Es war bereits Ende Februar und Alvinas Unterricht entwickelte sich von dem unsinnigsten, langweiligsten Fach zum Beliebtesten. Nachdem die Schüler verstanden hatten, dass Täuschung und Taschenspielertricks eine große Waffe waren, genau wie das detaillierte Wissen über ihren eigenen Zauberstab und den der anderen, wurden sie deutlich besser, als je zuvor. Nicht nur in ihrem eigenen Unterricht, in dem sie nun wöchentlich Duelle veranstaltete, sondern auch in dem der anderen. Harry erzählte ihr, dass er im Unterricht für Verteidigung gegen die dunklen Künste immer wieder sehen konnte, was die Schüler bei ihr gelernt hatten.
Hin und wieder gab sie nun sogar Kurse für die Schüler der fünften bis siebten Klasse, was sie, wenn man es genau nahm, Mr. Lupin zu verdanken hatte.
Für Alvina war das unterrichten das, was ihr am meisten Freude bereitete. Zu sehen, dass sowohl die Schüler, als auch die Lehrer sie nun ernst nahmen und sich darüber ärgerten, dass sie nicht schon früher erkannt hatten, worauf sie in ihrem angeblich langweiligen und theoretischen Unterricht hinaus wollte.
Doch am meisten brachte es Alvina, dass sie, wenn sie denn unterrichtete, nicht zu viel über das nachdachte, was Snape ihr alles erzählt hatte.
Doch es gab noch jemanden, um den sie sich kümmerte.
Edward Lupin. Der junge Transmagus hatte sich, wie Alvina ihm aufgetragen hatte, mit ein paar Tieren beschäftigt, die ihn faszinierten. Sie fingen mit einem Falken an, denn wenn er eins wollte, dann fliegen.
Immer wieder trafen sie sich heimlich auf dem Quidditchfeld, um zu trainieren. Die ersten Male fiel es Edward schwer und er verwandelte sich jedes Mal in einen Werwolf. Das machte ihm sehr zu schaffen, denn dieses magische Tierwesen war so sehr in seinem Herzen verwurzelt, dass er es nicht schaffte, es abzuschütteln. Doch Alvina machte ihm Mut, es weiter zu versuchen.
„Falken sind großartige Tiere. Erzähl mir, was du über sie gelernt hast!", forderte Alvina ihn auf.
Er zögerte etwas, doch dann zählte der dreizehnjährige auf: „Falken sind die schnellsten Tiere der Welt und es gibt sechzig verschiedene Arten von ihnen. Er kann deutlich besser sehen, als ein Mensch und kann ein zwei Millimeter großes Insekt auf eine Entfernung von achtzehn Metern erkennen. Und wenn er über den Boden fliegt, kann er bis zu 130 Stundenkilometer erreichen. Im Sturzflug ist er noch schneller. Das ist unglaublich. Wenn sie jagen, stürzen sie mit der Sonne im Rücken auf die Beute, so dass diese sie schlecht sehen kann. Sie sind unglaublich schlau...",
„Mr. Lupin. Wollen Sie sich in einen Falken verwandeln?", unterbrach Alvina mit einem Mal seinen Enthusiasmus.
Er sah sie überrascht an und nickte.
„Ja, natürlich. Deswegen habe ich das alles gelernt."
„Das ist auch sehr hilfreich. So schafft man es aber nicht, sich in einen Falken zu verwandeln.", erklärte sie und stemmte ihre Hände in die Hüfte.
„Es ist natürlich wichtig, das alles zu wissen. Doch das reicht nicht aus. Warum verwandelst du dich denn in einen Werwolf? Weil du alles über sie weißt?", fragte sie ihn dann und er wurde etwas nachdenklich.
Es dauerte eine Weile bis er aufsah und den Kopf schüttelte.
„Nein, es passiert einfach.", erklärte er.
„Nein, es passiert nicht einfach so. Du hast so lange Angst gehabt ein Werwolf zu sein, dass du ihn in dir gespürt hast. Du wusstest, wie es ist, einer zu sein, weil du herausfinden wolltest, ob es in dir steckt. Genau das muss mit dem Falken passieren. Du musst nicht nur wissen, dass er aus fünfzehn Meter Entfernung ein Insekt erkennen kann. Du musst es dir vorstellen. Du musst probieren, es ebenfalls zu tun. Du musst dir vorstellen, wie es ist, zu fliegen, schnell zu sein. Es geht darum, den Falken in dir drin zu spüren und nicht nur zu wissen, was es für ein Tier ist.", erklärte sie und breitete dabei ihre Arme wie Flügel aus.
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Alvina McGonagall - vor dem letzten Kapitel
FanfictionWas geschah eigentlich zwischen dem vorletzten Kapitel und dem letzten Kapitel? Elf Jahre nach dem Ende des zweiten Zaubererkrieges kommt eine Hexe nach Hogwarts. Jedoch nicht als Schülerin, sondern als Lehrerin. Und sie hatte etwas ganz Besonderes...
