Alvina sah noch lange auf den Brief von Lilly Potter, den sie sicher verpackt in dem Umschlag zurück geschoben hatte, der durch seine unscheinbare, schlichte, unbeschriftete Erscheinung gut verbarg, wie wertvoll sein Innerstes war.
Gerade noch hatte sie ihren Vater entsetzt angesehen, wie er Severus diesen Brief nur vorenthalten konnte, doch nun, wo sie in selbst in der Hand hatte und entscheiden musste, wem sie ihn zu welchem Zeitpunkt geben könnte. Dadurch spürte sie es wie eine schwere Last auf ihren Schultern.
Der Angriff, den sie vorbereiteten, würde um Mitternacht stattfinden. Damit blieben ihr nur wenige Stunden, bis es ungewiss war, was geschah. Würde sie warten, bis diese Nacht vorbei war, könnte es sein, dass er den Brief niemals erhalten würde. Aber wie ihr Vater es bereits gesagt hatte, könnte es sein, dass dieser Brief alles aufs Spiel setzen konnte.
Was sollte sie nur tun? Sie entschied sich, ihn immer bei sich zu tragen und darauf zu hoffen, dass sie einen Moment finden würde, um den Brief zu überreichen. Um sicher zu gehen, dass niemand außer ihr den Brief finden und lesen konnte, versiegelte sie ihn magisch in einem winzigen Fläschchen, das sie sich wie einen Anhänger mit magischem Band um das Handgelenk machte.
Es gab noch eine Sache, die Alvina besprechen musste, bevor es in die große Schlacht gehen sollte. Sie suchte überall nach Draco, um mit ihm darüber zu sprechen, was vor ihnen stand. Denn schließlich war dies sein Vater.
Doch ihr ging es noch um etwas anderes, nämlich Plan B.
Sollte irgendwas schief gehen, wusste sie, dass sie sich auf Draco verlassen konnte. Er würde mit Luna und Neville in den verbotenen Wald gehen, was bedeutete, dass er nicht nur eingreifen konnte, wenn sie den Zeitpunkt verpassen sollten, sondern dass sie noch drei fähige Zauberer hatten, die im Hintergrund darauf warten würden, um zu kämpfen.
Sie fand ihn ganz alleine vor dem Gemälde des Slytherin Gemeinschaftsraums, wie er es ansah und doch hindurch zu starren schien.
„Thomas?", sprach sie ihn an. Für sie würde er niemals der Draco sein, der er einst war, sondern der Student mit dem Herzen aus Gold. Erschrocken wandte er sich um, lächelte jedoch, als er Alvina sah.
Dann seufzte er schwer und sah wieder zu dem Gemälde.
„Ich komme nicht mehr in den Gemeinschaftsraum."
„Weil du kein Slytherin Schüler mehr bist.", erklärte sie schulterzuckend.
„Kommst du rein? Weil du eine Lehrerin bist?", fragte er sie prüfend.
„Leider nicht. Weil ich nicht die Hauslehrerin bin. Es gibt nur wenige Professoren, die davon ausgenommen sind, wie meine Mutter."
„Thomas, ich möchte mit dir sprechen. Es geht um diese Schlacht."
„Willst du mir nun auch einreden, dass ich mir genau überlegen sollte, gegen meinen Vater anzutreten? Ich bin mir sicher, dass ich das möchte.", wandte er verärgert ein.
„Nein, darum geht es mir nicht. Ich habe verstanden, was er euch angetan hat. Und auch dir, als du noch ein Kind warst.", entgegnete sie und seine steinerne , verbitterte Miene wurde weicher.
„Er ist der Grund, warum meine Mutter gestorben ist. Sie wollte immer nur das Beste für mich.", erklärte er gebrochenen Herzens.
„Thomas. Ich möchte mit dir etwas besprechen.", wandte sie ein.
Es war immer möglich, dass irgendwas schief gehen konnte und sie wollte mit ihm ein geheimes Zeichen ausmachen, das sie sich geben konnten, wenn es darum ging, dass gerade sie die Hilfe des anderen brauchten. Ein Lichtsignal, das Alvina in den Himmel schießen konnte, wenn sie Dracos Hilfe brauchte, so wie er ein Lichtsignal schießen konnte, sollte er Alvina brauchen. Sie wussten beide nicht, ob alles funktionieren würde, doch sie wollten sich sicher sein, dass sie einander helfen konnten, wenn sie in größter Not waren, ohne dass sonst jemand von dem Zeichen wusste.
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Alvina McGonagall - vor dem letzten Kapitel
FanfictionWas geschah eigentlich zwischen dem vorletzten Kapitel und dem letzten Kapitel? Elf Jahre nach dem Ende des zweiten Zaubererkrieges kommt eine Hexe nach Hogwarts. Jedoch nicht als Schülerin, sondern als Lehrerin. Und sie hatte etwas ganz Besonderes...
