Kapitel 13 - Der mysteriöse Zauberstab

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Trotz des Widerspruchs und der Eigenartigkeit beschloss Alvina ihm den Stab trotzdem zurück zu geben. Dass er ihn nicht benutzen durfte, gab ihr das Gefühl der Sicherheit. Denn somit würde sie ihm nur eine wirkungslose Waffe reichen. Zumindest wenn er selbst am Leben bleiben wollte.

Also machte sie sich direkt auf den Weg zu den Treppen des Lehrertraktes, die ganz am Ende des Ganges lagen und hinunter führten.

Sie atmete einmal tief durch, als sie dort stand, sah sich um und setzte auf leisen Sohlen die Schritte hinab. Es war seltsam, denn es fühlte sich so an, als würde sie über eine lange, steinerne Wendetreppe in eine dunkle Höhle, oder ein gefährliches Loch hinab steigen. Ihr Herz hämmerte wie wild, als sie zu einer sehr großen Tür aus dunklem Holz trat, an dessen Griff eine silberne Schlange mit grünen Smaragdaugen kam. Das Zeichen für Slytherin. Noch einmal überlegte sie sich sehr genau, ob es weise war, das zu tun, was sie vor hatte. Doch je öfter sie darüber nachdachte, desto überzeugter war sie, dass sie einfach klopfen musste.

Außerdem hatte sie sehr viele Fragen, die sie an ihn hatte und die nur er ihr beantworten konnte.

Also nahm sie all ihren Mut zusammen, richtete sich selbstbewusst auf, in der Hoffnung, wenn sie sich einfach nicht bewegen würde, es nicht den Eindruck machen würde, sie hätte Angst und klopfte ganz zaghaft an die Tür.

Die Zeit schien sich ins Unendliche zu dehnen, in der einfach gar nichts geschah. Das Klopfen hatte durch den dunklen, steinernen Vorraum gehallt, in der eine magische Fackel brannte. Sie war die einzige Lichtquelle, so dass der Raum finster und furchterregend erschien.

Alvina war sich nicht sicher, ob er sie gehört hatte und ob sie nochmal klopfen sollte. Möglicherweise war er nicht einmal in seinen Gemächern, was ihr in diesem Moment irgendwie recht gewesen wäre, denn sie fing nun an zu zweifeln. Wie würde er reagieren, wenn er wüsste, dass Alvina ihm den Zauberstab gestohlen hatte? Und dass sie ihn erst nach zwei Wochen zurück brachte? Mit Sicherheit würde er wütend werden und zu welcher Kraft er fähig war, schien wirklich jeder zu wissen. Selbst Spielchen zu spielen, in denen keiner wusste, was er getan hatte oder was er dachte, gehörten zu seinen besten Fähigkeiten. Würde er sie einsperren oder töten, würde sicher keiner davon erfahren. Oder vielleicht zu spät. Wie dumm war sie gewesen, niemandem zu sagen, wo sie hingegangen war. Doch hätte sie es getan, hätte jeder sie davon abgehalten. War das vielleicht schlau gewesen? Nicht zu gehen? Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Er war so mächtig und sie hatte ihm etwas gestohlen.

Doch gerade, als sie sich umdrehen wollte, erleichtert, dass sie diesem Moment fürs Erste entkommen war, hörte sie wie jemand auf der anderen Seite der Tür den Griff bewegte.

Sie erstarrte sofort und drehte sich den Millimeter zurück, den sie sich bereits umgewandt hatte und starrte mit weit aufgerissenen Augen auf die dunkle Tür, die sich nun öffnete.

Es trat ein finsterer, alter Mann aus der Dunkelheit des Raumes heraus. Warum nur umgab ihn so viel Finsternis?

Seinem Blick nach zu urteilen, der in Falten gelegten Stirn und dem prüfenden Wandern durch den Vorraum konnte Alvina erkennen, dass er nicht damit gerechnet hatte, dass sie es war, die nun ganz alleine vor ihm stand.

„Ja!", murmelte er tief, kalt und missbilligend. Erst in diesem Moment begriff Alvina, dass sie keine Ahnung hatte, was sie ihm hätte sagen sollen.

Trotz der etlichen Fragen, die sie beschäftigten, spürte sie, dass er sie möglicherweise nicht für jemanden hielt, dem er die Antworten anvertrauen wollte. Es war sogar sehr wahrscheinlich, dass er nicht einmal mit ihr reden wollte. Geschweige denn, sie hinein lassen.

„Pro... Professor?", stotterte sie ihm vor und konnte nicht weiter sprechen.

Er zog eine Augenbraue hoch und musterte sie, während er dabei war, die Tür wieder uninteressiert zu schließen. Doch Alvina wusste, dass sie nun mutig sein musste. Sie rappelte sich zusammen und versuchte nun mit einer festen, entschlossenen Stimme zu sprechen, was ihr nicht ganz so gut gelang, wie sie es sich gewünscht hatte.

Alvina McGonagall - vor dem letzten KapitelGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt