Nach einer außerordentlich anstrengenden Woche, hatte Alvina sich mit Tristaria verabredet, um gemeinsam einfach ein bisschen Tee zu trinken und zu quatschen.
Doch eigentlich hatte sie ein ganz spezielles Thema, auf das sie hinaus wollte. Es war etwas, das sie schon seit Wochen brennend interessierte, es aber nie einen perfekten Moment gab, in dem sie mit ihr hätte darüber sprechen können.
„Was ist das eigentlich zwischen dir und Carter?", fragte Alvina sie nun endlich, denn sie konnte es sich weder erklären noch verstand sie, wie es sein konnte, dass keiner von beiden merkte, was zwischen ihnen stand.
„Es ist ziemlich offensichtlich, ich weiß.", seufzte sie betrübt.
„Was ist los?", fragte Alvina überrascht, die bemerkte, dass es wohl gar nicht so heimlich war, sie sie dachte, dass sie es dafür hielten.
Sie setzte sich traurig auf die Couch und Alvina spürte mit einem Mal das gebrochene Herz, das Tristaria mit sich herum trug.
„Er möchte nicht mit mir zusammen sein.", flüsterte sie verlegen und Tränen stiegen ihr ins Gesicht.
„Was?", wunderte Alvina sich und setzte sich zu ihrer Freundin, legte ihren Arm auf ihre Schultern und versuchte sie irgendwie zu trösten.
„Ich habe ihm vor Jahren das erste Mal gesagt, dass ich ihn sehr gern habe. Das war kurz vor unserem Abschluss. Ich hatte Angst, dass wir uns vielleicht aus den Augen verlieren und nie wieder sehen. Also habe ich all meinen Mut zusammengenommen und ihm erzählt, dass ich gerne mit ihm zusammen wäre."
„Was hat er gesagt?"
„Er hat es schon längst gemerkt und irgendwie fand er es auch schön. Er meinte, dass er sich eingestehen müsse, dass er mich auch sehr gern hatte, doch er hatte für sich beschlossen, niemals eine Beziehung führen zu wollen."
„Warum das denn nicht?", wunderte Alvina sich.
„Er sagte, dafür ist seine Vergangenheit zu verworren, genau wie er selbst. Er wusste nicht, was aus ihm werden würde und weil er das nicht wusste, wollte er niemandem diese Ungewissheit mit ihm zumuten. Genau wie er keine Familie haben wollte, die möglicherweise immer auf ihn warten müsste oder Angst hätte, er würde nie zurück kommen. Damals war ihm noch nicht klar, ob er Auror werden würde."
„Aber jetzt ist er Professor. Er ist mit dir zusammen hier her gekommen!", entgegnete Alvina.
„Ich weiß, aber er hat seine Meinung nie geändert. Ich glaube, er versteckt nicht nur seine Magie, weil er sie fürchtet, sondern auch seine Gefühle. Ich glaube, er will niemanden verletzen. Deswegen lässt er das nicht zu."
„Hast du ihn nochmal gefragt?"
„Ja. Nicht nur einmal. Da er ja nun wusste, was ich für ihn empfinde, brauchte ich ihm nur sagen, dass sich für mich nichts geändert hat. Er sagte mir, dass er sich wünschte, er könnte es zulassen, aber er bliebe dabei, für sich zu sein. Seit dem träume ich davon, dass er seine Meinung noch ändert, aber mittlerweile habe ich die Hoffnung aufgegeben."
„Warum?", fragte sie zögerlich.
„Weil wenn Carter sich voller Überzeugung für irgendwas entschieden hat, ist er noch nie davon abgewichen.", sagte sie traurig und sah Alvina mit einem Blick an, der selbst ihr das Herz in zwei riss.
„Vielleicht habe ich ja glück und finde irgendwann jemanden, der mich Carter vergessen lässt.", seufzte sie und lehnte sich an Alvina an.
Der Sommer zog rasch an ihnen vorbei und ehe man sich versah, standen die Bäume in goldenen Farben an den Hängen der Berge rund um Hogwarts. Es würde nicht mehr lange dauern, bis die peitschende Weide alle Blätter von ihren Ästen schütteln würde. Sie war wirklich ein eigensinniger Baum und doch von ihrer Geschichte her einzigartig und brillant.
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Alvina McGonagall - vor dem letzten Kapitel
FanfictionWas geschah eigentlich zwischen dem vorletzten Kapitel und dem letzten Kapitel? Elf Jahre nach dem Ende des zweiten Zaubererkrieges kommt eine Hexe nach Hogwarts. Jedoch nicht als Schülerin, sondern als Lehrerin. Und sie hatte etwas ganz Besonderes...
