Alvina konnte nicht anders. Sie wusste, dass Snape sich im Büro ihres Vaters aufhalten würde und es zog sie mehr, als je zuvor dort hin, wo sein Portrait hing, mit dem sie sprechen konnte. Das war Einzige, was ihr geblieben war, um seine Stimme hören zu können und das Gefühl zu haben, ihren Vater doch irgendwie kennenlernen zu können.
Sie wurde von einigen Professoren, Minerva, ihren Freunden und Harry begleitet, als sie zurück gehen sollte. Dabei versicherte sie ihnen, dass die Gebrandmarkten niemals diese Grenze übertreten konnten und sie damit in absoluter Sicherheit sein würde, selbst wenn keiner bei ihr war.
Minerva traute der Grenze jedoch nicht vollkommen, da sie nicht wirklich wussten, ob Alvina tatsächlich durch ihre Blutsverwandtschaft hinein wollte. Es war eine Vermutung und da sie den Zauber selbst nicht identifizieren konnten, war es ihr wohler, Alvina würde ihnen den Elderstab bringen, um ihn in eine Schatulle zu legen, wie sie es mit Snapes Zauberstab getan hatten.
Erstaunt sahen sie ihr nach, wie sie hindurch ging und Alvina hatte sogar den Eindruck, sie würden sie wehmütig darum beneiden, dort hinzugehen, wo der Schulleiter einst gelebt hatte.
Im Büro fiel ihr Blick als erstes auf das große Gemälde Dumbledores. Dieses Mal betrachtete sie es mit ganz anderen Augen und es schien ihr, als würde Dumbledore dies bemerken.
„Als ich das erste Mal hier war, wusstest du da bereits, dass ich deine Tochter bin?", fragte sie nachdenklich und Dumbledore nickte mit einem stolzen Lächeln im Gesicht, was Alvina tief im Herzen traf.
Selbst wenn es nicht die wahre Gestalt ihres Vaters war, berührte sie sein Blick so sehr, dass sie sich zusammenreißen musste, um nicht zu weinen. Sie wünschte sich so sehr, er wäre echt und es wäre nur ein Fenster durch das sie hindurch blickte, doch war dies unmöglich. Er war nun schon seit über elf Jahren tot. So gerne hätte sie einmal mit ihm gesprochen oder ihm tausende Fragen gestellt, auf die er, wenn es stimmte, was alle sagten, er immer eine Antwort hatte.
„Ich wünschte, ich hätte dich kennengelernt.", flüsterte sie leise, erinnerte sich aber dann daran, dass sie nicht hier war, um mit ihrem Vater zu sprechen. Dafür würde sie noch reichlich Zeit haben, wenn sie erstmal herausgefunden hätte, wo Professor Snape war. Als sie ihren Blick vom Gemälde auf den Schreibtisch abwandte, durchzuckte sie ein heißer Blitz. Ihr Herz blieb stehen und der Boden wurde ihr unter ihren Füßen weggezogen.
Der Elderstab war nicht mehr da.
„Nein!", hauchte sie entsetzt und wollte nicht wahr haben, dass Professor Snape ihn tatsächlich mitgenommen hatte. Nur er konnte es gewesen sein. Ihre Angst stieg in das unermessliche und sie hoffte, dass er den Stab vielleicht nur weggelegt hatte. Sofort fing sie an, sich umzusehen und nach einem möglichen Versteck zu suchen. Erst da wurde ihr bewusst, wie viele sonderbare Dinge ihr Vater eigentlich besessen hatte. Das waren also die ganzen magischen Waffen. Alvina fand sogar Excalibur, das in einer gesicherten Vitrine im Kerzenlicht glänzte, neben der noch eine weitere Vitrine mit verschiedenen Edelsteinen und Schmuckstücken stand und dann eine weitere, in denen ganz eigenartige Dinge waren, die überhaupt nicht wirkten, als seien sie von irgendeinem Wert, wie eine bereits angezündete Kerze, eine vertrocknete Blume, eine Uhr mit kaputtem Glas, die rückwärts lief oder ein zerfranstes Stück Stoff.
Sie sah in allen Schubladen nach, in denen Säckchen voller Kräuter zu finden waren, Pergament, auf dem viel gestanden war oder Tinte.
Dann fand sie noch Phiolen mit Erinnerungen oder gefüllt mit den Tränen des Phönix Fawkes. Sie fand sogar eine Kiste mit Goldmünzen darin und eine ganze Menge Tee, Mäntel und Hüte. Aber von dem Elderstab war nichts zu sehen.
Da kam ihr eine Idee und sie wandte sich an das Gemälde.
„Hat Professor Snape den Elderstab mitgenommen?", fragte sie ihn und wünschte sich, dass es nicht geschehen würde, doch der Zauberer nickte so entspannt, als habe er sich ein Blatt Pergament ausgeliehen. Wie erstarrt stand sie da und wusste nicht, was sie denken sollte.
DU LIEST GERADE
Alvina McGonagall - vor dem letzten Kapitel
FanfictionWas geschah eigentlich zwischen dem vorletzten Kapitel und dem letzten Kapitel? Elf Jahre nach dem Ende des zweiten Zaubererkrieges kommt eine Hexe nach Hogwarts. Jedoch nicht als Schülerin, sondern als Lehrerin. Und sie hatte etwas ganz Besonderes...
