Kapitel 10 - Das Beben

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Erst am nächsten Tag, nachdem sie Tristarias Haus verlassen hatten und wieder in Hogwarts waren, konnten sie die Pinniger auf dem großen Quidditchfeld ausprobieren.

Da sie noch in der Testphase waren, die nun eingeläutet werden sollte, zeigte er einem nach dem anderen, wie es funktionierte.

Dass Tristaria darauf gehofft hatte, dass sie mit Carter zusammen fliegen durfte, wunderte weder Alvina, noch Neal.

„Also, die Schuhe schließen sich von alleine ganz eng um deine Füße und die Flügel breiten sich aus, sobald du anfängst zu gehen. Du musst etwas Anlauf nehmen, so dass die Flügel Schwung holen können und dann heben sie irgendwann ab. Dabei musst du versuchen, das Gleichgewicht zu halten. Die beiden Schuhe sind magisch miteinander verbunden und tragen dich dann in der Luft, wo du dann nicht mehr laufen musst. Es ist eher wie gleiten und durch deine Bewegungen kannst du sie steuern. Wenn du dich nach vorne lehnst, fliegen sie runter. Lehnst du dich nach hinten, fliegen sie nach oben. Genauso funktioniert es mit dem lenken. Wenn du mehr Schwung brauchst, musst du etwas Anlauf nehmen. Es wird sich so anfühlen, als würdest du auf einem Schwan stehen, der dich durch die Lüfte trägt.", erklärte er, während Tristaria die Schuhe wie sehr dicke Socken überzog.

Tristaria probierte los zu laufen, doch schaffte es nicht einmal vom Boden abzuheben. Es brauchte einige Übung, um mit Schuhen mit großen Flügeln zu laufen. Nach nicht einmal drei Schritten war sie umgefallen. Bei dem nächsten Versuch flatterten die Flügel so sehr herum, da es Tristaria, wie auch Carter schwer fiel, knapp über dem Boden ein Gefühl für das Fliegen zu bekommen.

„Naja, die Küken fallen bei ihren ersten Versuchen auch aus dem Nest.", sagte Neal aufbauend, der auf seinen Pinnigern um Tristaria und Carter herum flog, als wäre es etwas Leichtes.

Erst beim vierten Versuch schafften sie es mit ausgebreiteten Armen in die Luft zu steigen. Gerade so hoch, dass die Flügelspitzen nicht mehr die Schneedecke der Wiese berührten.

Während Alvina ihre Pinniger überzog, die sich eng an ihre Füße legten, verlor Tristaria mit einem Mal in einer Höhe von mittlerweile zehn Metern das Gleichgewicht und fing an zu schwanken. Alvina schrie panisch auf und zückte ihren Zauberstab denn sie fürchtete, sie würde gleich in die Tiefe stürzen. Neal zuckte einmal und sah sie hoch konzentriert an, hielt Alvina jedoch zurück, den Stab zu benutzen.

Es kam genau so, wie gefürchtet. Tristaria kippte zur Seite weg und stürzte hinab.

Gerade, als Alvina vom Schlimmsten ausging und sich die Augen zu halten wollte, um nicht mit ansehen zu müssen, wie Tristaria auf dem harten Boden aufkam, stießen die beiden Pinniger fest zusammen und versuchten das Gleichgewicht wiederzuerlangen, während Tristaria kopfüber herunter baumelte und so laut schrie, als wäre ihr Ende nahe.

Nachdem allen klar wurde, dass sie nicht auf dem Boden zerschmettern würde, hielten sie die Luft an und starrten Tristaria an, die ihre zusammengekniffenen Augen nun wieder öffnete.

„Was ist passiert?", rief sie erschrocken und sah sich um, während ihr Kopf bereits rot anlief. Neal atmete einmal tief durch und sagte dann ganz ruhig: „Wir haben eine Sturzflugsicherung eingebaut. Sobald man das Gleichgewicht verliert, kletten die Schuhe sich fest aneinander, drehen sich um, so dass der Flieger herunter hängt und übernehmen die Kontrolle. Dann gleiten sie wieder hinunter und legen den Flieger auf dem Boden ab."

In dem Moment berührte Tristarias Kopf sanft den Boden, als würden die Schuhe darauf achten, sie behutsam abzulegen, bis sie dann selbst landeten und sich um Tristarias Füße wickelten. Sie sprang sofort auf und sah sich erschrocken um. Anscheinend hatte sie selber nicht ganz begriffen, was geschehen war. Als sie jedoch merke, dass alles in Ordnung war, starrte sie Neal an und ihr panisches Gesicht verwandelte sich augenblicklich in eine überglückliches Strahlen.

Alvina McGonagall - vor dem letzten KapitelGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt