstab direkt auf Severus Gesicht. Meine Angst verwandelt sich in Wut.
„Severus Snape! Was soll das?"
Ich nehme eine Molly Weasley Haltung ein und schaue fuchsteufelswild in Severus Gesicht.
Doch der lacht und sagt: „Happy Halloween!"
Dieser Mistkerl!
„Ich dachte du wärst vielleicht tot!"
„Lust auf Nachtschwimmen?", fragt er und überhört meinen Vorwurf völlig. Immer noch wütend presse ich die Lippen zusammen.
„Komm schon Hermine", murmelt er, während er sein Hoodie auszieht.
Diese Bauchmuskeln überzeugen mich.
„Einverstanden."
Er wirft mir einen Bikini zu und ich verschwinde damit im Gebüsch. Der See ist kaum wiederzukennen, Severus hat ihn wunderschön dekoriert. Lichterketten säumen die Bäume und kleine Lämpchen schwirren herum, das sind vermutlich irgendwelche magischen Glühwürmchen. Das alles gibt dem auch so schon romantischen Ort einen extraromantischen Touch.
Ich warte auf Severus Signal, eine mittlerweile richtige Tradition. Als er stumm bleibt, übernehme ich seinen Part.
„Wer zuerst bei der Insel ist!"
Ich sprinte los und höre wie Severus mir folgt. Da ich immer noch ziemlich müde bin, kann man von mir keine Höchstleistungen erwarten, Severus holt mich sehr schnell auf.
Plötzlich hält er inne und auch ich halte überrascht an. Doch im nächsten Moment werde ich eng an seinen heissen Körper gepresst, während er seine Lippen auf meine drückt.
„Scheiss auf die Insel", flüstert er.
Benebelt erwidere ich den Kuss, zum Glück hält Severus mich fest umklammert, sonst würde ich wahrscheinlich untergehen. Das ist der wohl romantischste Augenblick in meinem Leben.
Die Glühwürmchen tanzen um uns herum und eine Mondsichel wirft Reflexionen auf das kühle Wasser. Meine Vorderseite ist eng um Severus heissen Körper geschlungen, mein Rücken und meine Beine treiben im eiskalten Wasser. Ein unglaublich angenehmer Kontrast.
Ich spüre immer noch den blauen Fleck an meinem Hals, höchste Zeit sich zu revanchieren. Quälend langsam wandere ich an ihm hinab, bis ich eine geeignete Stelle gefunden habe. Severus bietet mir seinen Hals bereitwillig an, mit geschlossenen Augen geniesst er das Spektakel.
Ich beisse einmal vorsichtig in die weiche Haut, lasse meine Zunge vorschnellen, um meine Bissstelle zu umkreisen. Zum Schluss sauge ich seine Haut noch einmal in den Mund, und Severus keucht auf.
Seine Lippen findet wieder meine, es ist ein wirklich teuflischer Kuss, verlangend und zugleich kontrollierend. Perfekt! Seine Wildheit zerquetscht fast meine Lippen, seine Zunge zwängt sich in meinen Mund und spielt mit meiner.
„Gefällt dir das?"
Ich keuche zur Antwort, mehr bekomme ich nicht heraus. Dies scheint Severus nur noch mehr anzuspornen. Er wandert mit seinen Händen meinen Körper hinab, ohne die Verbindung zu meiner Haut zu unterbrechen. Ich weiss, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Jederzeit kann ich aufhören, aber will ich das?
Meine Fingerspitzen wandern seine Wirbelsäule hinab, aber dann wird sein Kuss langsamer, liebevoller, bis er ganz aufhört.
„Hermine, du sagtest, dass du warten willst", knurrt er und ich spüre das Grollen in seiner Brust.
Wieso hat dieser Mann immer Recht? Aber wo er Recht hat, hat er Recht. Mit einem Seufzen vergrabe ich meine Finger in seinen Haaren, während ich mich damit zufrieden gebe.
Irgendwann merke ich, dass auch Severus erschöpft wird. Denn er ist derjenige, der uns beide über Wasser hält.
Gemeinsam schwimmen wir zur Insel und dort setzen wir das fort, was wir im Wasser angefangen haben.
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Love Potion
Fanfiction„Du bist meine Vergangenheit, meine Gegenwart und meine Zukunft." Nach dem Krieg darf Hermine Jean Granger ihr siebtes Schuljahr wiederholen. Dort macht sie Bekanntschaft mit ihrer geheimnisvollen Vergangenheit. Doch welche Rolle spielt Severus Snap...
